EARTHSHAKER FESTIVAL DONNERSTAG MIT FINNTROLL   POWERGOD   JUSTICE   HOLY HELL   TURISAS  
21.07.2005 @ Festivalgelände, Geiselwind

Der Besuch des heurigen EARTHSHAKER-Festivals stellte sowohl für mich als Festivalveteranen, als auch für EARSHOT ein noch nicht besuchtes Festival dar. Umso größer waren klarerweise die Erwartungen, ob man der Konkurrenz das Wasser würde reichen oder gar besser sein können. Die Ankündigung von Auftritten von Christopher Lee gemeinsam mit MANOWAR und RHAPSODY im Vorfeld tat zweifelsohne ihren Teil dazu, die Sache besonders interessant zu machen. Umso ernüchternder war gleich mal die Absage genau dieses Highlights, bei der sich der illustre Engländer vor Beginn der RHAPSODY-Show per Videobotschaft für sein Fernbleiben entschuldigte. Als Grund wurden unvorhergesehene Ereignisse angegeben. Wie dem auch sei, bis dahin war noch einige Zeit, über die es zu berichten gilt…

Mit den üblichen leichten Startschwierigkeiten ließ sich das Festival am Donnerstag an, wobei gleich zu Beginn von einigen Fans weniger erfreut festgestellt werden musste, dass in der Halle, in der an diesem Abend alle Gigs stattfinden sollte, eine Zugangsbeschränkung vorgesehen war und einige Fans trotz Ticket nicht das sehen konnten, was sie wollten. Konkret ist mir im Falle der Humpa-Metaller von FINNTROLL zu Ohren gekommen, dass einige Fans nicht mehr in die Halle gelassen wurden. Parallel zu den Gigs sollte sich auch die erste MANOWAR-Fan-Convention anlassen, zu der - Schilderungen zu Folge - aus allen Teilen der Welt Fans angereist waren. So kamen sogar australische Fans nach Deutschland, da es die Herren DeMaio und Co laut Herrschaften von genau dort in weit über zwanzig Jahren des Bandbestehens noch nicht nach Down Under geschafft hatten.

Das Festival durften dann TURISAS, FINNTROLL und POWERGOD eröffnen. Durch einen kleinen Stau in Richtung Zeltplatz, die spätere Zugangsbeschränkung und administrative Probleme aufgehalten, konnte ich die drei Bands jedoch nicht mehr live erleben. HOLY HELL, eine Band um den ehemaligen MANOWAR-Fellverdrescher Rhino waren dann die ersten, die ich zu Gesicht bekam. Mit Frontfrau und Bombast ausgestattet präsentierte man sich der gut gefüllten Halle, die zweifelsohne für einige tausend Fans Platz bot. Im Glauben, nun die ganze Show der Band zu sehen, wurde ich eines Besseren belehrt und bekam gerade noch die meiner Meinung nach ein wenig missglückte Interpretation der Hauptarie aus ANDREW LLOYD WEBBERs „Phantom der Oper“ zu hören. Einigen Anwesenden schien es gefallen zu haben, für stand aber fest: "Not my cup of tea".

Anders verhielt es sich bei den fränkischen Thrashern von JUSTICE. Hierbei handelt es sich um eine Band, die - laut zweier Zeltplatznachbarinnen - aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet des Festivals kommt und ansehnlichen, lokalen Bekanntheitsgrad genießt. Der erste Song präsentierte die Band zu Beginn brachialer und eintöniger als es schließlich die darauf folgenden Songs taten, wodurch sich mein Anfangs eher mäßiger Eindruck schnell zu etwas Positivem wandelte. Eine Thrashgranate folgte auf die andere, technisch allesamt fit und wie vom Fronter der Band betont auch aus alkoholtechnischer Sicht – schließlich war es inzwischen bereits ein Uhr morgens geworden. Als dann der zuerst rein deathige Gesang in sauber gesungenen mehrstimmigen Gesang wechselte und den Songs zusätzliche Abwechslung verlieh, hatte die Band zumindest bei mir gewonnen. Stilistisch fühlte ich mich im härtemäßigen Extrem der Songs ein wenig an die Holländer ALTAR erinnert. Gelegentlich kam auch die eine oder andere Assoziation zu den süddeutschen Thrashern von SCHWEISSER auf, das ganze mit ein wenig 80er-Bay-Area-Riffing und dem einen oder anderen modern groovenden Part aufgepeppt. Thumbs Up!
www.earthshaker-fest.com

Gore
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Beitrag vom 24.08.2005
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