VADER   SEPTICFLESH   DEVIAN   INACTIVE MESSIAH  
28.05.2008 @ Rockhouse

Die wohl fleißigste Death Metal Band Europas beehrte uns mal wieder, aber nicht wie üblich in Wien, sondern im gemütlichen Rockhouse in Salzburg. Neben ausgiebigen, jährlichen Tourneen, werden auch laufend CDs, EPs und Live DVDs veröffentlicht, die Jahr für Jahr eigentlich immer die gewohnte Qualität des Polnischen Metal Aushängeschildes halten können. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Jungs aus Olsztyn nach 25 Jahren des Tourens nicht müde werden und wieder eine Europatour mit der Schwedischen Combo DEVIAN und dem griechischen Doppelschlag, bestehend aus INACTIVE MESSIAH und SEPTIC FLESH aus dem Boden gestampft haben um den Fans zu zeigen, dass die Herren noch lange nicht zu Alt für die Bühne sind, um eben dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Ich persönlich freue mich immer wieder auf die wuchtige Live-Performance von der Truppe rund um Piotr „Peter“ Wiwczarek.

Pünktlich um 20 Uhr eröffneten die Griechen INACTIVE MESSIAH, für die Österreich kein Neuland mehr ist, da sie bereits im Gepäck von ROTTING CHRIST schon einmal aufspielen durften, den Abend. Als einzige Band die ein Backprint mitgebracht hat spielten sie ihren eher durchschnittlichen Death Metal, der mal etwas groovte, mal etwas rumpelte und dann wieder einen Tick thrashte, ohne je wirklich zu begeistern. Technisch gab es bei den Musikern von der Halbinsel nicht viel zu bemängeln. Sänger Xristos wirkte aber leider ziemlich schwachbrüstig - etwas mehr Stimmvolumen und variabler Gesang wäre schon wünschenswert gewesen. Die Stimmung war leider auch dementsprechend gedämpft bei den knapp 30 Leuten die sich bereits im Saal eingefunden hatten. Zwischendurch wurden auch orchestrale Parts vom Band eingebaut, die zwar gut in den Sound des Vierers passten, aber fast schon nervig laut waren. Nichts desto trotz gab es für den dennoch soliden Auftritt auch genügend Applaus.





Die merkwürdig gekleidete Formation mit dem Namen DEVIAN eröffneten ihr Set mit einem Krawall der nur schwer zu erkennen war - was aber sicherlich nicht am Sound des Rockhouses gelegen haben dürfte. Der Fronter mit dem sehr einfallsreichen Pseudonym „Legion“ stellte sich mit brüchigem Deutsch als die Scheiße von Gott vor. Naja, wer’s mag! Darum soll das auch in meine Bewertung nicht einfließen, denn was die Schweden boten war sicher nicht scheiße, aber definitiv Geschmackssache. Im Grunde zitieren DEVIAN den rohen Death Metal der 80er Jahre von VENOM oder auch der genialen Band DEMOLITION HAMMER, wobei in diesem Lärmbrei mit hohem Tempo und viel Geknüppel einfach die Struktur fehlte. Die Gitarren quietschten, der Bass wummerte und das Schlagzeug schepperte, aber mehr gibt es leider nicht zu erzählen. Ein paar Matten wurden zwar brav geschüttelt, aber ich persönlich konnte mit dieser Form des Metals leider nicht viel anfangen.





Sehr gespannt war ich auf SEPTICFLESH, weil ich die Truppe aus dem Land der Oliven und Gyros nur vom Namen her kannte, aber leider nie in einen Release reingehört habe, was sich als Fehler erwies. Mit einem pompösen Intro wurden gleich alles Register in Sachen Atmosphäre gezogen, um gleich in eine Grindattacke mit fiesem Riff überzugehen. Da standen sicher einige Kinnladen offen bei dieser Brutalität und Wucht die da aus den Boxen donnerte. Präziser als die Atomuhr bearbeitete Schlagwerker Fotis Benardo seine Felle. Neben dem brachialen Death Metal, mit Growls die direkt aus der Hölle zu kommen schienen, waren immer wieder symphonische Einspielungen vom Band zu hören, wobei die akustischen Teile leider auch aus der Dose kamen. Sah schon merkwürdig aus, wenn 2 Gitarristen Regungslos dastanden und dennoch eine Gitarre zu hören war. Wäre doch sicher kein Problem für die Herren gewesen. Technisch perfekt umgesetzt wurden die Songs des aktuellen Albums „Communion“ dem Publikum dargeboten. Oder „Anubis“, das sehr sphärisch beginnt und sich mit einem möder Riff in die Gehirnwindungen bohrte, oder der Titeltrack, der mit düsteren Engelchören unter die Haut fuhr - die Jungs verstanden zu begeistern und waren definitiv das erste Highlight des Abends und ein würdiger Support des Death Metal Urgesteins VADER. Zum Abschied gab es noch „Red Code“ der etwas roher daher kam, aber dennoch überzeugte. Neben den Einspielungen war nur die viel zu kurze Spielzeit als Manko zu bezeichnen.
PS: Nun ziert auch "Communion" mein CD-Regal!





Nach einer zwar viel zu langen Pause, aber dennoch viel früher als geplant standen VADER plötzlich auf der Bühne und das Intro „Imperial March“ von JOHN WILLIAMS ertönte aus den Boxen. Ohne Umschweife wurden die Klassiker „Dark Age“ und „Vicious Circle“ vom Erstlingswerk „The Ultimate Incantation“ abgefeuert und diese wetzten nach so vielen Jahren unverbraucht aus den Boxen als wären sie neu. Nach kurzer Begrüßung von Piotr ging es auch schon weiter quer durch die famose Discographie. Da durften das mit einem kurzen Intro versehene „Epitaph“, oder „Black To The Blind“ natürlich nicht fehlen. Bassist Novy’s Spiel war wie immer eine Augenweide, bei den Schnellen Griffen und dem Wechsel zwischen Fingerstyle und Slapping konnte einem schon übel werden, noch dazu lieferte er die Agilste Performance des Abends und lies den Kopf fast in Dauerrotation kreisen. Kollege Mauser an der Gitarre wirkte etwas abwesend, aber schüttelte mit Piotr ein geiles Solo nach dem anderen aus dem Ärmel. Dem relativ gut gefüllten Saal wurden auch neuere Songs wie „Shadowfear“ und „Halleluja (Gott Ist Tot)“ serviert. Geredet wurde nicht viel, außer einer kurzen Bandvorstellung gab es nur ein dezentes Prost. Man merkte den Polen die Bühnenroutine von Anfang bis Ende an. Nach dem starken „Wings“, dass natürlich auch keiner missen wollte, gings auch schon hinter die Bühne um danach nur noch „This Is The War“ und „Raining Blood“ (von wem wohl? Klar, SLAYER), zu spielen.





Setlist VADER:

Imperial March
Dark Age
Vicious Circle
Chaos
Silent Empire
Epitaph
Intro - Carnal
Black To The Blind
Intro - Shadowfear
Sothis
Reign Forever World
Halleluja (Gott Ist Tot)
Wings
-
This Is The War
Raining Blood

Was, schon wieder 50 Minuten VADER vorbei? Was, nur 50 Minuten Vader? Und das Ganze ohne Verabschiedung, Handshake oder Sonstigem. Weg waren sie. Schade, denn eine zweite Stunde wäre zwar anstrengend, aber dennoch wünschenswert gewesen. Alles wirkte dadurch einfach zu perfekt konstruiert und sah mehr nach Arbeit, als nach Spaß auf der Bühne aus. Aber egal - Auf weitere 25 Jahre Qualitativ hochwertigen Death Metal aus Polen!


FOTOS + E-CARDS
www.vader.pl

maxomer
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Beitrag vom 31.05.2008
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