LOST DREAMS    CRUSADE    STEINVATER   SLICE  
19.02.2005 @ Altes Kino

Wenn LOST DREAMS pfeift, springt die Tiroler Metalgemeinde, und wenn es sein muss auch nach Landeck. Warum in Landeck? Der Gedanke plagte mich während der gesamten Anreise, dieser wurde bald von einem Anderen verdrängt „Was suchen die ganzen Kinder hier“ Setzte sich in meinem Hirn fest. Beides wurde sofort beantwortet von der Band SLICE. Obwohl „sofort“ nicht ganz richtig scheint, bei 40 Minuten Verspätung.

Ein Quartett von 13-16 jährigen Knaben, ließ vielen Anwesenden ein hämisches Lächeln über das Gesicht huschen. Auch mir entfuhr das Kommentar: „Knuddelig“. Doch wurde mein Lästermaul in der Sekunde gestopft, als sie zu spielen anfingen. Technisch ausgezeichneter Heavy/Thrash flog mir um – und in- die Ohren und ließ mich teilweise vor Neid erblassen, wie man in diesen jungen Jahren ein Instrument so perfekt beherrschen kann. Auch stimmlich wurde man positiv überrascht, der Gesang passte perfekt zu den dargebotenen Eigenkompositionen, nur die Gröler brachten zeitweise das verschwundene Grinsen zurück. Obwohl man Anfangs seine Freude mit der Performance hatte, machte sich langsam Monotonie breit, was mehr an der überhöhten Spielzeit lag, als an der Band selbst. 40 Minuten Bühnenpräsenz ist ungewöhnlich für einen Opener. Wenigstens war die Wahl der Location jetzt nachvollziehbar, in dem recht großen Kinosaal herrschte eine Akustik die das Kino Ideal für jede Konzertveranstaltung macht.

Nachdem sich SLICE mit dem Aufbau einiges an Zeit genommen hatte, brauchten auch STEINVATER eine gute halbe Stunde um Bühnenfertig zu sein. EVOLUTION OF MIND hatten kurzfristig abgesagt, doch zum Glück hatte man mit den Vorarlbergern einen mehr als würdigen Ersatz gefunden. Da ich STEINVATER schon von einem Konzert aus Innsbruck kannte, wusste ich was auf mich zukommt: Ausgezeichneter Power Metal mit Thrash Einlagen, der es sicherlich schaffen wird, große Teile der Zuschauermenge mitzureißen. Leider schien es so, als wäre ich mit meiner Meinung alleine, denn bis auf eine kleine Gruppe von Menschen an vorderster Front, war der Saal weitgehend leer. Als während dem – sonst sehr gut ankommenden – „Return“, nochmals ein paar Zuschauer den Saal verließen, konnte man ihnen die Enttäuschung sichtlich anmerken. Die Darbietung war noch ein Stück besser, als man es von ihnen gewohnt ist, so konnte man es weder Ihnen, noch den Konzertbesuchern das Desinteresse verübeln. Denn die „Kinder“ waren bereits auf dem Heimweg, und der Rest war wegen LOST DREAMS oder CRUSADE hier. So schenkte man sich die 2 geplanten Zugaben und gab bei „Orient Excess“ noch mal sein Bestes, bevor man mit einem – eher sarkastischen - „Ihr wart ein großartiges Publikum“ enttäuscht den Saal verließ.

Überraschenderweise verzichteten LOST DREAMS darauf, als letzte zu spielen und begannen um Punkt 11:00 mit ihren Auftritt. Kaum eine Band im österreichischen Underground, hat einen so guten Ruf wie LOST DREAMS, die Gründe hierfür wurden einem wieder einmal vor die Augen geführt. Man weiß nicht, was man zuerst loben sollte; die ausgezeichnete Instrumentalarbeit, die stimmlichen Kapazitäten des Sängers, oder einfach das Talent, eine kurzweilige Live Show zu bieten, die nie in Einseitigkeit endet, wie bei so vielen anderen Vertretern des eher härteren Genres. Das Publikum jedenfalls war zweigeteilt, während die eine Hälfte fröhlich die Köpfe schüttelte, war die andere zur Salzsäule erstarrt. Doch vor allem gegen Ende des Auftritts, schmolz letztere Gruppe dahin und jedermann grölte „Where Gods Creation Ends“. Gegen Mitternacht räumten LOST DREAMS dann das Feld für CRUSADE, leider taten es ihnen die Fans gleich, so dass CRUSADE nicht viel mehr Zuschauer zählten wie STEINVATER

Mit dem Unterschied, dass CRUSADE sich nichts anmerken ließen und trotzdem mit aller Kraft loslegte, was doch noch ein paar Leute mehr in den Raum lockte. Die Wiener haben sich in ihrer Heimatstadt schon einen Ruf erarbeitet, doch in Tirol musste man sich noch beweißen, und schien die Anwesenden recht gut zu erreichen. Weder die Zuschauer – die schon einiges gebechert hatten – noch die Band – die sicherlich noch viel mehr getrunken hatte ;) – ließ euch nur einen einzigen Verdacht auf Müdigkeit schließen, und bis auf ein kleines Mikrophonproblem gab es nichts was die Stimmung trübte.

STEINVATER Setlist:
--
1. Intro
2. Live The Dream
3. Left Behind
4. Return
5. Rocked
6. Final Survive
7. Orient Excess

LOST DREAMS Setlist:
--
1. Aborted
2. Living In A Mass
3. Sorrow
4. Diabolic Night
5. Dawn Of The Apo.
6. Tormented Souls
7. Evil Unleashed
8. Dying Emtiness
9. Silent Mayhem
-
10. Territory
11. Where Gods Creation Ends
www.altes-kino.at

Lenny
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Beitrag vom 22.02.2005
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