CREMATORY   ATARGATIS   JACK FROST  
21.05.2008 @ Posthof

Der Linzer Posthof hat wieder mächtig zugelegt, was Metal betrifft. Neben dem üblichen Metal Overdose, gibt es nun wieder regelmäßiger Schwermetall zu bestaunen und das ist gut so. Denn der fabelhafte Sound und die geniale Light-Show dieser gemütlichen Location weiß immer zu begeistern. Auch an diesem Abend mit CREMATORY, ATARGATIS und den Einheimischen JACK FROST sollte es nicht anders kommen.

JACK FROST, die als Einzige an diesem Abend Heimvorteil genossen, starteten ihr Set eher rockend, wenn auch schwermütig („Dirty Old Man“, 100% Pain). Das Ganze nennt sich dann Gloom Rock oder so ähnlich; Namensgebung hin oder her, die 4 Jungs wussten zu überzeugen. „Forlorn“ vom letzten Output „Wannadie Songs“ kam melodiös und unterschwellig pulsierend aus den Boxen gedröhnt und setzte sich direkt im Gehirn fest, wo es nur schwer wieder rausgehen wollte. Überzeugend vorgetragen von Phred’s eindringlicher melancholischer Gesangsweise wurden auch die neuen Tracks vom kommenden Album „My Personal Hell“ (Titeltrack) und „Days Never End“, bevor es sich zum Schluss bis ins Unermessliche steigerte. Mitreißend, schwerfällig, melancholisch, mit einem Riffing, das sich in die Gehirnwindungen eingräbt und einen in eine ganz andere Welt entführt, endete der Auftritt mit „Forever & Never“ und „Still“. Mir stellte sich die Frage, warum ich die Jungs bis jetzt immer verpasst habe, aber das wird mir nicht mehr so leicht passieren. Freunde von alten SENTENCED und Co. hatten an diesem Abend sicher eine Freude und ich kann nur jedem empfehlen, sich von der Musik von JACK FROST einmal selbst zu überzeugen.






Setlist JACK FROST:
Dirty Old Man
One Hundret Percent Pain
Forlorn
Days Never End
My Privat Hell
Leaving Song
Forever & Never
Still

Nun hatte man im Posthof gute 20 Minuten zum Verdauen dieser Brocken, um sich dann den positiveren Klängen von ATARGATIS widmen zu können. Eigentlich als Gothic Metal Band bekannt gaben die Regensburger mit der hübschen, sympathischen Frontdame Stephanie Luzie eine sehr melodische, powervolle Show zum Besten, die nur am Rande an Gothic erinnerte, wie zum Beispiel durch die Live-Violinistin, die leider etwas im Sound unterging. Aber über allem standen eigentlich die superben Vocals der quirligen Sängerin, die zwischendurch vom Bassisten mit dem merkwürdigen Pseudonym Lord Lornhold durch ein paar Growls unterstützt wurde, die man aber stellenweise auch hätte weglassen können. Der zirka zwei drittel gefüllte Posthof lies sich von der ersten Minuten an von Stephanies agiler Live-Performance anstecken und feierte die Songs vom neuen Release „Nova“ („Ebony Queen“, „Comets“) ebenso ab wie zum Beispiel „Circle Of Life“ oder „Selina“ von den älteren Alben. Plötzlich stand auch Matthias von CREMATORY auf der Bühne und half ATARGATIS mit einer starken stimmlichen Leistung aus und mit der Zugabe „Angels Crying“ war es auch schon viel zu früh vorbei. Gerne wieder.





Setlist ATARGATIS:
Intro
Ebony Queen
Selina
The Cradle Of Fern
Firebird
Wasteland
Riven Inside
Circle Of Life
Comets (Nova Part I)
---
Angels Crying
Outro

CREMATORY sind mittlerweile, beziehungsweise spätestens seit ihrem starken Comeback mit “Revolution” eine feste Größe des Gothic Metals und nicht mehr wegzudenken. Jedoch verlor ich nach diesem Album die Band leider etwas aus den Augen. Es folgte das zweischneidige „Klagebilder“, das komplett in Deutsch gesungen wurde. Aufgrund des Konzertes im Linzer Posthof, das ich mir nicht entgehen lassen wollte, wurde ich neugierig auf den neuen Streich der Deutschen mit dem schönen Titel „Pray“ und der hat es in sich. So ging es gleich nach einem kurzen Intro mit dem starken Track „Remember“ los. Es folgten dann noch das keyboardlastige „Left The Ground“, der eingängige Titeltrack und „When Darkness Falls“, wobei sehr positiv auffällt, dass Matthias' klare Stimme, die einen wunderbaren Kontrast zu Felix’ rauen Vocals darstellt, immer mehr Raum einnimmt und somit die Eingängigkeit noch ein Stück fördert. Die Fanscharen, mittlerweile auch durch Teile von ATARGATIS verstärkt, feierten einen Hit nach dem anderen ab. Es gab nicht viele Überraschungen in der Setlist, aber das brauchte es auch gar nicht. Der Übertrack „The Fallen“ von "Believe" knallt immer noch so, wie die neueren Songs wie „Greed“ oder „Revolution“. Felix' liebster Kommentar zwischen den Songs war: "Ach scheiße, Rambo", womit er wohl auf Matthias' Stirnband anspielen wollte. Ansonsten gab es noch andere heitere Ansagen und Danksagungen an die Fans. Von der „Klagebilder“ gab es nur „Höllenbrand“, das sich wunderbar ins Set einfügte und das poppige „Kein Liebeslied“, das leider etwas nach einem SPORTFREUNDE STILLER Cover klang, aber wen juckt es. Beim Klassiker „Temple Of Love“ gab es auch noch ein erfreuliches Wiedersehen mit Stephanie Luzie, um danach das herzzereisende „Perils Of The Wind“ von Matthias' starker Stimme vorgetragen zu bekommen. Gänsehaut!





Setlist CREMATORY:
Remember
Fly
Tick Tack
Greed
Pray
Höllenbrand
Tears Of Time
Ressurection
Revolution
Left The Ground
Kein Liebeslied
The Fallen
When Darkness Falls
---
Shining
I Never Die
Temple Of Love
Perils Of The Wind

Nach der Show konnte man auch die Bands noch am Merch-Stand zum Quatschen und für Autogramme antreffen.
Ja was soll ich noch großartig sagen. Ich denke nicht, dass es noch viel gibt, außer dass ich jedem rate, sich dieses Package noch anzusehen! Amen




FOTOS + E-CARDS
www.crematory.de

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Beitrag vom 23.05.2008
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