BANG YOUR HEAD 2008 TAG 2: JUDAS PRIEST   SAXON   MALMSTEEN   GRAVE DIGGER   LIZZY BORDEN   OBITUARY   TANKARD   ONSLAUGHT     
28.06.2008 @ Messe, Balingen

Und am zweiten Tag schuf Gott die Kopfschmerzen… und anscheinend auch viel Sonne, denn mit noch leicht benebelter Birne kullerten die meisten Leute gegen 9 Uhr aus den Schlafsäcken, weil die Hitze wieder unerträglich wurde. Frühstück vom Einweggrill und dazu ein Bier oder Radler war angesagt. Danach, bzw. gegen Mittag ging es dann in Richtung Bushaltestelle, leider musste ich da alleine hin wandern, denn meine Leute waren alle noch mit Essen oder Sonnen beschäftigt.
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Nachdem ich damals den starken Auftritt am Up From The Ground leider nur halb verfolgen konnte und ich die Clubshow vom BYH auch verpasste, freute ich mich schon sehr auf ONSLAUGHT und es lohnte sich auch in der bratenden Mittagshitze die Show der kürzlich reunioierten Engländer zu sehen. ONSLAUGHT präsentierten sich trotz dieser ärgsten Hitze, unter der brennenden Sonne, frisch und agil und schleuderten, voller Enthusiasmus eine Thrash-Keule nach der anderen auf die Festivalbesucher, die sich schon sehr zahlreich vor der Bühne tummelten. Frontmann Sy Keeler wirkte sehr sympathisch und man sah ihm auch an, dass er sich auf dieser Bühne sehr wohl fühlte und auch über die große Besucherzahl erfreut war. Ihr genialer Auftritt wurde durch eine starke Setlist natürlich noch verstärkt. „Killing Peace“ vom aktuellen Output thrashte gleich im Old-school Bay-Area Stile voran. Bei “Angels Of Death” & “Demoniac” gab es dann fast kein Halten mehr, die Haare wirbelten nur so vor der Bühne und der Schweiß triefte aus allen Poren, aber bei diesen Beats ging das einfach nicht anders. Mit „Burn“ wurde das Set leider schon viel zu früh beendet. Ich hätte gerne noch mehr davon gesehen.
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LIZZY BORDEN war für mich sicherlich die Band warum ich dieses Jahr nach Balingen fuhr. Allzu oft gibt es nicht die Gelegenheit die Achtziger Jahre Schock-Rock Combo Live zu sehen.
Es war der reinste Triumphzug den die Amerikaner veranstalteten. Beinahe nach jedem Song wechselte der charismatische Sänger sein Outfit. Er hatte ein ganzes Arsenal an Waffen und Masken mitgebracht, wie zum Beispiel Peacemaker, Totenkopf, Teufelsmaske oder eine Axt. Die Masse ging schon nach kurzer Zeit mit und wurde bei „Tomorrow Never Comes“ von LIZZY zum Mitsingen animiert. Danach ging es gleich weiter mit „Red Rum“ worauf ein kurzes Gitarrensolo folgte. Bei „There Will Be Blood Tonight“ gab es für das männliche Publikum zwei freizügig gekleidete Tänzerinnen zu sehen. Eine davon musste daran glauben und wurde kurzerhand von LIZZY gekillt. Es folgten die grandiosen Klassiker „Me Against The World“ und „We Are The Power“. LIZZY BORDEN verließen die Stage und nicht wenige fragten sich nach diesem geilen Gig: „Wie zum Teufel konnte diese Band bisher spurlos an mir vorüber gehen?“
[cowboyfromhell]





Nach LIZZY gab es gleich wieder eins auf die Mütze mit Gerre und TANKARD. Bier-Thrash war angesagt. Der etwas beleibte Fronter hüpfte und shakte zu den Songs, dass nur die Fetzen flogen und der Bauch immer wieder eher mehr, als weniger unter dem T-Shirt hervor schaute. Plötzlich waren an allen Ecken riesige Bierhumpen zu sehen. Wo die wohl her waren? Keinen Plan, das blieb mir leider verborgen. Egal. „Slipping from Reality“ und „Zombie Attack“ brachten in Verbindung mit genügend Alkohol, die Zuschauer gleich so richtig in Stimmung, so dass auch schon eine Slip-Kette auf der Bühne landete, über die sich die Band natürlich sehr freute. Zum Song „Freibier“ holte sich einen Trink- und Textfesten Zuschauer auf die Bühne, der eigentlich nicht mal schlecht, als der Meister selber sang. Aber ehrlich, das ist ja auch nicht schwer. Nun hatten sie sowieso leichtes Spiel und setzten mit dem Hit „(Empty) Tankard“ noch einen drauf. Wenn auch vielleicht nicht die Übertruppe, aber gesehen sollte man sie auf jeden Fall einmal haben.
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Von TANKARD kann man halten was man will aber zum BYH passen die Jungs wie die Faust aufs Auge. Auch wenn ich sie schon des Öfteren sah, waren sie auch dieses Mal sehr witzig. Vor allem Gerres Ansagen sind absolut kult. „Beauty And The Beast“ wurde den schönen Frauen in den ersten 20 Reihen gewidmet. Gerre meinte: „So Schönlinge wie SEBASTIAN BACH oder BON JOVI sollten sich von TANKARD eine Scheibe abschneiden.“ Musikalisch gab es nichts zu meckern, denn die Granaten der Marke „Zombie Attack“ und „Freibier“ können immer das Publikum begeistern. Danach gabs noch „Die With A Beer In Your Hand“ und den obligatorischen Rausschmeißer „Empty Tankard“.
[cowboyfromhell]

Was soll ich noch groß über die folgende Band sagen. Wer meinen Summer Nights Bericht gelesen hat, weiß wie mitreißend, aggressiv und genial die Auftritte der Veteranen aus Florida sind. OBITUARY sind einfach eine Live-Macht. Mit ziemlich ähnlichem Set wie eine Woche zuvor bombardierten sie das Bang Your Head, als eigentlich einzige Death Metal Band und begeisterten die Masse im Sturm. Ob „Find The Arise“, „Face Your God“ oder „Slowly We Rot“ vom Debüt, die Jungs wussten wieder einmal wie man Bewegung in die ersten Reihen bringt. Nach vier mal OBITUARY in 3 Jahren kann ich immer noch nicht genug bekommen und werde sicher noch der einen oder anderen Live-show beiwohnen. Genialer Auftritt, wie immer!
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HARDCORE SUPERSTAR wäre eigentlich die nächste Band gewesen, die aber ihren Flug verpassten und somit vorerst mit OBITUARY Plätze tauschten. Die schwedischen Glam Rocker schafften es dann aber leider nicht mehr rechtzeitig nach Balingen, worauf sich die BYH Crew entschied LIZZY BORDEN ein zweites Mal auf die Bühne zu schicken. Dies stellte sich schon sehr bald als super Entscheidung heraus, denn die Shock Rocker ließen auch dieses Mal nichts anbrennen. Mit „Give `Em The Axe“, „Psychopath“ und „American Metal“ gab es auch drei absolute Klassiker zu bestaunen. Das Publikum war total begeistert und schnell war der Ausfall von HARDCORE SUPERSTAR vergessen. Als sich dann noch AGE OF EVIL zu LIZZY BORDEN gesellten um gemeinsam STEPPENWOLFS „Born To Be Wild“ und RAINBOWS „Long Live Rock And Roll“ zu performen war die Welt so in Ordnung wie schon lange nicht mehr. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht und dem Wissen etwas ganz Besonderes miterlebt zu haben machte ich mich auf den Weg in Richtung Schatten um mich etwas auszuruhen. Das nächste Hard Rock Urgestein stand schon in den Startlöchern.
[cowboyfromhell]






Altmeister Chris Boltendahl erstürmte als nächstes die Bretter mit seiner Truppe GRAVE DIGGER, bei denen man im Vorhinein selber die Setlist wählen durfte. Heraus kam zwar eine gute Mischung, aber einige Highlights gingen dennoch ab. Die Livekracher „Excalibur“ und „Valhalla“ ließen dennoch nicht lange auf sich warten und regten die Fans zum Mitsingen an. Auch „Silent Revovution“ vom neuen Album fand reichlich Anklang. Dennoch wartete alles nur auf „Rebellion“, dass eigentlich Chris auf der Bühne gar nicht mehr benötigen würde, da hier wirklich immer alle mitsingen. Gänsehaut garantiert! „The Last Supper“ und das unumgängliche „Heavy Metal Breakdown“ rundeten die Sache schön ab. Bei GRAVE DIGGER kann eigentlich nie viel schief gehen.
[maxomer]

Von GRAVE DIGGER erwartete ich im Vorfeld Großes, denn man konnte ja auf der BYH Homepage die Setlist mitbestimmen. Dies war ein Fehler, der sich leider erst nach dem Gig herausstellte. Zu viel neues Zeug, zu wenig Klassiker.
Warum die Fans in Massen vor die Bühne pilgerten, jedoch den kompletten Auftritt zurückhaltend waren ist mir ein Rätsel. Chris und seine Mannschaft waren voller Spielfreude und versuchten auch mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Doch irgendwie sollte dass nicht gelingen. Nicht einmal „Rebellion“, „In The Dark Of The Sun“ oder „Heavy Metal Breakdown“ konnten das Ruder herum reißen. Schade dass sie keinen einzigen Track meiner Lieblingsplatte „Heart Of Darkness“ spielten.
[cowboyfromhell]

Nun war alles schon sehr gespannt auf YNGWIE MALMSTEENS RISING FORCE, denn diesmal waren nicht nur die eingefleischten Gitarristen aufgeregt, sondern auch die Fans des Ausnahmetalentes Tim „Ripper“ Owens, der bei dem Virtuosen seine neue Heimat, neben seiner eigenen Band BEYOND FEAR gefunden hatte. Das Set startete auch sofort mit dem Klassiker „Rising Force“ und Ripper Owens bewies natürlich, dass er ein wahnsinns Sänger ist, aber irgendwie passte er nicht so direkt in den Sound von Yngwie, was sich aber, denke ich spätestens beim nächsten Release ändern sollte. Nach „Never Die“ wurde dann das erste Mal richtig schön rumgefiedelt und zwischendurch wurde es auch mal klassisch. Das Gefiedel und Gefrickel sollte dann noch viel mehr werden und Tim rückte leider etwas zu sehr in den Hintergrund. Manch böse Zungen behaupteten, dass Herr Malmsteen nur zwei, drei Songs spielte und den Rest des Auftrittes Gitarre übte. Nichts desto trotz durfte ich einer sehr interessanten, wenn auch stellenweise anstrengenden Darbietung beiwohnen.
[maxomer]






Jeder, der ein oder zwei Festivals im Jahr besucht bekommt SAXON zwangsweise zu Gesicht. In diesem Fall stellte es sich als sehr Positiv heraus.
SAXON sind schon ewig im Geschäft und nach diesem geilen Gig kann ich mir vorstellen, dass sie noch ein paar Jahre anhängen. Biff Byford ist einer der sympathischsten Frontmänner im Heavy Metal Zirkus und im Vergleich zu seinem Landsmann von PRIEST körperlich und stimmlich weit überlegen. Schon mit der zweiten Nummer „Motorcycle Man“ gab es das erste Mal Klassiker Alarm. Es folgten „Let Me Feel Your Power“ „Heavy Metal Thunder“, “String Arm Of The law”, und “Crusader”. Biff erzählte beinahe nach jedem Song eine Anekdote aus SAXONs Bandgeschichte. Mal vom legendären MONSTERS OF ROCK Festival in Castle Donnington, dann von ihrer ersten Deutschland Tour im Vorprogramm von JUDAS PRIEST. Bei „Wheels Of Steel“ machten sie, zum Glück nur kurz, mit dem Publikum das „rechte Seite, linke Seite, Mitsing- Spielchen“. Nicht nur der Sänger, auch die Gitarrenfraktion war an diesem Tag unschlagbar. Wenn ich an “Princess Of The Night“ denke bekomme ich gleich Gänsehaut, so geil ist dieses Teil. Danach stellte Biff den Gitarrengott Paul Quinn dem Publikum mit den Worten: „Das ist der Mann, der dieses unsterbliche Riff schrieb“ vor, worauf dass Unvermeidliche folgte. Sämtliche Haare an meinen Armen standen wie eine Eins. Bei „Denim And Leather“ durfte Biffs Freund YNGWIE MALMSTEEN mit den beiden Gitarristen um die Wette fiedeln. SAXON wurden so heftig abgefeiert worauf sie sogar noch eine Zugabe in Form von „And The Bands Played On“ spielten. Für mich und viele Andere war das der Headliner des Tages.
[cowboyfromhell]





Nach einem sehr gelungenen Auftritt von SAXON, mit Gänsehaufaktor war es endlich soweit und der „God Of Heavy Metal“ Rob Halford stand das zweite Mal auf der Bang Your Head Bühne und auch seine Kollegen, Tipton, Downing und Co. betraten diese schon, aber nie schafften sie es gemeinsam. Nach einer nicht vergehen wollender Zeit, war es soweit und die ersten Töne von „Prophecy“, des aktuellen Outputs "Nostradamus" erklangen und der Gott fuhr hinten etwas höher gestellt in Pfarrerskutte, Kaputze und Priest-Szepter in die Höhe und erinnerte stark an Gandalf mit seinem Bart. Beim anschließenden Song „Metal Gods“ sagte gerade ein Pressekollge neben mir: „der ist aber heute gut bei Stimmme“, und genau in diesem Moment wurden die hohen Screams vom Band eingespielt. Großes Verwundern machte sich in mir breit. Doch als er die Kapuze abnahm und er über die Bühne schritt als sei er fünfhundert Jahre alt wurde mir schon sehr bange. Spätestens bei „Painkiller“, alias Painkrächzer wurde meine Hoffnung dann endgültig zerstört und bestätigte wieder die Theorie, der aussterbenden Headliner. Rob Halford, packte keine hohen Screams und Gesangslinien mehr und wirkte auch in seiner Performance, wie ein Pensionist. Aber neben ihn agierten die nicht viel jüngeren Stars an den Gitarren wie Jungspunde. Glen Tipton und K.K. Downing warfen sich gegenseitig ein geniales Solo nach dem anderen um die Ohren und retteten den Auftritt der Band dennoch. Ein anderer Kritikpunkt war natürlich die Setlist von JUDAS PRIEST, die zum Glück nur einen Song von „Angel Of Retribution“ und einen weiteren vom neuen Output beherbergte. Aber weder die Gänsehautsongs „Diamonds & Rust“ oder „Beyond The Realms Of Death“ die auf den Live-Cds mit Tim Owens heute noch für Gänsehaut bei mir sorgen, noch die Speedkracher „Ram It Down“ oder „All Guns Blazing“ wurden gespielt. Dafür gab es neben „Breaking The Law“ und dem genialen „Hell Patrol“ auch „Rock Hard – Ride Free“ & „Electric Eye“ zu bewundern.
Fazit: Geniale Musiker, aber ein leider viel zu schnell alternder Rob Halford der Stimmlich, wie auch körperlich nicht den Anschein machte, als würde er noch mal Großes vollbringen, leider. Aber ich bin dennoch froh diese Mitbegründer des Heavy Metals gesehen zu haben. Vor allem weil das Duo Tipton/Downing in Höchstform waren.
[maxomer]






Tja so schnell kann es immer gehen. Zwei Tage voller Heavy Metal waren wieder einmal viel zu schnell vergangen. Man konnte sich aber schön mit dem Gedanken an sein warmes Bett und einer angenehmen Dusche zu Hause freuen. Ich für meinen Teil habe bei der Heimfahrt schon beschlossen dieses tolle Festival wieder zu besuchen, auch wenn dieses Mal nicht alles ganz rund lief, aber das Bang Your Head Team war in dieser Hinsicht immer schon bemüht, so viele Verbesserungen wie möglich im nächsten Jahr zu bringen. Wer möchte, kann jetzt schon seine Tickets bestellen und bekommt als Frühbucherbonus ein Shirt gratis dazu!
[maxomer]



FOTOS + E-CARDS
www.bang-your-head.de

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Beitrag vom 08.07.2008
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