ROADTRIP TO OUTTA SPACE - TAG 1 (ALABAMA THUNDERPUSSY   FIREBIRD   SOLRIZE)  
07.11.2007 @ Arena

Im Zuge des Themenherbstes „Roadtrip to outta Space“ fand in der kleinen Arena ein dreitägiges Stoner-/Wüsten-/Wieauchimmer-Rock-Festival statt. Headliner des ersten Abends waren ALABAMA THUNDERPUSSY, die den Kampf um den Titel der Hauptattraktion nur knapp gegen FIREBIRD für sich entscheiden konnten.

Den Anfang machten SOLRIZE aus Wien. Nicht nur optisch wirkte die Band wie VOLBEAT auf Valium: Bis auf den Drummer verhielten sie sich recht bewegungsarm, was mitunter auch erklärt, warum sich das Publikum geschlossen in die hintere Hallenhälfte drängte und der Platz vor der Bühne somit komplett leer blieb. Musikalisch erinnerte mich SOLRIZE an eine recht einfach gestrickte Hochglanzversion von BLACK SABBATH. Der ein oder andere Anflug von Komplexität und Mut zu mehr eigenen Riffs würde der Band sicher nicht schlecht tun.

Ungleich professioneller zeigten sich danach FIREBIRD. Wen wunderts? Stehen doch CARCASS-Rampensau Bill Steer, dem Idol so mancher Jugend, auch noch Ludwig Witt (SPIRITUAL BEGGARS) und Harry Armstrong als erfahrene Bühnenmusiker zur Seite. (Neben Neo-Bandkollegen Michael Ammot, der bereits mit den BEGGARS Aufmerksamkeit erregte, und Jeff Walker (AND THE FLÜFFERS) ist Steer bemerkenswerterweise nicht der einzige aus der alten CARCASS-Riege, der seine Vorliebe zu erdigem Rock öffentlich zeigt.) Das Publikum traute sich mittlerweile bis ganz vor zur Bühne und lies sich vom altbackenen 70ies Blues-Rock mit Südstaaten-Flair einlullen. Aber der Begriff Retro ist hier gänzlich unpassend: Die Band wurde in Wahrheit 1972 kryogenisch eingefroren und nach 35 Jahren wieder aufgetaut. Auf der Bühne herrschte Authentizität pur, was sowohl das Bandoutfit als auch die dargebotene Musik betraf. Stilecht wurden unter anderem der treibende Bottleneck-Schlager „Play The Fool“ und der Mundharmonika-Blues „Misty Morning“ zum Besten gegeben und, nennen wir es Wüstenblues, jenseits von modernen musikalischen Einflüssen schnörkellos auf den Punkt gebracht.

ALABAMA THUNDERPUSSY steigerten den Härtegrad erheblich und brachten mit ihrem Stoner-Doom-Metal die Bretter ordentlich zum beben. Die Band stellte zwei neue Mitglieder vor, nämlich den neuen (dritten!) Sänger und den neuen (fünften!) Bassist (beim Gitarristen weis man’s nicht, sein Gesicht war vor lauter Haaren kaum zu erkennen). Kyle Thomas, ehemals Schreihals der 90er-Thrash-Combo EXHORDER, trägt das stimmliche Erbe seiner beiden Vorgänger mit Würde und passt hervorragend zum dreckigen, schweren und gefährlichen Sound. Einziger wirklicher Wehrmutstropfen bei diesem Auftritt war, dass hauptsächlich Songs vom neuesten Output „Open Fire“ gespielt wurden. Die CD setzt den musikalischen Werdegang der Band in Richtung Metal zwar konsequent, jedoch wenig mitreißend fort - wer’s mag - und da ich nun mal mehr von den älteren, räudigeren Sachen der Donnerbüchsen angetan bin, fand ich es schade, dass nur 3 alte Nummern gespielt wurden und Gassenhauer wie „Shapeshifter“ oder „R.R.C.C.“ keinen Platz auf der Setlist fanden.

Setlist:
Greed
Valor
Falling Behind
None Shall Return
Words of the Dying Man
The Beggar
Ol’ Unfaithful
Whiskey War
Void of Harmony
Wage Slave
Open Fire
---
Coversong
Motor Ready


FOTOS + E-CARDS
www.arena.co.at/

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Beitrag vom 12.11.2007
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