DOZER   MESSER CHUPS   SUMA   ULTRAPHALLUS  
08.11.2006 @ Arena

Der Stoner Rock lockt! Also wird auf den kommenden Werk-Donnerstag kräftig geschissen und der Mittwoch in den heiligen (kleinen) Hallen der Arena zum Wochenende gemacht. Klare Sache, wenn so hochkarätige Edel-Sludge-Streiter wie DOZER locken. Dass diese angesichts der im Schlepptau geführten Freakshow fast schon zur normalsten Band des Abends verkamen, machte die Sache nur noch interessanter …

ULTRAPHALLUS zeigten schon mal die Marschrichtung vor: Schleppender Doom mit elektronischen Manipulationen und einem hyperaktiven Sänger, der dem Bandnamen a) bekleidungstechnisch („U“ auf Shirt) und b) – erraten – körpersprachlich sehr gerecht wurde. Die Halle begann sich zu füllen …

… und alsbald zu fragen: Was macht der da?!? Tantra-Turnen oder LSD-Geister fangen wären mögliche Erklärungen für die seltsamen Bewegungen des SUMA-Sängers, der wohl nicht nur von ein paar wenigen des Schwachsinns verdächtigt wurde. Aber bald wurde offenbar, dass SUMA sehr wohl wissen, was sie tun, denn es brach ein tonnenschweres Doom-Gewitter über uns herein, das ich kaum zu beschreiben wage. Kurz: SUNN O))) mit wirklich abartigem Drumming – zwei getötete Sticks sprechen für sich. Wahnsinn! Ich verweise auf das Review der aktuellen Scheibe „Let The Churches Burn“.

Bei den MESSER CHUPS wusste ich dann nicht mehr, ob ich lachen oder weinen, es blöd oder geil finden, es ernst nehmen sollte oder nicht. Der Russe Oleg Gitarkin stand mitsamt seiner ansehnlichen Bassistin recht verloren auf der leer geräumten Bühne und dudelte über Sample-Stränge gesanglosen „post-easy-listening“ Vampir-Polka-Beat. Auf der Leinwand liefen Szenen aus alten Horrorschinken, doch Olegs Necrobeatle-Matte übertraf sämtliche Horrorbilder. Ein verdutzt glotzendes Publikum wippte leicht verwirrt, aber anerkennend mit.

DOZER waren, wie erwähnt, auf so etwas folgend regelrecht normal. Dennoch wurden die Schweden mit ihrem virtuos gespielten, furztrockenen Stoner- bis Psychedelic-Rock-Sound der Headliner-Position mehr als gerecht. In ausgiebigen Solo-Orgien durfte die gesamte DOZER-Truppe die musikalischen Muskeln spielen lassen. Dank erdigem Blues im Blut und einer verteufelt ansteckenden Spielfreude verkam das Spektakel jedoch nie zum Selbstzweck, und DOZER zogen triumphierend vom Schlachtfeld.




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marian
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Beitrag vom 15.11.2006
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