DYSTUST   LAST WARNING    LOX-P   
19.05.2005 @ Unplugged

Gespannt pilgerte ich am 19.Mai ins Wiener Unplugged und erwartete nicht wirklich viel und wurde wohl gerade deshalb mehr als überrascht. Als Opener des Abends fungierte die erst seit drei Monaten existente Band DYSTUST, welche an diesem Abend auch ihr Livedebüt absolvierte. Und was sich schon beim Soundcheck abzeichnete wurde dann beim halbstündigen Auftritt weitergeführt. Gestartet wurde mit dem, mit einem MACHINE HEAD-lastigen Riffing beginnenden „My Own Dreams“, das dann in eine treibend rockige Nummer überging. Freunde des Bangens als auch des Jumpens wurden mit dem Song gleichermaßen bedient. Schon hier zeigte der Vierer sein Potential und Können, welches in den folgenden Nummern weiter gesteigert wurde. Weiter ging es mit den Songs „You Never Helped Me“ und „The Bridge“, die ebenfalls zu überzeugen wussten. Mit „Seven Nation Army“ wurde dann eine gekonnte THE WHITE STRIPES-Coverversion abgeliefert, bei der die Band auch ihr Können im Umgang mit elektronischen Komponenten zeigte. Das rhythmisch treibende, von Schlagzeuger Bino geschriebene, „Celebrate Me“ zeigte anschließend abermals die bandeigene Note, um dann vom absoluten Highlight „Breaking Away“ getoppt zu werden. Der Song vereint gekonnt alle Elemente, die DYSTRUST ausmachen und ist schon nach diesem kurzen Bandbestehen ein absoluter Hit. Die Mischung aus geschickt eingeflochtenen Gitarreneffekten gepaart mit mal gekreischten, mal gerapten Gesang und einem eingängigen Gitarrenlead konnte auch das Publikum vollends überzeugen. Als geforderte Zugabe wurde schließlich nochmals der Opener zum Besten gegeben, um anschließend die Bühne für LAST WARNING frei zu geben.

Die Steirer waren zumindest in der Kategorie „Wer hat die größten Effektgeräte“ die Gewinner des Abends, aber Spaß bei Seite… Es wurde von Beginn an eine enorme Spielfreude an den Tag gelegt und die Jungs zeigten, wie schon DYSTRUST davor, was Musik in erster Linie machen soll, nämlich Spaß! So wurde neben älterem Material, wie dem durch geile Doublebasspassagen geprägten „LAST WARNING“ und Songs der aktuellen CD „Face 2 Face“ („Bang“, „I wanna Feel“, „Immortality") auch ein zukünftig erscheinendes Lied gespielt, das wie die Band selbst voll zu überzeugen wusste. Besonders die wechselnden Vocals der beiden Burschen an den Mikros, sowie die Mischung von harten, immer wieder auch in rockig groovende Passagen abgleitenden Songs verstehen zu gefallen und machen LAST WARNING so zu einer sicheren Bank auf jedem Konzert. An der Bühnenpräsenz können sich auch einige Profis noch eine Scheibe abschneiden, die ihre Musik leider zu oft als reinen Job sehen und live nicht selten reine Langeweile verbreiten.

Nach dieser mehr als gelungenen Vorstellung enterten dann nach kurzer Umbaupause LOX-P die Bühne. Für mich war dies ihr erster Auftritt in neuer Besetzung und so war ich auf Veränderungen aller Art gefasst. Alles in allem zeigen sich die Triprocker anno 2005 chilliger und elektronischer als in vergangenen Tagen, was wohl auch am neuen Mann an der Elektonikfront, dem Norweger Per, liegt. Dargeboten wurden unter Anderem die mittlerweile schon älteren Songs („Don’t Call Me Nice“, „First Love“, „Beauty of Love“) sowie auch brandneues Material. Der Härtegrad der neuen Tracks ist nach dem Ausstieg des ehemaligen Gitarristen Martin (DYSTRUST) auf eine tanzbares Niveau gesunken, was den Songs aber gut zu Gesichte stand und so konnten besonders die leicht Drum & Base lastigen neuen Songs überzeugen. Also alles in Allem lieferten ebenfalls LOX-P einen mehr als gelungener Auftritt ab, bei welchem sie sich nicht mal durch den Zeitmangel am Ende des Gigs aus der Ruhe bringen ließen. Mit etwas Überredungskunst konnte schließlich das komplette Set durchgebracht werden.

Damit war der musikalische Abend für das anwesende Publikum beendet und ich wurde bei diesem Auftritt eines Besseren belehrt – es gibt sie also doch noch, die qualitativ wertvolle Musik aus Österreich…


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Harald
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Beitrag vom 13.06.2005
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