SOLACE   DOOMRAISER   VORTIGAN   
23.05.2007 @ ESCAPE Metalcorner

Es werde Doom! Mit SOLACE, DOOMRAISER und den Lokalheroen VORTIGAN war dieser Mittwochabend im Escape nicht weniger als Geburtstag und Weihnachten zugleich für den lechzenden Doomhead. Denn obwohl das Genre im Rahmen seiner absolut undergoundigen Randexistenz geradezu aufzublühen scheint ist ein reinrassiges Doom-Konzert ja noch immer nichts Alltägliches…

Aber, wie gesagt, totaler Underground ist es und muss es wohl bleiben, und so war die herangepilgerte Schar heute nicht sehr zahlreich – dafür aber um so begeisterungsfähiger: Als VORTIGAN ihren Opener-Job angehen, befinden sich geschätzte 95% der Anwesenden im vorderen Drittel des Konzertraums. Oder eher 94 bzw. 96%, sonst halbieren wir Leute…

Aber Blödsinn beiseite; VORTIGAN überzeugen mit ihrem Spiel – ich wage zu wetten, dass hier große REVEREND BIZARRE-Jünger am Werke sind, denn die genialen Finnen (RIP!) spiegeln sich sowohl in der minimalistischen, verbissen orthodoxen Instrumentalarbeit sowie in der Stimme. Diese ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, einerseits sehr stark in den Vordergrund gemischt, andererseits in den hohen Lagen manchmal etwas abenteuerlich unterwegs. Dafür passt das Stageacting perfekt – man könnte meinen, Messiah Marcolin junior stünde vor einem!

Dann kommt’s richtig dicke: Die DOOMRAISER, bekannt von ihrem Monastery-Auftritt im November, zerholzen alles, wirklich alles, mit derbst rockendem Doom! Die Songs sind unerhört groovig und mitgehtauglich, aber irgendwie schaffen es die Italiener, dass ihre Musik zu 100% hart und ehrlich bleibt. Man möchte fast von MOTORHEAD-Doom sprechen, nicht nur wegen dem exquisiten Truck-Kühlergrill des Bassisten. Nur so eine Band darf sich nach einem ganzen Genre benennen, und wahrlich: Die Hölle lag in diesen Minuten keinen halben Meter mehr tief, heraufbeschworen von DOOMRAISER eine Orgie aus endzeitlichem Sex, Drugs and Alcohol! Begeistertes Publikum, fliegende Matten, Chöre und selbstverständlich eine fette Zugabe! Achja, was war mit der Stimme? Recht leise, aber perfekt integriert, melodisch und doch so rau und bluesig, dass ich glatt an Phil Anselmo denken musste.

Konnten SOLACE das noch toppen? Zumindest mir ein unbeschriebenes Blatt, schafften es die amerikanischen Urgesteine zumindest gleichzuziehen. Obzwar der Sänger, augenringig und an eine Wasserflasche geklammert, über schwere Stimmprobleme klagte (vermutlich gröber verkühlt) und vorzeitig die Bühne verlassen musste, war die Show ein Hit. Weniger Doom, mehr Stoner Rock; Tempo etwas angezogen und das Blut voller Südstaaten-Whiskey, Motoröl an den Eiern – GOATSNAKE lassen grüßen! Und als Krönung PENTAGRAMs „Forever my Queen“ inklusive endlosem Gitarrenduell-Showdown – High Noon um 11 Uhr Abends.

Nicht nur Veranstalter Willi, sondern auch den Bands gebührt ein Kniefall für diesen Abend!


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escape-metalcorner.at

marian
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Beitrag vom 25.05.2007
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