DARK SEASONS 2008: DEMOLITION   THE MORPHEAN    LOST VITAL SPARK   AQUILIUM  
14.08.2008 @ Kitzmantel Fabrik, Vorchdorf

Nur durch Zufall wurde ich auf das Dark Seasons Festival in Vorchdorf, veranstaltet vom Kulturverein Dezibel, aufmerksam, das mit DEMOLITION aus Wien, heuer ein schon fast Urgestein im österreichischen Underground, einen Hochkaräter als Headliner verpflichten konnte. Die Kitzmantel Fabrik stellte sich als ziemlich coole und passende Location für diese kleine, aber feine Metal Fest heraus. Im kleinen Hof wurden Fackeln und ein Grill aufgestellt und im ersten Stock der Fabrik gab es neben dem großräumigen, zum Konzertsaal umgestalten Raum auch eine gemütliche Chill-Out Zone. Zu dem günstigen Ticket um 8 Euro gab es dann auch noch ein Getränk nach Wahl geschenkt.

So weit, so gut. Den Anfang machte die extrem junge Kapelle AQUILIUM aus Kirchdorf a. d. Krems die von Beginn an ihren Fanatismus zu CHILDREN OF BODOM, NORTHER und einem Schuss Pagan nicht verbergen konnte. Melodischer Death Metal der Marke Finnland, mit Sologedudel und harschen Vocals, der zwar ganz unterhaltsam war, aber nie wirklich begeistern konnte, wurde den paar, im Saal anwesenden Metalheads geboten. Die 3 Jungs, alle so um die 15 Lenze herum machten einen tierisch putzigen Eindruck auf der Bühne und wiesen jetzt schon Potential auf. Mit etwas Ausdauer und hoffentlich bald entwickelter Eigenständigkeit, könnte da noch etwas in Oberösterreich heranwachsen.

Auch das Publikum war im Durchschnitt erschreckend jung. So manch schwer betrunkener durfte wohl eigentlich noch keinen Alkohol anrühren, was aber nicht am veranstalter liegen konnte, da dieser brav Ausweise kontrollierte und entspechende Bändchen, die das Alter angaben, ausgeteilt wurden. Dennoch wurde in den ziemlich lichten vorderen Reihen fleißig abgemosht.

Die darauf folgenden LOST VITAL SPARK aus meiner Heimatstadt Linz waren keine Unbekannten mehr für mich, konnte ich mich von deren Potential doch schon im Jahre 2004 überzeugen. Neu war jedoch dann der Mikroschwinger. Stefan Spitzer von MEDUSAE überraschte mich einmal mehr mit seinen starken und auch überaus variablen Vocals, die sich von schwedischen Melodic Death, über Metalcore, bis hin zu gefühlvollen cleanen Gesangspassagen bewegte. Musikalisch lief das Ganze ähnlich ab. Schwedischer Todesstahl, gepaart mit Metalcore Einsprengsel bot zwar keine Revolution in Sachen Metal, aber ging dennoch schön ab. Vor allem Steff ist auf jeden Fall eine großer Gewinn für diese auch noch recht junge Combo.

THE MORPHEAN stammen aus Linz, aber warum in wessen Namen auch immer habe ich noch nie etwas von dieser Band gehört, die gleich mit dem ersten Song "The Alchemist" ein Death / Thrash Brett ablieferten? Von der ersten Sekunde an merkte man an der Soundwand, dass hier einiges mehr an Erfahrung und Professionalität als bei den vorhergehenden Bands geboten wurde. Die Soundwand war phänomenal und lud sofort zum Moshen und Bangen ein. Die ersten „Power-Ranger-Kiddys“ bildeten schon einen kleinen Moshpit, wenn man das so nennen möchte. Auch das darauf folgende, etwas gedrosselte „Divine“ konnte durch eine sehr gute Gitarrenarbeit mitreißen. An dieser Stelle sei auch der Mann am Mischpult sehr lobend erwähnt, denn was der Mann aus dieser winzigen PA herausholte war astrein und ohne Kritik. So spielten die Linzer mit sauberem Sound eine Stunde hervorragenden thrashigen Death Metal an dem man abgesehen vom sehr strangen, debilen Blick von Drummer Markus nichts bemängeln konnte. Gerne wieder!

Nun konnte DEMOLITION beweisen, dass sie längst keine Anfänger mehr sind. Haben sie doch schon Konzerte und Tourneen mit den größten ihres Genres, wie ANNIHILATOR, TESTAMENT oder heuer im Frühling mit DEATH ANGEL hinter sich. Dass die Wiener den großen Helden aber in Nichts nachstehen bewiesen sie an diesem Abend souverän. Mit einer Energie und Spielfreude, die nur so aus ihnen, beziehungsweise vor allem aus Gitarrist Janos Murri, heraussprudelte, gaben sie „Reborn / Re-Failed“ zum Besten und thrashten damit alles in Grund und Boden. Mal stampfend, mal Highspeed, die Band lieferte alles was das Thrasher-Herz begehrt. Neu-Drummer Alessandro Vagnoni, gab alles und konnte teilweise mit Beats, die ich mein Leben noch nicht zu Ohren bekam, überraschen. Die neuen Kracher vom aktuellen Album „Relict IV“ konnte begeistern und machten Lust auf mehr, aber auch die älteren Songs wie „I Am Terror“ oder „Third Of Nine“ ließen einen nur schwer ruhig stehen bleiben. Der Band machte es sichtlich Spaß und Fronter Wolf verkündete, dass dieses Konzert mindestens so Geil, wie die Tour mit DEATH ANGEL sei, was ich ihm zwar nicht ganz abnahm aber dennoch Freude bereitete. Freunde des Thrashs sollten diese Band schleunigst kennen lernen. Live sind die Jungs auf jeden Fall eine Ohrenweide!

Alles in allem war das Dark Seasons 2008 ein voller Erfolg für die über 200 Anwesenden. Ich für meinen Teil bin 2009 gerne wieder dabei. Alleine die Location und das gemütliche Ambiente sind sehr einladend. Dank und Lob an den Veranstalter.
www.dezibel.cc/metal/

maxomer
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Beitrag vom 20.08.2008
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