DEVILDRIVER   GOD FORBID   THE SORROW  
30.09.2007 @ Arena

DEVILDRIVER sind wieder da! Der brachiale Hexenkreisel dreht sich gerade um die Welt und gastierte mit neuer CD im Gepäck in der Wiener Arena. Mit an Bord durften THE SORROW und GOD FORBID, was sich als taktisch kluge Wahl herausstellen sollte.

An den Kopf geklebte Scheitel, alte T-Shirts und Enge Hosen. So präsentierten sich die österreichischen Ausnahmetalente von THE SORROW und eröffneten den Reigen. Standen sie anfangs noch mit recht weichen Knien vorm Publikum, kamen sie ziemlich schnell in Fahrt und zündeten eine Metalcoregranate, die mit amerikanischen Vorbildern locker mithalten kann. Mit dem besten Sound des Abends lieferten sie eine beinahe Profi-Show ab, nur die Ansagen schienen noch recht unlocker von der Hand zu gehen: „Wir sind THE SORROW aus ÖSTERREICH“ war nett gemeint, die geographische Zusatzinfo hätten die meisten im Saal wohl auch am Dialekt erkannt. Den Vorarlbergern gebührt aber größter Respekt: Die Band bewies absolute Einheizerqualitäten und wurde ihrem Ruf als sehenswerte Liveband wiedermal gerecht. Unaufgefordert startete das zahlreich anwesende Publikum schon nach wenigen Takten Circlepit um Circlepit. Auch die bei Metalcore kaum wegzudenkenden Turnübungen wollten nicht fehlen, wogegen auch die Ansage des Bassisten Tobi: „Kein Kickboxen bitte, No Violent Dancing!“, wenig half.

Der Slot zwischen der Sorrow-Show und dem Headliner war für GOD FORBID eine, sagen wir mal, undankbare Startposition. Die Meßlatte lag sehr hoch und konnte beim dritten Österreichbesuch der Band auch nicht überboten werden. An diesem Abend lief einiges schief. Die Songs kamen für die Maßstäbe der anderen Bands im Tourpacket einfach zu unaggressiv rüber. Was mitunter auch am Sound lag. Stellenweise waren die Gitarren viel zu leise, das Schlagzeug war zwar knackig, jedoch in Folge viel zu laut. Dem Gesang hat die Dominanz auch nicht unbedingt immer geschmeichelt. Sänger Byron nahm es teilweise mit dem Text nicht so genau, auch Einsätze schienen ihm ab und zu zweitrangig zu sein. Nichts desto trotz wirkte die Band gut eingespielt, zumindest an den Instrumenten. Als GOD FORBID 2004 vor MACHINE HEAD in Linz spielten hatten sie zwar einen EXTREM miserablen Sound, trotzdem ist vom damaligen Gig mehr bei mir hängen geblieben als von diesem. Auch bei ihrem Auftritt vor THE HAUNTED 2005 in der Wiener Szene hat mir die Band viel besser gefallen.

Für DEVILDRIVER hätte der bisherige Abend allerdings nicht besser laufen können. Die Halle war von THE SORROW bereits gut vorgeheizt und nach dem durchwachsenen Auftritt von GOD FORBID erwartete das Publikum jetzt ungeduldig den fulminanten Höhepunkt des Abends:

Zum Anfangsgedudel von “End Of The Line” betraten Dez Fafara plus Band die Bühne. Unter tobendem Applaus setzte sich John Boecklin hinter sein DDrum Custom Set im „The Shining“-Look (Here comes Johnny!), Jon Miller und Mike Spreitzer schwangen alsbald ihre Köpfe um die Wette und waren um Aufmerksamkeit bemüht, auch Jeff Hendrick wagte sofort den Ausfallschritt zur Blutgrätsche, doch scheint’s vergeblich: alle Augen waren auf Dez gerichtet. Der kleine Mann beansprucht die Gunst des Publikums mit seiner enormen Präsenz komplett für sich, und spätestens wenn er seine infernalischen Laute ins Mikro bellt, frisst ihm die Halle aus der Hand. Unter diesen Vorraussetzungen packte die Band einen Hit nach dem anderen aus und dem einen oder anderen im Publikum fiel die Entscheidung schwer, ob er jetzt gleich crowdsurfen oder vorher lieber doch noch ein paar Runden im Kreis hüpfen sollte.

Die Setlist sah mehr oder weniger so aus:
End Of The Line eignete sich hervorragend als Opener, es folgten u.a. Driving Down The Darkness, Hold Back The Day, I Could Care Less, Sin And Sacrifice und am Schluss Swinging The Dead. Zwischendrin wurden auch vier Songs vom neuen Album „The Last Kind Words“ gespielt (von denen ich nur drei identifizieren konnte): Head On To Heartache, Clouds Over California und Not All Who Wander Are Lost.


FOTOS + E-CARDS
www.devildriver.com/

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Beitrag vom 05.10.2007
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