TUSKA 2006 - TAG3: CELTIC FROST   SODOM   SWALLOW THE SUN   TAROT  
02.07.2006 @ Kaisaniemi, Helsinki

TAG 3 – das Leiden hat ein Ende (zumindest für dieses Jahr)…

Nachdem zweiter Tag und Nacht mehr oder weniger gut überstanden wurde, öffneten sich die Tore des Leidens ein letztes Mal für dieses Jahr. Und auch diesmal war für jeden etwas im Package vorhanden. Den Start machten VERJNUARMU, welche mich schon auf der FME in ihren Bann zu ziehen vermochten. Die Aufmachung der Band ist hier weniger Bedienung irgendeines Klischees, vielmehr bildet hier Musik und Bühnenoutfit eine Einheit ohne damit aber besonders „Evil“ oder sonst wie wirken zu wollen. Hier passte einfach die Kombination zu den zwischen Heavy Metal und harten Passagen glänzenden Songs, welche immer wieder mit orchestralen Chören aufhorchen ließen und den Liedern ein besonderes Flair, mit teilweiser „Schunkeltauglichkeit“, verliehen. Definitiv neben SWALLOW THE SUN der Tipp des Tages!

Als nächstes folgte eines von drei Urgesteinen des heutigen Tages. Den Anfang machte die deutsche Thrash Metal-Legende SODOM, welcher ebenfalls ihr Kultstatus hervoreilte und die sichtlich Spaß am Auftritt vor finnischem Publikum hatten. Die Band rund um Frontstreiter Tom Angelripper, welche ihr neues, selbstbetiteltes Album im Rücken hatte, spielte munter drauflos und auch der eine oder andere Gassenhauer schaffte es in die Playlist. So wurde wirklich jeder bedient und es konnte das Tempo für SWALLOW THE SUN gedrosselt werden. Als Opener fungierte „The Giant“, welcher auch schon den Start des des Zweitlings „Ghosts Of Loss“ bildete. Man transferierte die Stimmungen der Alben mehr als gekonnt auf die Bühne und so wurde man durch ein Wechselspiel aus Emotionen geleitet- von erdrückender Schwere, über Trostlosigkeit, Aggression und dem immer wieder aufkeimenden Hoffnungsschimmer. Hier ist eine wirklich einzigartige Band am Aufstieg zum Doom Olymp und spätestens Anfang Februar, zum Erscheinen des nächsten Geniestreichs wird der Winter seine schönste Seite entfalten.

Teil Zwei der Urgesteine bildeten TAROT rund um Sänger und Bassist Marco Hietala (NIGHTWISH) die bereits seit den frühen Achtzigern ihr Unwesen in der finnischen Heavy Metal Landschaft treibt. Hier konnte sich der Bassist voll entfalten und spielte all seine Gesangeskünste aus. Heavy Metal Fans sollten sich diese Band einmal zu Gemüte führen, da es sich hier um eine der Größen dieses Genres aus Finnland handelt und man bekommt hier einiges geboten. So war auch dieser Liveauftritt eine wahre Freude.

TIMO RAUTIAINEN & TRIO NISKALAUKAUS ist tot, lang lebe TIMO RAUTIAINEN. So in etwa konnte man diesen Bandwandel verstehen. Geändert hat sich hier allerdings einiges. Mit an Bord dieser neuen Allstarband sind Größen wie der ehemalige CHILDREN OF BODOM Gitarrist Alexander Kuoppala, NIGHTWISH Mastermind Tuomas Holopainen, dem finnischen Schauspieler Jussi Lampi am Schlagzeug und natürlich Timo Rautiainen selbst, der auch hier mit seiner Stimme den Songs seinen Stempel aufdrückte. Auch soundtechnisch hatte man sich verändert und tendierte hier doch eher in die Richtung Rock und seinen Variationen. Qualitativ sicher nicht schlecht, jedoch auch nicht wirklich aufregend. Mir persönlich hatte die Band und deren Musik in alter Zusammensetzung besser gefallen, Live hatte man nichts verlernt und bot auch diesmal ein unterhaltsames Set.

Das Ende des Tages, des diesjährigen TUSKA und ebenso in meiner Kategorie Urgesteine lieferten CELTIC FROST ab. Und es war ein gelungener Auftritt den die Pioniere hier ablieferten. Besonders der Anblick von Mister Fischer mit seiner Mütze war ein Hit, verglichen mit Photos aus der alten Zeit. Mit „Monotheist“ hatte man auch ein neues Album am Start, welches es zu promoten galt und es wurde sich ordentlich ins Zeug gelegt und hier wurde ersichtlich, warum diese Band als Einfluss so vieler nachfolgender Größen der Neuzeit gilt.
Und weil alles ein Ende haben muss, schloss auch das TUSKA seine Pforten und mit der nachfolgenden genialen Aftershowparty, mit AMORAL, hatte das Leiden für dieses Jahr endgültig sein Ende…


FOTOS + E-CARDS
www.tuska-festival.fi

Harald
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Beitrag vom 20.10.2006
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