GOD DETHRONED   NATRON  
28.02.2006 @ Arena

Mit dem was zuletzt im Wochentakt an Touren in Wien Halt gemacht hat, hätten sich wohl zwei viel besser besuchte Touren oder ein mittelgroßes Festival zusammenbauen lassen. Dem war aber nicht so, also fanden sich CATHEDRAL vor einer rammelvollen kleinen Arenahalle, DISMEMBER rockten eine Woche später ein mit geschätzten 50 Leuten dürftigst besetztes Konzerträumchen namens Movimento (die Ausdrücke "Saal" oder vielleicht sogar "Konzerthalle" wären wohl schwer vermessen), eine weitere Woche drauf gaben sich nun noch GOD DETHRONED die Ehre. Erneut fanden sich etwa so viele Gäste wie zuletzt beim Auftritt der schwedischen Death Metal-Legende ein.

Den Opener machten die Italiener NATRON. Vor dem Gig verband ich mit dem Wort außer Backpulver recht wenig. Nach ein paar Takten war aber klar, wo die Sache hinging. Brachial Death Metal, voll in die Fresse und ohne für meinen Geschmack nennenswerte Höhepunkte. Lasst es mich anders versuchen: es war kein Groove da – ok. Es war keine Melodie da – ok. Es waren aber auch nicht DEICIDE oder MALEVOLENT CREATION, die brachial spielen und durch ein thrashiges Element mitzureißen wissen. Mag sein, dass es an der viel zu laut aufgedrehten Anlage lag, denn der Sound war nicht wirklich schlecht, aber der Funke sprang nicht über. Die Band wirkte – vermutlich da es sich um den letzten Abend der Tour handelte – ein wenig abgespannt, ließ sich aber durch die äußerst verhaltenen Reaktionen des Publikums, das sich großteils in der hinteren Hälfte des Raums hielt, nicht bremsen. Gegen Ende vermochten die Italiener immerhin ein wenig Gejohle nach den Songs einzufahren. Ähm, ja…
Prädikat: not my cup of tea, aber trotzdem in Ordnung.

Bei GOD DETHRONED schaute die Sache gleich ganz anders aus. Auch wenn ich mir die Frage stellen musste wieso die Holländer keine drei Monate nach ihrem Auftritt mit THE HAUNTED bereits wieder die gleichen Städte bereisen, konnten die Herrschaften rund um Henri Sattler voll und ganz überzeugen. Die vier hatten alles, was NATRON zuvor gefehlt hat: trotz aller Geschwindigkeit und Härte Tonnen an eingängigen Melodien, ohne dabei kitschig zu werden oder in einen allzu soften Bereich abzudriften und dazu eine bekannterweise große Portion Thrash. So legte man mit „Nihilism“, dem Opener vom aktuellen Album „The Lair Of The White Worm“ los, knallte dem Publikum, das inzwischen fest bangend den Weg vor die Bühne gefunden hatte, das höchst SLAYER-eske „Boiling Blood“ um die Ohren, fröhnte dem „Warkult“ und marschierte in die „Villa Vampiria“. Kurz: nach allein vier Songs war bereits mehr unterschiedliches Material zum Besten gegeben worden als während des gesamten Gigs mit THE HAUNTED, bei dem die Setlist höchst einseitig war. Die neue Mannschaft (auf dem letzten Album präsentierte sich Meister Sattler mit einer komplett neuen Besetzung – Anm.d.Verf.) lieferte einen ausgezeichneten Job ab und auch wenn NATRON zuvor ebenso sauber gespielt haben, so kam bei GOD DETHRONED im Gegensatz zu den Openern auch auf der Bühne Stimmung auf und man hatte nicht den Eindruck, die Band sei besonders erschöpft – ganz im Gegenteil. Dementsprechend wurde motiviert eine gute Stunde inklusive drei Zugaben runtergezockt. Höhepunkte waren dabei sicher die drei Songs vom „Grand Grimoire“-Album: „The Art Of Immolation“, „Under A Silver Moon“ und „The Somberness Of Winter“. Das Publikum zeigte, dass es nicht viele Leute braucht, um die richtige, ausgelassene Stimmung zu zelebrieren und die Band hatte sichtlich ihre Freude. Auch wenn das vielleicht etwas viel für ein Kalenderjahr ist – am Kaltenbach Open Air, sowie dem Anti X-Mas werden GOD DETHRONED ebenso mit von der Partie sein, wer sie also nicht gesehen hat, kann das dann nachholen…

Kommenden Dienstag werden dann, um den Wochentakt fortzusetzen NAGLFAR und DARK FUNERAL im Planet Music halt machen, diese dürften dann wohl vor etwas mehr Leuten spielen.



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Beitrag vom 06.03.2006
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