DEATH BEFORE DISCO   WORLDS BETWEEN US    ESTATE  
15.12.2005 @ Stadtwerkstatt

Ein Abend, dem ich schon seit geraumer Zeit entgegen fiebere ist der heutige 15.12.2005 in der Linzer Stadtwerkstatt.

Die Erwartungen in dieses Konzert sind durchaus hoch, ist es doch laut Papierform ein qualitativ hochklassiges Dreier-Package das auf den Namen DEATH BEFORE DISCO / WORLDS BETWEEN US / ESTATE hört, welches sich hier ein Stelldichein gibt. Dass der planmässige Beginn nicht eingehalten werden kann, war zu erwarten und gehört mittlerweile zum Standard in dieser traditionsträchtigen Linzer Location. Umso erfreulicher als es dann gegen neun Uhr losging.

Die Linzer ESTATE, die mit ihrer aktuellen EP „Arson Architecture“ seit einiger Zeit für Aufsehen sorgen, schicken sich an, die anfangs doch eher spärliche Hörerschaft zu unterhalten. Beim kollektiven „Gitarren zum Himmel Recken“ muss ich zwangsweise an IRON MAIDEN denken, scheint hier allerdings bandinternes Standardritual zu sein. Bereits nach der zweiten Scheibe „Salieri Dilemma“ ist nach einem überfliegenden Rundumblick zu bemerken, dass mittlerweile etwas mehr Leute im Saal Wurzeln schlagen als zu Beginn. Leider springt der Funke noch nicht so ganz über. Die zweite Hälfte des Sets besteht vorwiegend aus Liedern ihres älteren Longplayers „Unsound“. Die Jungs geben ihr Bestes, Sänger Leo dreht ab und an mal seine Runden in der frönenden Hörerschaft. Die ganze Sache kommt ausgesprochen ehrlich rüber. ESTATE überzeugen auf ganzer Linie und präsentieren sich hochmotiviert. Abgeschlossen wird das Set mit dem überragenden „Sergio“.

Als zweite Band nehmen die Wiener von WORLDS BETWEEN US die Bühne in Beschlag. Zugegebenermaßen wusste ich nicht viel über diese Band. Umso mehr wurde ich von ihrer satten Performance überrascht, geradliniger Hardcore mit viel Hang zum Tempowechsel. Ein Vergleich mit klassischen NYHC-Grössen à la SICK OF IT ALL ist angebracht. An dieser Stelle sei ihre aktuelle 6-Track CD „Life In Coloured Squares“ erwähnt, welche auf dem englischen Label Engineer Records erschienen ist, und zukünftig auf große Taten hoffen lässt. Der Sound ist mittlerweile auf einem guten Weg, steht doch auch schon der Headliner des Abends an.

Hauptact sind DEATH BEFORE DISCO aus Belgien. Ihre Musikrichtung ist eine äußerst schräge Kombination aus Hardcore und alternativem Poprock, ein tanzbares Metalbrett inklusive Mitsingfaktor. Klingt das musikalische Gut anfangs sperrig, stellt sich doch nach und nach ein gewisser Partyfaktor ein. Keine Frage, die Band weiß, wie man ein Publikum zum Tanzen bringt. Vielmehr liegt es heute Abend an den Linzerinnen und Linzern die etwas lahm agieren. Geschickt wird Gesang und Geschrei abgewechselt. „Putting Power to the Pauze“ und "Kill, Kill, Lolita", die zwei rockigsten Scheiben ihres neuen Albums kommen diesen Abend am besten rüber, der gute und satte Sound trägt sein Übriges dazu bei. Innovativ ist das hier allemal, musikalische Zielstrebigkeit und Entertainerqualitäten lassen die Herzen jener höher schlagen, die schon lange nach etwas mehr Abwechslung und Experimentierfreude in diesem Gitarrengenre der härteren Gangart lechzen. Diese Band sollte man in Zukunft auf der Rechnung haben!
users.pandora.be/ace1

matl
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Beitrag vom 27.01.2006
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