TUSKA 2007 - TAG2: EMPEROR   PAIN   NICOLE   BROTHER FIRETRIBE   BEFORE THE DAWN  
30.06.2007 @ Kaisaniem - Helsinki - FINNLAND

TAG 2 – das Leiden geht weiter…

Tag Nummer zwei begann dann gleich mit der Qual der Wahl der Bandauswahl. Die Newcomer und absoluten Durchstarter PROFANE OMEN oder doch BEFORE THE DAWN? Ich zog dann P.O. rund um Bühnenwirbel Jules erstmal vor. Und mit „Beaten Into Submission“ hat man 2006 nicht nur ein Hammeralbum der Extraklasse abgeliefert (mehr dazu unter den CD-Reviews) sondern lässt dieser Tage mit „Disconnected“ den nächsten Kracher vom Stapel. Und was die Band auf einem Silberling verspricht wird dann auch Live gehalten und das kann wohl jeder bestätigen, der die Band mal Live gesehen hat. Die Band sprüht einfach vor Energie, und das mit diesem Tuska Auftritt ein großer Traum der Jungs in Erfüllung ging war ihnen anzusehen! Und das Publikum wurde seinerseits durch die Energie einfach mitgerissen. Augen und Ohren auf für diese Band – hier wird es definitiv noch viel zu hören geben.
Zwischenzeitlich zog es mich dann aber doch zu einem Abstecher zu BEFORE THE DAWN, welche mit „Deadlight“ Album Nummer vier unter die Menschheit brachten und welches es jetzt zu Supporten galt. Wie gewohnt lieferten Multitalent/Sänger/Gitarrist und Songwriter Tuomas Saukkonen (DAWN OF SOLACE) und seine Livecrew eine erstklassige Show ab und auch das Material des neuen Silberlings ist wiedermal erste Sahne, um es so auszudrücken. Das diese Band in Finnland zu einer der Fixgrößen zählt und anderenorts nur belächelt wird liegt meines Erachtens an absoluter Unverständnis. Tuomas schafft es mit jedem B.T.D. Album aufs Neue, seine Visionen weiter auszubauen, dem Sound einerseits treu zu bleiben, auf der anderen Seite aber immer wieder Neuerungen in die Songs einzubauen. Hier ist ein wirklich großartiger Musiker am schaffen, welchem hoffentlich bald mehr Beachtung geschenkt wird.
Anschließend hieß es auf einen Sprung nach Schweden und zu Peter Tägtgren’s PAIN. Klammheimlich hat der Mann mit “Psalms of Extinction“ das bereits fünfte Studioalbum seines Elektro/Metal/Rock und was auch sonst noch Soloprojektes abgeliefert, bestreitet Headliner Touren und liegt erfolgsmäßig in einem harten Kampf mit seiner Hauptband HYPOCRISY. Auch dem diesjährigen Tuska stattete er einen Besuch ab um seinen neuesten Psalmen unter das Volk zu bringen. Der spacige, weiße Jogginganzug aus dem Jahre 2000 zu „Rebirth“ Zeiten ist einem schwarzen Anzug gewichen und auch die Emotionen auf der Bühne sind zurückgegangen. Ein wenig emotionaler Bezug zur Musik hätte der Live-Show durchaus gut gestanden, den meisten hat es aber auch so gefallen und das Können als Musiker steht hier sowieso außer Frage.
Zurück nach Finnland und zur beliebtesten Deathmetalband des Landes – INSOMNIUM. Die Band ist in aller Munde und nicht wenige Finnen halten sie für eine der besten Metalbands des Landes. Die Band aus Joensuu weiß es perfekt die finnische Melancholie in ihr Deathmetal Gewand zu verpacken und die Köpfe zum Kreisen zu bringen. Höhepunkt der Liveshows war eine Coverversion der gerade zu Grabe getragenen SENTENCED. Und spätestens als „Nepenthe“ erklang, gab es kein Halten mehr.
Weit zurück ging es dann mit W.A.S.P., die seit ihrer Bandgründung im Jahr 1981 schon einige Jährchen am Buckel haben, aber dennoch vor Energie strotzten. Auch wenn einem die Band Rund um Sänger Blackie Lawless nicht interessierte, war der Auftritt doch interessant, den Einfach der Anblick der Band und Blackie in seinen Leggins und kniehohen Stiefeln war es wert und für diejenigen, welche die Band nahezu vergöttern sowieso.
Weiter ging es mit Hardrock der Marke BROTHER FIRETRIBE rund um Pekka Ansio Heino (LEVERAGE) und Emppu Vuorinen (NIGHTWISH). Die Jungs bringen den Hardrock der 80iger zurück in dieses Jahrtausend und versprühen dabei jede Menge positive Energie. Allein ein BROTHER FIRETRIBE Gig sollte Beweis genug dafür sein, dass Finnen auch Lachen und Spaß haben können und dies auch ans Publikum weitergeben können. Und so verwundert es nicht, dass bereits am Nachfolger von „False Metal“ gearbeitet wird. Nach dieser gehörigen Portion Happiness und positiven Vibes ging es den Amerikanern von ISIS zurück auf den Boden der Tatsachen. Experimentell, psychedelisch, progressiv und vor allem schleppend quoll das Material aus den Boxen. Einerseits zog einem das Material in seinen Bann, wenn man es zuließ andererseits passte es gar nicht zu dem strahlenden Sonnenschein. Der musikalische Reiz überwog schlussendlich und so bekam die Band ihren gebührenden Respekt und Applaus.
Als letzte Band vor dem Headliner gaben sich NICOLE die Ehre. Doch wer dem Namen nach jetzt Frauenpower erwartete wurde sehr enttäuscht, vom anwesenden Publikum war das jedoch niemand. Die Finnen spielen technisch hochwertigen Deathmetal und mit „Sivu Syyttömistä“ hat man gerade neues Material veröffentlicht und feiert bereits das 10jährige Bandbestehen. Und die in dieser Zeit angesammelte Routine konnte man auch live sehen. Ein erfrischender Gig, der zum Bangen einlud und mächtig Spaß machte.
Der Höhepunkt folgte mit EMPEROR. Wer früher stirbt ist länger tot, oder so tot ist man gar nicht, das weiß man bei EMPEROR anscheinend nicht so genau, aber der Auftritt der Band hat sicherlich alle gefreut und so wartete jeder auf den Moment, als Ihsahn, Samoth und Trym die Bühne enterten. Und es war als wären sie nie weg gewesen, so knallten die Songs aus einer Dekade aus den Boxen. Und es wurde einmal mehr gezeigt, dass man auch ohne kiloweise Nieten und Corpsepaint ein Image auf die Bühne bringen kann. Die Norweger haben ihr Handwerk definitiv nicht verlernt und krönten diesen zweiten Tag, welcher nach dieser erstklassigen Show auch schon zu Ende war.
Zur Aftershowparty standen diesmal unter anderem TERÄSBETONI, DEATCHAIN oder AJATTARA zur Auswahl.


FOTOS + E-CARDS
www.tuska-festival.fi

Harald
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Beitrag vom 12.12.2007
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