MONSTROSITY   DEEDS OF FLESH   VILE   IMPALED  
22.04.2006 @ Orpheum

Wow, was für ein Package! Das haben sich offensichtlich nicht wenige gedacht, und so durfte sich das Grazer Orpheum an diesem Samstag auf eine geballte Ladung Death Metal-Sickos freuen, von denen nicht wenige den weiten Weg von Wien aus angetreten waren, so wie auch wir (Ab und an dürfen auch wir Wiener mal in die Provinz pilgern :P Anm. Macabre). Aber hey, wenn die versammelte Speerspitze des brutalen Ami-Death Metal ruft, dann muss man kommen! Die einzigartige Brutalität von DEEDS OF FLESH und VILE steht ja sowieso außer Diskussion, und MONSTROSITY sind altgediente Klassiker des Genres - ich sage aber vor allem Dingen: IMPALED!!! – um so mehr, als dass in den letzten Jahren gleich beide Wien-Termine geplatzt sind...

IMPALED, die wahnwitzigen Pathologen im Zeichen des Anti-Hippokratischen Eides, Schöpfer eines Prototypen wahrhaft zombischen Deathgrinds, einzige legitime Fortführer der glorreichen mittleren Phase von CARCASS. Auch wenn IMPALED es laufend in ihren von tiefschwarzem, großartig abgedrehten Humor geprägten Interviews dementieren – so schön hat seither niemand mehr zwei wundervoll melodische und gleichzeit ätzend kranke Gitarren, bitterbösen Wechselgesang und unwahrscheinlich groovende Rhythmik kombiniert, perfektioniert und in fanatischem Enthusiasmus live präsentiert! Außerdem schauen IMPALED in Echt tatsächlich noch etwas schräger aus als auf den an sich schon ziemlich argen Promofotos. Ein Genuss, der von der legendären (vor allem weil grottenschlecht aufgenommenen) „The Dead Shall Dead Remain“ über die großartige „Mondo Medicale“ bis zur aktuellen und auch nur im Schatten des überragenden Vorgängers etwas schwächeren „Death After Life“ reichte – trotzdem 7 Punkte, wie hier nachzulesen ist. Außerdem wirklich geiler Sound, einzig die Stimme war nicht optimal vernehmbar.

Das größte Highlight gleich zum Anfang – eigentlich schade... wäre ich nicht noch paralysiert gewesen von der Macht IMPALEDS, wäre ich bei VILE wohl herumgehüpft wie ein kleines Kind: Mörderischer Blast-Death, wie er im Buche steht; unglaublich trocken und in faszinierend unberührter Attitüde aus dem Ärmel geschüttelt. „A New Age Of Chaos“ kam ebenso zum Zug wie „Stench of the Deceased“ und „Depopulate“ – auf dieser grandiosen Scheibe kam ja Mr. Blond aus Tarantinos „Reservoir Dogs“ intromäßig zu Wort; mal sehen, ob sich die kalifornischen Wüteriche demnächst an „Hostel“ vergreifen. Der soll ja äußerst brutal geworden sein – für die Urgewalt VILES also gerade mal recht.

Ring frei für DEEDS OF FLESH: Ungleich gesellt sich gern - zu den zwei polierten Stirnflächen von Erik und Mike zur Überraschung gleich zwei langhaarige Gesellen. Neben Jacoby am Bass durfte man auch einen zweiten Gitarristen in der Runde willkommen heißen - eine Erneuerung, die natürlich kaum Auswirkungen auf das monotone aber dennoch brachiale Gehämmere hatte, aber zumindest der Bühnenshow etwas mehr an Abwechslung zu verpassen wusste. Abgesehen davon, die DEEDS wüteten wiedermal vorbildlich; Knochentrocken und markerschütternd infernalisch schmiedeten sie - getreu dem Songtitel „Hammer forged Blade“ - mit gnadenlosem, beinahe apathischem Blast-Gehämmer eine messerscharfe Klinge kalten Death Metals. Richtige „Tits of Flesh“ eben – kein Gefake, einfach nur pure, perverse Lust am Brutalen.

Der Abend ging zügig voran, und es war noch sehr früh, als sich dieser Wirbelsturm gnadenloser auditiver Gewalt legte und Platz gemacht wurde für einen ausführlichen Showdown der Headliner MONSTROSITY. Alte Meister, geübte Recken, klassisch brutal – aber nach dem Vorangegangenen konnte das - zumindest bei mir - nur mehr mäßige Reaktionen hervorrufen. MONSTROSITY waren keinesfalls schlecht – aber die ersten drei Viertel des Abends gehörten zum Besten, was an brutalem Death Metal je in unseren Landen gespielt wurde.

(... was zweifelsohne nicht nur am etwas überheblichen Gehabe der Band lag; Auch soundtechnisch ging der Auftritt weitgehend ok - kleinere Mankos gerade an der Stimme mögen verziehen sein -, allerdings wussten gerade die stimmlichen Leistungen nicht so sehr zu überzeugen, wie auf den jeweiligen Langrillen. Abgesehen davon: Nach IMPALEDs krank-morbiden Pathos, der ureigenen Brachialgewalt von VILE und dem fiesen Gemetzel von DEEDS OF FLESH noch einen draufzusetzen, hierzu wären wohl nur wenige Bands in der Lage gewesen - MONSTROSITY jedoch nicht. - Anm. Macabre)


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marian
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Beitrag vom 04.05.2006
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