PRONG   SILENT DECAY  
15.01.2008 @ Backstage

Schon beim Betreten der Halle und nach einem kurzen Blick ins noch spärlich anwesende Publikum ist klar: das wird ein Old-School Abend. Obwohl PRONG letztes Jahr ein starkes neues Album veröffentlicht haben, waren natürlich fast alle gekommen um Songs aus der Blütezeit der Band Mitte der 90er zu hören und, soviel sei verraten, wir sollten nicht enttäuscht werden.

Aber zunächst war es Zeit für SILENT DECAY, die kurzfristig für OCTOBER FILE eingesprungen waren. Die fünf Burschen bemühten sich redlich mit ihrem modern groovenden Metal für Stimmung zu sorgen, was ihnen aber trotz einer guten Performance nicht so recht gelingen wollte. Anfang Februar im Vorprogramm von HEAVEN SHALL BURN dürften sie leichteres Spiel haben.

Heute wartete einfach alles nur auf PRONG. Die legten mit "Bad Fall" und "No Justice" vom neuen Album "Power of the Damager" gleich richtig los und spätestens beim dritten Song "Rude Awakening" passte auch der Sound perfekt und die Mischung aus dem für PRONG so typischen schneidenden Gitarrensound, dem schnörkellosen aber extrem präzisen Drumming von Aaron Rossi und den gewohnt rauen Vocals von Tommy Victor konnten ihre volle Wirkung entfalten. Mit an Bord war natürlich auch Rauschebart Monte Pittman, zu „Scorpio Rising“-Zeiten noch an der Gitarre, jetzt für Bass und Backing Vocals zuständig. Die geschätzten 300-400 Fans, die an diesem Dienstagabend anwesend waren, feierten die Band vom ersten Ton an so richtig ab, und die dankte es mit einer grossartigen Setlist, die neben einigen weiteren Songs vom neuen Album jede Menge Kracher wie "Broken Peace", "For Dear Life" oder "Beg To Differ" zu bieten hatte. Ansagen und Bühnenaction gab es, bis auf ein paar eher lustige als spektakuläre Grätschsprünge, wenig - sind bei einem so charismatischen Frontmann wie Tommy V., der das Publikum von der ersten Minute an in seinen Bann zog, aber auch völlig überflüssig. Nach etwas mehr als einer Stunde hatte die Show dann mit dem "Cleansing"-Doppelschlag "Whose Fist Is This Anyway" und "Snap Your Fingers, Snap Your Neck" gefolgt vom Titeltrack des neuen Albums ihren Höhepunkt erreicht und im Pit gab es kein Halten mehr. Im anschließenden Zugabenteil wurde dann noch einmal richtig in der PRONG-Mottenkiste gekramt und mit "Disbelief" und "Freezer Burn" auch Songs von den ersten beiden Alben gespielt, bevor "Unconditional" und "Prove You Wrong" den Abschluss dieses begeisternden Abends bildeten. 24 Songs und weit mehr als 1 1/2 Stunden Spielzeit. So manche Band, die noch bei weitem nicht so viele Jahre auf dem Buckel hat, darf sich an den "alten Herren" ein Beispiel nehmen.
Bleibt zu hoffen, dass sie uns noch lange in dieser Form erhalten bleiben, denn ohne diese Band wäre die heutige Metalszene ein gutes Stück ärmer.
www.backstage089.de

Scirocco
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Beitrag vom 21.01.2008
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