CURSED   MÖNSTER   THE PLAGUE MASS  
05.05.2008 @ Arena

In einer angenehm gefüllten kleinen Halle durften die Steirer von THE PLAGUE MASS den munteren Reigen eröffnen. Ihr metallisch angehauchter Hardcore der auf Platte durchaus zu überzeugen weiß, sorgte allerdings nur für eher dürftige Begeisterungsbekundungen seitens der Anwesenden. Bei den gehörten Songs stellte sich auch die Frage: Warum brauchen die bloß zwei Gitarristen?

Auch die darauffolgenden MÖNSTER aus dem schönen Berlin konnten nur leidlich überzeugen. Zwar stieß ihr - das Ö lässt es ja schon erahnen - MOTÖRHEAD infizierter Hardcore auf breitere Zustimmung. Mit den wenigen Songs die eher dem Rock 'n' Roll Schema entsprachen, verstanden es die vier Berliner schon zu unterhalten. Doch zumeist stand leider monotones Geknüppel Vordergrund, wobei nur ganz selten an der drei Minutengrenze gekratzt wurde. Auch den Sympathiepreis würde man dieser Band wohl eher nicht verleihen, zur Ehrenrettung sei allerdings auch betont, dass größere Teile des Publikums den Auftritt wohl ganz unterhaltsam fanden.

CURSED aus Kanada eilte ja schon ein gewaltiger Ruf voraus, nicht nur als Liveband sondern auch ihre Alben wurden in diversen Medien als grandiose Hardcoreepen abgefeiert. Groß waren somit auch die Erwartungen, die diese Band an diesem Abend in der Arena mehr als erfüllen konnte. Zwar präsentierte sich der brüllgewaltige Sänger Chris Colohan als - wie man im Englischen so schön sagt - Cockhead, was wohl auch an seiner kruden Art von Humor liegen mag. Dem gewaltigen Inferno, welches das Quartett auf der kleinen Bühne abfackelte tat dies keinerlei Abbruch. Schon der Gitarrist Chris McMaster brannte allein so ein fettes wie technisch hoch versiertes Feuerwerk ab, dass man sich schon wieder zu fragen begann, wieso die beiden Vorbands eigentlich wirklich je zwei Gitarren brauchten, wenn man als einzelner für einen derartigen Sound und Druck sorgen kann. CURSED vermengen brutalen straighten Hardcore mit Stoner- und Doomelementen gewürzt mit ein wenig Rockpunch was nicht nur grandiose Songs ergibt sondern auch ein gehöriges Energiepotential. Neben den brutalen Hasskappen vom ersten Album „I“ wie „Promise Land“ oder „Another Day“ überzeugte vor allem auch das ohne Gitarre, dafür aber mit zwei Bässen hinausgepeitschte „Friends In The Musicbusiness“ vom aktuellen Album „III – Architects of Troubled Sleep“. Dass die Musik von CURSED nicht nur brutalste Faustschläge zwischen die Augen verpasst, sondern auch die Texte durchaus Substanz und Relevanz haben, bewiesen auch die kurzen Erklärungen von Frontman Chris Colohan zu den einzelnen Songs. Nach einer knappen Stunde ließen sie ein begeistertes wie beeindrucktes Publikum zurück, ob dieses musikalischen Erlebnisses, das einer physischen Karthasis durchaus nahe kam.
www.your-funeral.com

tsunemoto
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Beitrag vom 09.05.2008
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