FEAR FACTORY   MISERY INDEX  
06.03.2006 @ Orpheum

Das war ein ziemliches stressiges Vorhaben. Nachdem ich um halb fünf Uhr nach Hause komme und meine Mails checke, heißt es ich soll um fünf Uhr (gerade mal eine halbe Stunde Zeit mich darauf vorzubereiten exklusive Anfahrtsweg) mit Burton C. Bell ein Interview machen. Doch der FEAR FACTORY-Tourmanager gab mir noch eine halbe Stunde mehr Zeit und so ging sich auch das Interview aus, welches demnächst auf dieser Seite erscheinen wird. Doch kommen wir nun zur „Transgression“-Tour der Amis, welche von MISERY INDEX eigeleitet wurden.

Bei MISERY INDEX war das Orpheum halb voll, füllte sich aber mit zunehmender Zeit immer mehr. Zur Musik kann ich nur sagen, dass es sich live nach astreinem Death Metal anhört, mit ein paar Grindelementen. Kein Wunder, bringen die Jungs doch ihr aktuelles Album „Discordia“ am 22. Mai über Relapse Records heraus. Dieses Label dürfte wohl in Insiderkreisen für seine Brutalo-Bands bekannt sein. Am Anfang spielten die Amis ihr Set etwas trocken herunter, doch spätestens als Jason Netherons Basssaite riss, bemühte sich vor allem der Gitarrist die kurze Pause mit einigen stimmungsantreibenden Ansagen das Publikum auf Trab zu halten. Und als er zusammen mit Drummer Adam Jarvis „Replica“ von FEAR FACTORY anspielte, hatte er wohl die Sympathien dieses Abends auf seiner Seite. Danach ging es weiter im Set und umso mehr Leute das Orpheum enterten, desto besser wurde die Stimmung. Im Gegensatz zum SOULFLY-Konzert am 5. März waren dieses Mal zwar etwas weniger Leute anwesend, was der genialen Stimmung aber nicht zu schaden schien. Nachdem das Problem mit dem Bass behoben wurde, spielten MISERY INDEY ihren zweiten Teil des Sets und die Formkurve zeigte eindeutig nach oben. Beachtlicher Applaus für eine, im Großen und Ganzen tolle Vorgruppe.

Danach begann die ca. 30-minütige Umbauphase für den Headliner. Ich persönlich sah FEAR FACTORY bereits einmal beim Two Days A Week Festival in Wiesen vor ein paar Jahren. Doch da damals das Publikum etwas breiter gefächert, beziehungsweise aus alternativen Personen bestand (nicht ausschließlich aus Metallern so wie hier im Orpheum), konnte man einen riesigen Unterschied erkennen betreffend der Stimmung. Eine wirklich gute Idee von FEAR FACTORY war als letztes Lied, bevor es wirklich losging „The Number Of The Beast“ von IRON MAIDEN zu spielen. Schon hier war die Stimmung ziemlich am Kochen. Dann kamen endlich Burton C. Bell und Co. auf die Bühne und wenn mich nicht alles täuscht öffneten sie ihr Set mit einer neuen Nummer aus der „Transgression“-Periode. „540,00° Farhenheit“ und unter anderem „Contagion“ wurden von eben diesem Album ebenfalls dargeboten. Doch wer nun glaubt, dass ausschließlich neues Material gespielt wurde, ist gewaltig auf dem Holzweg. Es wurden von wirklich jedem Album Songs gespielt und es fehlten kaum Klassiker. Angefangen von „Lynch Pin“, über „Cyberwaste“ bis hin zu „Martyr“ wurden wirklich aus jeder Epoche einige Stücke dargeboten. Natürlich durften auch „Demanufacture“, „Replica“ oder vom Album „Obsolete“ die Klassiker „Edgecrusher“, „Shock“ und „Descent“ nicht fehlen. Das Orpheum war ziemlich voll, jedoch nicht überfüllt. Man konnte zu jedem Zeitpunkt des Gigs an jede Stelle problemlos hingelangen. Burton C. Bell war sichtlich begeistert von der guten Stimmung, zeigte seinen nackten Oberkörper (kein Wunder bei diesen Temperaturen) und nachdem der Titelsong des vorletzten Albums „Aschetype“ gespielt wurde, konnte man die Menge noch einige Zeit danach „Open Your Eyes – Open Your Eyes“ nachrufen hören. Ich lernte auch (wie schon so oft im Orpheum) ein paar Slowenen kennen, die für die richtige Stimmung und ein ordentliches Moshpit sorgten. Das ist ein Phänomen, welches ich schon seit Jahren beobachte: Kaum spielt eine halbwegs gute Band in Graz, kommen ur viele Slowenen, Italiener und so weiter ins Orpheum. Wenn wir diese heißblütigen Leute nicht dabei hätten, wäre die Stimmung bei einigen Konzerten nur halb so stark! Gut 75 Minuten ließen sich FEAR FACTORY Zeit für ihren Auftritt, um als Zugabe eine kleine Überraschung zu bieten. Mit dem ruhigen Rauswerfer der „Obsolete“-CD namens „Timelessness“ zeigte uns der Frontman einmal mehr sein Können. Nach den wilden Songs zuvor eine ganz gute Idee. Natürlich merkt man, dass Burton mit Effektgeräten arbeitet, aber mehr dazu im Interview.

Lediglich Klassiker wie zum Beispiel „Invisible Wounds (Dark Bodies)“ oder „No One“ haben mir gefehlt. Doch nach so einer einwandfreien Leistung möchte ich nun nicht zum Lästern anfangen. Denn das FEAR FACTORY-Konzert war um Klassen besser als das auf dem Two Days A Week Festival und machte richtig Spaß! So neigte sich einmal mehr eine geniale Metalnacht ihrem Ende zu. Aber jeder Anwesende verließ das Orpheum mit einem Grinsen auf dem Gesicht…
www.fearfactory.com

Gunther
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Beitrag vom 29.03.2006
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