DEATH ANGEL   MERCENARY   DEMOLITION  
10.04.2008 @ Viper Room

Die Tourkomiltonen EXTREMA sind heute abend nicht mit dabei, und THRASHCANNED wurden wohl thrashcanned (oh, the irony!). So müssen gleich DEMOLITION ran, die Helden von der Wiener Bay Area (vermutlich die an der Donauinsel) und inzwischen wohl der etablierteste Act ihrer Art in diesem Land. Der Viper Room ist voll wie schon lange nicht mehr.

MERCENARY aus Dänemark strapazieren den Thrash-Themenabend sowohl durch Ausreißer in Heavy und Prog (nicht schlecht) als auch durch IN FLAMES-artigen Verträglichkeits-Schwedenmetal (schon eher schlecht): Mikkel Sandager ist ein bemerkenswertes Gesangstalent und stemmt die Höhen mit Bravour; und die Band hat ihre Technik- und Bombast-Arrangement-Hausaufgaben mit Streber-Zugabe gemacht. Aber ach, es klingt auch ein bisschen kalkuliert und nicht wirklich gefährlich.

Schöne Überleitung zu DEATH ANGEL! Auch wenn’s Euphorie-Hupfdohle Mark Oseguda nicht zig-mal erwähnt hätte, wir hätten es begriffen: Das ist Thrash wie früher, eine schweißverklebte Show in der Größenordnung, die authentisch rüberkommt und dem Party-Spirit des Genres absolut gerecht wird.

Zwar ist es DEATH ANGEL bestimmt nicht zu gönnen, dass ihnen das Schicksal Anfang der Neunziger einen Strich durch die Rechnung gemacht hat (Busunfall mit schwerer Verletzung des Drummers, danach Auflösung), aber vielleicht war es doch gerade die über zehnjährige Pause und die verpasste Chance, richtig groß zu werden, die diese Band vor der Dekadenz der Big Four METALLICA, MEGADETH, SLAYER und ANTHRAX bewahrt hat?

Jedenfalls scheinen sich die (bis auf Neugitarristen Ted Aguilar) allesamt verwandten Phillipinos zu freuen wie die Schnitzel, und wir freuen uns tüchtig mit – zu manchem ganze 20 Jahre alten Juwel ebenso wie zu den Abrissbirnen von der aktuellen „Killing Season“ – der Unterschied ist erfreulich gering, es sind immer noch ganz unverwechselbar DEATH ANGEL, was zu einem guten Teil am markanten Gesang von „Size don’t matter“-Oseguda stammt.

Vielleicht werden sie ja jetzt, in der new wave of Old School Thrash, so richtig groß – verdient hätten sie es. Aber ganz idealistisch (und vielleicht nicht einmal so unrealistisch) gedacht: Noch mehr verdient hätten sie es, in nochmals zwanzig Jahren wieder auf diesen Brettern zu stehen.


www.deathangel.com

marian
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Beitrag vom 15.04.2008
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