METAL ZONE KALTENBACH PT.2: DARKFALL   MOLOKH   FOB   RITES OF UNDEATH   DEVANIC    EYETOLEGY    MISANTHROPIC MIGHT   
13.05.2006 @ ESCAPE Metalcorner

Wenn die T-Shirt-Saison anbricht, dann schwindet auch der Wille, sich in dunkle und kalte Kellerlöcher zu begeben. Auch, wenn dort ein erkleckliches Package Underground-Metal auf den geneigten Hörer harrt – es wird einfach Zeit für Freiluft-Musikgenuss. Doch bis zum Kaltenbach Open Air sind es noch zwei Monate... Unwillen vor kalten Kellern hin oder her, der KV Kaltenbach wärmte uns an diesem Abend schon mal vor – und bot Gelegenheit, von den für dieses Jahr anstehenden Sommernachtsdelirien zu träumen.

Der Keller, von dem die Rede ist, ist natürlich der des Escape – der anlässlich der METAL ZONE KALTENBACH Pt.2 wieder eröffnet wurde, was trotz der genannten jahreszeitlich bedingten Unannehmlichkeit ein Grund zur Freude ist. Die kleinen technischen Mängel, die die vorübergehende Schließung erforderten, dürften behoben sein, und vielen weiteren Konzerten in diesen heiligen Hallen nichts entgegenstehen. Auch gut: die Bühne ist leicht erhöht worden, was die Übersicht aus hinteren Reihen doch sehr begünstigt.

Zur Bandübersicht:

MISANTHROPIC MIGHT mussten die undankbare Aufgabe übernehmen, um 17:30 vor noch spärlichem Publikum loszurocken. Angesichts der Lage war den Misanthropen ihre mäßige Begeisterung deutlich anzumerken, dennoch mangelte es dem rasenden Black Metal nicht an professioneller Sauberkeit.

EYETOLEGY waren mir ein bisher unbeschriebenes Blatt: Das Auftreten samt psychopathischem Gehabe des wohlgenährten Sänger-Bröckerls war sympathisch, den rumpeligen Deathgrind der Band fand ich aber weniger überzeugend.

DEVANIC kenne ich hingegen vom letztjährigen COMMERZOPHOBIA – ah, Erinnerungen! Melodischer (Neo-)Thrash/Death stand auf dem Programm, was meine Schublade nicht ganz ist; den musikalischen Fähigkeiten der Band ist jedoch Respekt zu zollen; besonders der Schlagzeuger hat einiges auf dem Kasten. Man beachte die neue CD „Mask Industries“.

Bei den RITES OF UNDEATH ging es wieder in eine traditionellere Death-Richtung, ziemlich melodisch und eher getragen. Finde ich leider etwas zu lahm...

...F.O.B. hingegen (wie die RITES OF UNDEATH auch tschechischer Herkunft) zeigten mit zackiger und recht technisch-progressiver Arbeit deutlich mehr Zähne. „Schizo Blast Metal“ nennen sie selbst das – auch mal eine nette Bezeichnung.

Bei MOLOKH wurde es dann so richtig gut: Die Wiener Todeskapelle ist zwar gerade frisch aus dem Ei geschlüpft, doch schon in diesem zarten Alter ein respektables Monster. Kein Wunder, setzt sich das bizarre Küken doch aus kampferprobten Teilen zusammen (unter anderem Ex-ESOPHAGUS-Alex am Bass). Der Sound war leider suboptimal, vor allem das Schlagzeug arg leise, doch war die hohe Qualität der Ware eindeutig zu erkennen. MOLOKH werden in Zukunft noch so manchen Fan von technischem und brutalem Geschredder in ihren Bann ziehen, da bin ich mir sicher!

DARKFALL krönten dann den Abend mit einem Häubchen sehr feinen Melodic-Thrash/Death. Es stimmt schon, was Kollege Kronos im Review zur aktuellen Promo „Phoenix Rising“ sagt – das musikalische Schaffen von DARKFALL strotzt vor Heavy- beziehungsweise klassischen Metal-Einflüssen, wirkt dabei aber keineswegs altbacken, sondern sehr dynamisch und kraftvoll. Die musikalischen Fähigkeiten der DARKFALL-Jungs sind sowieso über alle Zweifel erhaben, und Vokalist Spiwi (der „Master of Disaster“) setzt sein Organ erfreulich variabel ein. Als nette Zugabe wurde uns eine thrashige Version von BLACK SABBATHs „Paranoid“ kredenzt, bei der sich Gitarrero Sascha mit dem GODDAMNED X-Sänger Helmut die Gesangsarbeit teilte; der Abschluss wurde obligatorisch mit SEPULTURA zelebriert.




marian
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Beitrag vom 19.05.2006
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