F.B.I    LO PRO EDGE    DIE:CUT      
10.09.2005 @ Fred Sega

Exakt drei Monate nach der doch eher mäßig besuchten Darbietung von RIEFENSTAHL/EYE OF BETRAYER führte mich mein Weg also wieder einmal die Stufen hinunter ins urige Fred Sega, wo an diesem Samstagabend drei Formationen aus der näheren Umgebung performen sollten, die erfeulicherweise weitaus mehr Publikumsinteresse hervor riefen, als erwähnte Show im Juni dieses Jahres.

Als Opener fungierten DIE:CUT, jene New School-Hardcore zelebrierende Formation aus der Messestadt also, die quasi aus den Trümmern einstiger Lokalgrößen wie MISJUDGE, PRISON 46, DAYZERO und weitere entstand: Im direkten Vergleich zu der Show im April an selber Stelle (EARSHOT berichtete) konnte ich jedenfalls eine gehörige Steigerung registrieren, und kraftvoll wie dynamische, aber auch melodiereiche Tracks wie "Day By Day", "Open Your Eyes" oder „Gipfel des Erfolges“ (Ja, DIE:CUT texten neuerdings auch in Deutsch, und planen übrigens, sich zukünftig ausschließlich in ihrer Muttersprache auszudrücken) animierten auch zahlreiche Anwesende zu entsprechenden Gefühlsausbrüchen sowie damit verbundenen Bewegungen. DIE:CUT, die einmal mehr eine mehr als passable Show ablieferten, suchen übrigens derzeit nach einem zweiten Vokalisten, der das Gesangssprektrum (und somit das musikalische Erscheinungsbild im Allgemeinen) um cleanen Gesang erweitern soll.

Es folgten LO PRO EDGE aus dem Bezirk Grieskirchen, die in den letzten Monaten bereits öfters das Vergnügen hatten, das Fred Sega mehr oder minder erfolgreich mit ihren Songkreationen beschallen zu dürfen, und auch dieses Mal wurden die Jungs von der Meute vor der Bühne mit ansprechenden Resonanzen beschenkt. Auch wenn der doch teils relativ unorthodox erscheinende Crossover, der New Metal-Riffs, Hardcorerythmen sowie Hip Hop-Beats in sich vereint, und dabei auf die Dienste von zwei denkbar unterschiedlich klingender Sänger baut, noch immer nicht zu 100 Prozent meinem Geschmack entspricht, muss man doch konstatieren, dass die Burschen es wahrlich verstehen, verschiedenste Stil-Elemente zu einem Ganzen zu verbinden, und auch live on stage die nötige Energie entfachen.

Danach sollten F.B.I. in neuem Line-Up endlich auch einmal die kleine Fred Sega-Bühne zum Beben bringen: Neben den musikalischen Masterminds der Band, Frontmann Konrad Wurm und Gitarrist Hans Bogl, sowie dem vor einiger Zeit wieder zur Gruppe gestoßenen Bassisten Werner Bauer gehören nunmehr auch Aswan Sharif (SIEGALL, ATMASU) (dr.), Tibi (RED) (Git.) sowie Schimpi (Keyboard/Samples) zur Besetzung.

Wie es sich für einen richtigen „Headliner“ gehört, wurde von der Bandcrew ein gehöriger Aufwand betrieben, um den Fans auch eine passende Optik zu bieten: Ein überdimensionales Bandlogo säumte den Bühnehintergrund und auch eine kleine, aber für so eine Clubshow bemerkenswert und freilich alles andere als übliche Lightshow wurde aufgefahren. Aber auch sonst ließen F.B.I. nichts unversucht, um sich die Gunst des Publikums zu erspielen, wenngleich man durch ganze drei Stromausfälle (bedingt durch einen defekten Zigarretenautomaten!) eine sicherlich der Motivation nicht zuträgliche Einbremsung wiederfuhr: Jedoch spielten die Herren ihre ganze Routine aus, und rockten einfach nach jeder Zwangspause unbeeindruckt weiter, als wäre nichts geschehen, was von den Fans natürlich auch goutiert wurde. (Kleines Detail am Rande: Erfahrung mit Stromausfällen bei Konzerten hatte ein Teil der Herren tatsächlich bereits gesammelt, da bereits eine ARMOURGEDDON-Reunion-Show im Februar 1997 durch einen durch eine Kamera des lokalen Fernsehsenders verursachten Kurzschluss unterbrochen wurde)

Neben einigen Stücken vom letzen Demo ("Braindead", "A Little Lie"), besannen sich F.B.I. endlich auch ihrer ruhmreichen Vergangenheit, und als man zwei Stücke aus der legendären ARMOURGEDDON-Phase (Der Kultband in OÖ schlechthin Anfang der 90er), nämlich "Mentally Disturbed Man" sowie "Brainsucker", zum Besten gab, kochte das Fred Sega förmlich. Nachdem der Wunsch nach einer Zugabe Erfüllung fand ("King Of Dreams"), war die beachtliche Darbietung auch schon zu Ende, und F.B.I:. verabschiedeten sich von ihren Fans.


Hutti
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Beitrag vom 06.10.2005
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