SPRING METAL FESTIVAL: ABORTED   BORN FROM PAIN   ENDSTILLE    DARK FORTRESS   WAR FROM A HARLOTS MOUTH   EXCREMENTORY GRINDFUCKERS   HELHEIM   BURNING SKIES   ULTRAWURSCHT  
15.03.2008 @ ARGE-Salzburg

Knapp zwei Wochen vor Frühlingsbeginn startete in Salzburg das Spring Metal Festival 08 in der ARGE Kultur, veranstaltet von Metallic-Arts. Es hätte kein besserer Tag sein können. Zwischen hässlichen Regentagen, genossen wir schon bei der Anreise fast wolkenlosen Himmel und viel Sonnenschein. Passend dazu gab es BBQ-Grill und Bierbänke im Freien. Schon gegen 16:30 war das Areal gut gefüllt mit begeisterten Fans des extremen Metal und den sollten sie von Nachmittag bis spät in die Nacht auch geboten bekommen.

Pünktlich um 17:20 enterte die bayrische Spaß-Combo ULTRAWURSCHT, die mit riesigen Wurstskulpturen geschmückte Bühne, um ihren nicht sehr ernst gemeinten Wurstgrindcore auf die zahlreich angereisten Leute zu loszulassen. Songs wie „Leprakas“ oder „Raining Brat“ geben schon vage an worum es geht. Extremer Metal mit ziemlich sinnlosen Texten. Macht aber nichts, denn verstehen tut man Sänger „Dr. Met Wurscht“ sowieso nicht. Während der ganzen Show flogen von Gitarrist „Evil Pressuck“ angebissene Würste ins Publikum und teilweise flogen auch, von Fans selber mitgebrachte Würstel zurück. Die Band freute sich und biss auch mal herzhaft ab. Bei „Kas is fürn Oarsch“ wird auch noch ein Papp-Käse zertrümmert. Nach knapp 30 Minuten waren dann auch schon 15 Grindcore Songs mit eher schlechten Soundverhältnissen an uns vorbei geflogen. Aber ist ja egal, äh… wurscht. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.

Gegen 18:00 folgte der aus England stammende Fünfer BURNING SKIES, mit Songs von dem bald erscheinenden dritten Full Length Album „Greed.Filth.Abuse.Corruption“ im Gepäck. Von Anfang an war klar, hier werden keine Gefangenen gemacht. Die Stimmung war groß und gemosht wurde auch bei den ballernden Songs irgendwo zwischen Metalcore und Grindcore auf Highspeed. Ein Gefrickel, das sicherlich nicht jedermanns Sache ist, was auch die etwas geleerte Halle in der ARGE erklären durfte. Ein Song nach dem anderen wurde der Hörerschaft, quer durch alle drei Alben der Engländer, um die Ohren geballert. Hin und wieder versuchte jemand die Bühne zu stürmen die Security war jedoch schneller, aber auch fair und hatte das ganze Festival über alles im Griff. Der Sound hatte sich mittlerweile marginal verbessert, wenn sich auch die Halle etwas leerte. Das musste wohl auch an der guten Auswahl der Getränke liegen. Neben Bier gab es noch sehr leckeren Nusschnaps und Met zu halbwegs fairen Preisen.

Somit verflogen die Umbaupausen auch wie im Fluge. Sowohl drinnen als auch draußen, obwohl es mittlerweile schon finster und kühler wurde, tummelten sich Leute und genossen Getränke und Speisen zu Hauf. Die Vikinger HELHEIM aus Norwegen waren an der Reihe. Gerüstet mit Kettenhemden stürmten sie die Bühne, wenn auch nicht zum Morden und Plündern, denn ihre einzigen Waffen waren natürlich messerscharfe Riffs. Ihr schneller Viking Metal mit vertrackten Songstrukturen und melodischen Riffing erinnerte stellenweise an AMON AMARTH, wobei die vier sympathischen Nordländer um einiges mehr Gas gaben und somit eine mitreißende Show ablieferten. Den Fans gefiel es, wenn auch nach 30 Minuten schon wieder Schluss war.

Bei den Fun-Pop-Grindern EXCREMENTORY GRINDFUCKERS war die Halle zum Bersten voll. Die Hitdichte der Grinder war sehr beachtlich. Fans feierten die Coverversion der EAV „Fata Morgana“, die verhältnismäßig eher ruhig dargeboten wurde, das David Hasselhoff-Tribut „Looking For Grindcore“ genauso, wie eigens komponierte Songs. Nüchtern durfte man wohl nun nicht mehr sein, denn auch diese Band sollte man nicht zu ernst nehmen. Eine halbe Stunde Happy-Grind reicht dann auch. Die Nerven und die Nackenmuskulatur brauchen auch mal ihre Ruhe.

Generell war das Publikum sehr gemischt, aber durch diverse Corpse Paints vor der Bühne war wohl klar weswegen viele aus ganz Österreich und womöglich noch weiter angereist sind. Black Metal, vorgetragen von DARK FORTRESS. Mit viel Geschwindigkeit aber auch einer gewissen Portion Melodie, dank Keyboarder Paymon konnten die sechs weiß bemalten aus Deutschland mit einer emotionsgeladenen agilen Performance bei den angereisten Fans punkten. Mit einem Hassbrocken wie „Self Mutilation“ oder dem eher schwerfällige „Like A Somnambulist In Daylight's Fire“ heizten sie den Besuchern richtig und die starke Light-Show tat ihr übriges dazu. Nach 45 Minuten waren dann die Corpse Paints runtergeschwitzt und DARK FORTRESS verließ ohne Zugabe die Bühne. Gerne wieder.

Danach musste erstmal eine Pause her, darum kann ich „leider“ nicht viel zu WAR FROM A HARLOTS MOUTH sagen, aber das wenige Gehörte, konnte mich nicht wirklich begeistern, was auch die, nur noch halb gefüllte Halle bestätigte. Viel Geschrei um nichts könnte man fast sagen. Zwar ballerte die junge Band was das Zeug hielt, aber Songstrukturen und erträglichen Gesang/Growls suchte man vergeblich. Wohl nur wirklich was für Fans, aber da wären die genialen Genre-Kollegen THE DILLINGER ESCAPE PLAN, die ja vor kurzem in Wien gastierten wohl die bessere Wahl.

Nun war der Publikums-Magnet ENDSTILLE an der Reihe. Die ARGE war wieder fast bis zum Anschlag gefüllt, dennoch hatte man keine sonderlichen Probleme in die vorderen Reihen, wenigstens seitlich hin zu gelangen. Das Bühnenoutfit und das Backdrop, mit MG im Pentagramm machten sofort klar worum es hier geht. Nämlich um kompromisslosen Black Metal. Mit viel Geschwindigkeit heizten die 4 deutschen die Fans mächtig an. Drummer „Mayhemic Destructor“ legte das Kulturhaus mit seinen Blasts in Schutt und Asche, während Sänger Iblis keifte und kreischte was das Zeug hielt. Ein größeres Manko war aber vielleicht die etwas zurückgebliebe Abwechslung, die womöglich an nur einer präsenten Gitarre liegen konnte. Für 45 Minuten als nicht eingeschworener (Black Metal) Fan kann sich das schon anstrengend oder sogar langweilend auswirken. Songs wie „Frühlingserwachen“, das perfekt zum Festivalnamen passt, oder „Endstilles Reich“ wurden dennoch wenigstens in den vorderen Reihen ganz gut abgefeiert.

Eigentlich sollten MAROON das Spring Metal Festival 08 headlinen, haben aber leider im Jänner schon wieder abgesagt. In die Bresche sprangen dann die holländischen Hardcore Verfechter BORN FROM PAIN, die mit abstand die agilste Performance an diesem Abend darboten. Zwischen Grindcore und Black Metal vielleicht etwas deplaziert, lieferten die Holländer dennoch einen soliden Headliner-Gig ab. Meistens stampfend und im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt verursachten sie dem einen oder andren, der noch konnte einige Nackenschmerzen. Zu „Behind Enemy Lines“ gab es den ersten, vom Gitarristen geforderten, Circlepit zu bestaunen. Weit nach Mitternacht wurde das Set mit zwei Zugaben beendet und man konnte auf den einzigen richtigen Death Metal Act des Abends gespannt sein.

Als Late-Night-Special enterten um 0:40 ABORTED die Bretter um ihren abgefahrenen, brachialen Death Metal loszuballern. Ihre langjährige Bühnenerfahrung merkte man den Belgiern an. Das Stageacting war ein Futter für die Augen, wie der technisch perfekt umgesetzte Death Metal für die Ohren. Sänger Svencho bewegte sich agil und aggressiv über die Bühne und glänzte durch abwechslungsreichen Gesang. Der Sound war nun der Beste des Abends. Mit viel Speed und Grind-Einlagen begeisterten sie die, die es bis zum Schluss aushielten. ABORTED schmetterte mit „The Saw and the Carnage done“ und “Sanguine Verses“ ältere Hits gen Publikum sowie „Avenious“ oder „Dead Wreckoning“ von den neueren Werken. Wer es bis hier hin aushielt wurde auf jeden Fall belohnt und konnte denn ruhigen Gewissens den Heimweg antreten oder die Aftershowparty mit mehr Schnaps, Met und Bier zu Musik von IRON MAIDEN usw. genießen.

Ein rundum gelungenes Festival für Fans der extremen Musik, bei dem man nicht zuletzt durch richtige Festival-Bändchen und einem super Catering/Security Service richtig was für sein Geld geboten bekam.


FOTOS + E-CARDS
www.metallic-arts.com

maxomer
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Beitrag vom 21.03.2008
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