CATHEDRAL   ELECTRIC WIZARD   GRAND MAGUS  
15.02.2006 @ Arena

Der Doom lebt! Und das hat selten so zugetroffen wie an jenem Mittwoch, der mit CATHEDRAL, ELECTRIC WIZARD und GRAND MAGUS ein mächtiges Weltuntergangsaufgebot in die Arena schneien lies. Die Leute kamen in Scharen und quetschten sich in die gerammelte kleine Halle, die ihrem Namen ziemlich gerecht wurde an diesem Abend; Altrocker, Hippies, Death- und Black Metaller. Und es ging von Anfang an hart zur Sache:

GRAND MAGUS legten zeitig um halb neun los – und entfachten gleich das Reaktions-Feuerwerk des Abends! Mit ihren ultralangsamen Stampfern zelebrierten die drei Mannen aus Schweden ein derartig rockiges Groove-Inferno, dass ich fast schon geneigt wäre, dieses Erlebnis als eine würdige Definition von Heaviness anzuerkennen. Sicher, auch ein paar schlappere (oder wenn man so will, einfach doomigere) Teile dazwischen, doch diese dienen GRAND MAGUS letztlich nur dazu, durch minimalen Druck auf die Dynamik zu grooven wie die berühmt-berüchtigte Sau. Gewöhnungsbedürftiger die Stimme von Janne Christoffersson, die teilweise sehr stark in Hard n’ Heavy-Gefilde abdriftet, aber doch immer wieder auf rauere Modellierung umschwenkt. Live fand ich sie eigentlich sogar sehr gut, auf CD kann sie eher ein bisschen nerven... Im Großen und Ganzen also ein grandioser Einstieg.

Nachdem das Blut so bluesig-rockig in Wallung gebracht worden war, froren es uns ELECTRIC WIZARD auch schon wieder gnadenlos ein: Unglaublich zähe Wände von drogenverseuchtem, untergangssehnsüchtigem Stoner-Sludge wurden dem Publikum entgegengeschleudert. Aus den dröhnenden, vom ohrenbetäubenden Bass dominierten Lavawänden quälten sich die moribunden, apokalyptischen Lead-Fetzen und fast schon geröchelten Botschaften von Fronter Jus Oborn. Dazu dieser verquere Rhythmus... ich erlaube mir hier, kurz die Aufmerksamkeit auf Justin Greaves (Ex-IRON MONKEY), den neuen Drummer von ELECTRIC WIZARD, zu lenken: Der nette Herr schaut nicht nur aus wie eine Mischung aus Yeti und Reinhold Messner, er drummt seinen Doom auch mit Mimik und Gestik eines irren Holzfällers, und haucht den eigentlich eher schlichten, aber geschickt verschobenen Rhythmen dämonisches Leben ein. Wahnsinn... Nachteilig war nur, dass eher wenig klassische Stücke geboten wurden, darunter aber zum Glück das legendäre „Dopethrone“, das von einem Thron aus purem Haschisch erzählt. Sonst aber dominierte die unendliche Schwere und sich ihr zu beugen war Pflicht – ELECTRIC WIZARD haben sich als Live-Macht bewiesen.

CATHEDRAL wirkten im Vergleich geradezu nett; 70ies-rockiger, energischer Heavy-Doom, sympathisch klischeeorientiert – are you high? Na, waren wir wohl. Ich fand es oftmals ein bisschen sehr repetitiv und die positive Energie war mir nach ELECTRIC WIZARD fast schon ein bisschen zu viel des Guten, obwohl CATHEDRAL auch prima minimalistisch herumdoomen können, sie tun es nur nicht allzu oft. Auch die Stimme von Lee Dorian berauschte mich live nicht so, aber hey, die Band ist eine Legende, und dementsprechend wurde sie auch gefeiert. Ein passender Abschluss war’s auf jeden Fall!




marian
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Beitrag vom 18.02.2006
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