EMIL BULLS   F.B.I    CRUCIBLE   KARMA KILLER  
06.05.2006 @ Alter Schl8hof

Schon im März des Jahres 2004 initierte die unverwüstliche Welser New/Thrash Metal-Kombo F.B.I. eine Benefizshow, deren Erlös direkt der Tierschutzorganisation PETA zufloss: Diese international tätige Einrichtung macht mittels Aufsehen erregender Kampagnen besonders gegen Tierversuche, Massentierhaltung, die Weiterverarbeitung von Tierpelzen zu Kleidung mobil und konnte dabei - wenn man von einer äußerst unrühmlichen Aktion in Deutschland absieht - insofern bemerkenswerte Erfolge verzeichnen, indem unzählige Interessenden in den jeweiligen Zielgruppen für diese Problemfelder sensibilisiert und in weiterer Folge zur Unterstützung animiert werden konnten.

Neben den beiden lokalen Formationen CRUCIBLE und KARMA KILLER gelang es den Verantwortlichen, auch einen besonders fetten Fisch an Land zu ziehen: Nämlich eine der anerkanntesten deutschen Aushängeschilder der Sparte Alternative/New Metal. Die Rede ist natürlich von den EMIL BULLS..

Die große Ehre den musikalischen Part diese bunten Abends einzuläuten, blieb der Gruppe KARMA KILLER vorbehalten: Hierbei handelt es sich quasi um das Nachfolgeprojekt der schon vor geraumer Zeit verwelkten Gruppe MIND GALLERY, die Mitte der 90er vor allem im oberösterreichischen Zentralraum für Furore sorgte, und unter anderem für PSYCHOTIC WALTZ das Vorpogramm gestalten durften. Von der ursprünglichen Besetzung sind heute freilich nur mehr der umtriebige Sänger Richtie Krenmaier (Ex-STYGMA IV, DELLA STREET uvm.), Gitarrist Michael Hackl (DELLA STREET) und Charlie Sulzner am Bass übrig geblieben, das Line-Up ergänzen weiters noch Mario Sterns (g) von GALLERY OF SOUND sowie Drummer Simon Gattringer, der bis vor kurzem ebenfalls bei eben erwähnter Kombo die Stöcke schwang. Stilistisch knüpfen KARMA KILLER weitgehend nahtlos an den Power/Pogressive Metal-Sound längst vergangener MIND GALLERY-Tage an, beziehungsweise wird deren Erbe insofern weitergeführt, indem so manche verstaubte, alte Songperle hervorgekramt, blank geputzt und dem staunenden Publikum serviert wurde. Die Herren beherrschen ihr Handwerk sichtlich perfekt, und fühlen sich allesamt dem Heavy Metal klassischer Prägung verpflichtet. Man spürte förmlich den riesengroßen Enthusiasmus der Akteure, und feine Power Metal-Hymnen wie "Last Reflections" oder "Sea Of Temptations" wurden von der zu diesem Zeitpunkt noch kleinen Audienz mit entsprechendem Feedback gewürdigt. Ein gelungener Einstand der Band, denn diese feierte just an diesem Tag ihre Livedebüt.

Es folgten CRUCIBLE, ebenfalls in der Messestadt ansässig, die zuletzt beim ABC gehörig abräumten, und augenscheinlich auch in ihrer Heimatstadt in den letzten Monaten laufend neue Fans rekrutieren konnten. Die vier Mitglieder der Gruppe bewegen sich ideologisch im Dunstkreis einer hiesigen Freikirche, und nutzen naturgemäß die Ansagen zwischen ihren Songs für kurze Verweise auf die immense Bedeutung ihres Glaubens für ihr Leben.
Eine musikalische Zuordnung fällt im Falle von CRUCIBLE weitaus schwerer, zumal sie sich die Jungs bewusst zwischen den gängigen Stilschubladen positionieren: New/Alternative Rock sind allerdings schon einmal wichtige Anhaltspunkte, um sich dem Soundspektrum der Band ein wenig anzunähern. Mal eher melodiös bis grungig dahinschleichend, um im nächsten Moment wieder erbarmungslos dahinrockend. So in etwa könnte man das geschaffene Klangbild mit wenigen Worten umreißen, das sich ständig inmitten eines Weiterentwicklungsprozesses wiederfindendet, denn neuerdings bescheren gar Keyboardparts, die Erinnerungen an so manche DEEP PURPLE-Komposition in den 70er wachrufen, dem Gesamtsound ein latentens 70er-Flair.
Zwar erwies sich die Show wieder als durchaus ansprechend, aber beispielsweise an jene starke Darbietung beim Rock im Sixpack-Festival im Herbst letzten Jahres konnten die Jungs dieses Mal in meinen Augen nicht ganz aufschließen, was eventuell auch auf das Fehlen ihres Gitarristen, der das Geschehen im Publikum mitverfolgte, zurückzuführen sein könnte.

Als vorletzte Band durften die werten Herren Veranstalter, heute in einer Art Doppelfunktion agierend, die Bretter entern. Gemeint sind natürlich "FAR BEYOND INNOCENCE", früher auch unter dem Banner "FIVE BLIND IDIOTS" firmierend, oder kurz und bündig: F.B.I. Seit 1998 existent, und aus den Überresten der einstmals zumindest in hiesigen Undergroundkreisen legendären ARMOURGEDDON entstanden, gelingt es den Mannen um Frontmann Vermes alias Konrad "Wurmi" Wurm immer besser, die Gunst der Fans auf sich zu lenken: Agierten Wurm und Co. vor etwa vier bis fünf Jahren selbst bei Heimspielen meist vor vor ein paar Dutzend Zuhörer, so ist die Audienz bei F.B.I. bei den Show der Gruppe im Laufe der Jahre um ein Vielfaches angewachsen, und auch die Begeisterungsfähigkeit der Anhänger stieg proportional dazu stetig an. Die Setlist umfasste erneut eine gesunde Mischung aus alten Hadern der ARMOURGEDDON-Ära wie "Brainsucker" und Stücken neuer Datums wie etwa "Just a little lie", der höllisch groovende New/Trash Metal-Sound der nicht nur des Outfits der Protagonsisten wegen (Gasmasken usw.) stellweise an SLIPKNOT erinnert, konnte jedenfalls die Meute vor der Bühne schnellstens in ihren Bann ziehen, und zu entsprechenden Bewegungen mobilisieren.

EMIL BULLS aus dem benachbarten Bayern sind längst gerne gebuchte Gäste auf Oberösterreichs Bühnen. So gastierte man bereits mehrmals im Linzer Posthof, aber beispielsweise auch beim "Trainspotting"-Festival 2003 im nahen Eferding fungierte die deutsche Combo als Headliner. Etwa 400 Besucher hatten an diesem Abend die Kasse des Schl8hof passiert, um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Ein resptektabler Besucherzustrom zwar, aber die sicherlich nicht unberechtigten Erwartungshaltung seitens der Veranstalter, den Schl8hofsaal unter Umständen vielleicht sogar gänzlich füllen zu können, sollten sich leider nicht bewahrheiten.

Egal, EMIL BULLS trugen es jedenfalls mit Fassung, und rockten munter und leidenschaflich drauflos, und in Windeseile sprang der vielzitierte Funke auch schon auf das Publikum über, das den Bayern selbstverständlich das nötige Maß an Respekt zollte, das ihnen einfach zusteht. EMIL BULLS verstehen es einfach glänzend, ihren Fans eine schweißtreibende, energiegeladene Show zu garantieren, die auch an diesem Tag nicht mit Höhepunkten geizte: Eine bunte Mixture aus den immer wieder gefeierten Auszügen aus dem Coverversionenrepertoire der Band wie "Take on me" (A-HA), "Symphony of Destruction" (MEGADETH)). Aber vor allen Dingen ein ausgewogenes Konglomerat aus aus altem Stoff wie "Smells Like Rock `N` Roll" und "Leaving You With This" sowie neuem Stoff wie "Porcelain" und "Underground derletzten beiden Alben ließ prinzipiell keinerlei Wünsche unerfüllt, und die Band kam auch artig der Forderung nach Zugaben nach. Generell ist festzuhalten, dass EMIL BULLS trotz all der Erfolge die Bodenhaftung mitnichten verloren haben, und auch ohne Fotograben auskommen, das heißt ohne Securities eine Show darbieten, und obendrein auch noch heutzutage ihre jeweiligen Alben zu leistbaren Preisen feilbieten. Um ein kurzes Fazit zu ziehen: Ein gelungender Abend mit überaus starken Bands, die sich wesentlich mehr Andrang verdient hätten.
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Hutti
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Beitrag vom 29.08.2006
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