TUSKA 2008 - TAG1: DIMMU BORGIR   ENTOMBED   CARCASS   THE SORROW   AMON AMARTH  
27.06.2008 @ Kaisaniemi, Helsinki

Alles „Pink“, war nicht etwa das Motto der diesjährigen Loveparade, sondern des mittlerweile elften TUSKA Metal Open Air Festivals im Herzen Helsinkis. Für drei Tage, vom 27.-29.6.2008 verwandelt sich der Platz hinter dem Bahnhof wieder in einen Platz der Huldigung des Schmerzes. Neben den alljährlichen Warmup Partys gab es heuer eine Neuerung, es spielten nämlich als Vorbote NIGHTWISH, AMORPHIS und EPICA auf dem TUSKA Gelände. So konnte, sofern man gewillt war für dieses Konzert extra zu zahlen vom späten Donnerstagnachmittag bis Sonntagnacht dem Metal-Gott gehuldigt werden.
Den Wettergott hatte man zumindest nicht auf seiner Seite und so wurde es eine unbeständige, jedoch hochkarätige und von 36.000 Metalheads besuchte Party, welche in Punkto Organisation und friedlich/familiären Ablaufes vorbildlich von Statten ging.

Nun aber zu denen, die den Ton angaben…
Die Ehre des Openers gebührte dieses Jahr MOKOMA aus Lappeenranta, die mit ihrer Mischung aus Trash der späten 80er/frühen 90er und Deathmetal die Bühne zum Beben brachten. Fehlen darf auch im Sound von Mokoma natürlich nicht die für finnische Musik typische Melancholie, die sich jedoch sehr in Grenzen hält - steht doch bei einer Liveperformance der Band Spaß und Energie im Vordergrund. Mokoma sind definitiv eine der besten Livebands, die ich kenne und jedes Mal aufs neue eine Klasse für sich und sehenswert.





Von den schon im „Business“ Eingesessenen ging es weiter mit den Frischlingen von TRACEDOWN, die mit „Without Walls“ gerade ihr Debüt veröffentlicht, das am 22ten August auch in die heimischen Läden kommt. Die Bandmitglieder, die bis auf Basser Pekko Heikkilä noch keine 20 Lenze alt sind machten ordentlich Stimmung auf der Sue Stage und hatten eine erfrischend ungezwungene Ausstrahlung - sechs junge Jungs, die ihren Spaß an ihrer Mucke und dem auf der Stage hatten. Mit ihrer Mischung as melodischem Deathmetal und Heavy Metal hatten sie das Publikum sowieso auf ihrer Seite. Ganz mit den Großen können die Jungs vielleicht noch nicht mithalten, doch sie stehen am Beginn ihrer Karriere und mit ihrer Bühnenperformance wurden etwaige Makel allemal beseitigt.





Nach den Neulingen im Metalbusiness ging es weiter zu den schon Alteingesessenen, den Wikingern von AMON AMARTH, die wiedermal eine lange List an Songs und natürlich auch ihre Trinkhörner mit im Gepäck hatten. Geändert hat sich in den letzten Jahren an ihren Liveshows recht wenig - so wurde man weder enttäuscht noch richtig überrascht – beglückt wurde man mit folgenden Songs: „Valhalla Awaits Me“, „An Ancient Sign Of Coming Storm“, „Asator“, „Fate Of Norns“, „Across the Rainbow Bridge“, „Death In Fire“, „Runes To My Memory“, „Victorious March“ und „“The Pursuit of Vikings“. Schade nur, dass es kein Song der grandiosen „Sorrow throughout the nine worlds“ Debüt MCD in die Setlist geschafft hat.





Als nächstes wurde ein Stück Österreich, genauer ein Stück Vorarlberg nach Finnland gebracht. Nach der diesjährigen FME – Finish Metal Expo spielten THE SORROW nun bereits das zweite Mal vor finnischem Publikum. Anscheinend haben die Jungs ihre Aufgabe auf der FME ganz gut gemacht, denn es drängten sich massenweise Zuschauer unter das Zelt der Inferno Stage. Die Jungs enttäuschten auch dieses Mal nicht und knallten dem Publikum die Songs ihres Debüts „Blessings from a blackened sky“ um die Ohren. Und auch die Bedeutung der „Wall Of Death“ hat sich bis nach Finnland durchgesprochen. Alles in allem eine sehr bemerkenswerte Leistung der Moshviertler - hiervon können sich wahrhaftig viele Bands eine Scheibe abschneiden.Über ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke in Sachen Finnland konnten wir Tobi und Andi im Interview wenig später selbst befragen. (INTERVIEW THE SORROW)






Totgesagte leben länger und manchmal stehen sie auch wieder auf; so auch im Falle von CARCASS, für mich der Hauptakt des Festivals. Nun ja, die Jungs sehen etwas älter aus als früher, aber von ihrem Flair haben sie nichts verloren und es tat verdamm gut, Perlen wie „Heartwork“ wieder zu hören! In ihrem Fall hat sich das Comeback sowas von gelohnt - etliche Leute haben auf diesen Moment gewartet und wurden mit Songs aus allen Schaffensphasen, von “Reek Of Putrefaction” bis “Swansongs” belohnt. Im Gesamten bekam man folgendes vor den Latz geknallt : „ Inpropagation“, „ Buried Dreams“, „Corporal Jigsore“, „Carnal Forge“, „Incarnate Solvent Abuse“, „No Love Lost“, „This Mortal Coil“, „Embodiment“, „Reek of Putrefaction“, „Keep on Rotting“, „Genital Grinder“, „Rotten to the Gore“, „Death Certificate“, „Exhume to Consume“ und last but not least „Heartwork“. So war es einfach nur schön, Jeff Walker, Michael Amott, Bill Steer und Daniel Erlandsson am Schlagzeug auf den Brettern zu sehen; da bleibt einem nur die Hoffnung sie in Zukunft noch oft on Stage bewundern zu können.





Weiter ging es mit den nächsten Legenden - dem Deathmetal Urgesteinen ENTOMBED - mit Songs wie “Left Hand Path”, “When In Sodom” oder “Clandestined” wurde man schell darüber hinweg getröstet, dass man auf der Inferno Stage gerade die finnischen Trash Granaten von THE SCOURGER verpasste. Allein schon das Stageacting von L.G. Petrov wäre es wert gewesen - war er doch den ganzen Auftritt damit beschäftigt, stolz seinen Bierbauch zu präsentieren und ihn genüsslich zu reiben. Ja, so ist es eben bei den richtigen Metallern - saufen, dazu zustehen und auf das Ergebnis stolz sein - ein bisschen Spaß muss eben sein. Danach ging es weiter in Richtung Norwegen zu den Headlinern des ersten Tages.

Nach 2005 betraten die Blackmetal Ikonen schlechthin die Bühne - DIMMU BORGIR. Über die Band viele Worte zu verlieren ist überflüssig, denn man liebt oder hasst sie. Mir wäre ein Headliner wie CARCASS auf jeden Fall lieber gewesen. So wurde bei Sonnenschein eine geballte Ladung Bombast Blackmetal geboten, welchen die Truppe rund um Frontkreischer Shagrath in gewohnt souveräner Weise darbot; für Blößen sind diese Herren einfach schon zu lang im Geschäft.






Der erste TUSKA Tag neigte sich mal wieder dem Ende zu –
nichtsdestotrotz stand es einem frei sich auf den Weg zu den diversen Aftershow Partys machen, die mit Bands wie SWALLOW THE SUN, AMORAL, BARATRUM oder BATTLELORE einiges darboten.


FOTOS + E-CARDS
www.tuska-festival.fi

Harald
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Beitrag vom 05.09.2008
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