METAL OVERDOSE # 23: CONSPIRACY   INZEST    DARIUS MONDOP   ALL FALLS DOWN   
05.09.2008 @ Posthof

Das schon lange zum Pflichttermin mutierte Underground Spektakel mit dem Namen Metal Overdose, im Linzer Posthof lud zur mittlerweile 23. Runde ein und mit von der Partie waren dieses Mal die Welser ALL FALLS DOWN, INZEST aus Tirol, DARIUS MONDOP und die Thrasher von CONSPIRACY, beide aus Oberösterreich.




Bei unserer Ankunft, kurz nach 20 Uhr rumpelte es schon mächtig im restlos ausverkauften kleinen Saal im Posthof, denn ALL FALLS DOWN quälten schon lautstark ihre Instrumente aufs äußerste. Technischer Frickel-Deathcore, der verschachtelt und für mich viel zu konfus aus den Boxen krachte. Die Zwei Songs, die ich hörte waren schwer hörbar und noch schwerer verdaulich. Auf jeden Fall Geschmackssache das Ganze. Ich persönlich konnte dem abgefahrenen Sound, der Welser nicht viel abgewinnen, auch wenn man der jungen Truppe jetzt schon eine gewisse Professionalität attestieren muss.




Danach folgten die Linzer, von denen ich schon einiges positives zu Ohren bekam, aber leider nie einen Ton ihrer Songs genießen durfte. DARIUS MONDOP, die teils aus den Überresten der Band MORTUS entstanden, überzeugten mit eher schwerem, basslastigem, aber dennoch agilem Sound, vom ersten Song an und verbreiteten unter den Anwesenden gleich eine Menge Stimmung. „A Long Way Home“ & „Queens“ groovten wie Sau, während „Grundsn“ schon etwas schwermütiger aus den Boxen wummerte. Mit der Stildefinition des Fünfers hatte ich so meine Probleme. Groovender, moderner Metal mit einem Schuss SEPULTURA und Stoner-Attitüde vielleicht. Ist aber im Endeffekt egal, die Jungs sind geil! Und auf jeden Fall innovativ. Der Band machte es auch sichtlich Spaß. Sänger Tom glänzte mit lustigen Ansagen und Gitarrist Jü lockte die Zuschauer vor jedem Song ein paar Schritte näher zur Bühne, bis dann endlich die ersten Reihen dicht gefüllt mitfeierten. Dass DARIUS MONDOP Spaß verstehen bewiesen sie mit dem ungewöhnlichen Song „Dürüm“, bei dem sie richtig Gas gaben. Ungewöhnlich für eine Metal Band war auch das, komplett in Weiß gehaltene Bühnen Outfit der Band. Tom, der wie eine Mischung aus Cavalera und Dez Fafara von DEVILDRIVER klingt, machte seine Arbeit souverän und lehrte uns, dass die Kängurus aus dem „Outback“ kommen und verkündete den letzten Song „Red Hot Silence“, mit dem das starke Set schön abgerundet wurde. Die Zugaberufe wurden dann leider ignoriert, aber DARIUS MONDOP waren nicht nur für mich die Überraschung des Abends!




Nach diesem fulminanten Auftritt hatten es INZEST dann schon schwer, aber die Tiroler, allem voran Fronter Maggo an den "Vokills", dem man einen gewissen Entertainer-Ruf nachsagt, hatten die volle Bude gut im Griff. Den Stil der Band bezeichnen sie selbst als Deathcore, was im realen Leben eigentlich eine Mischung aus brutalem, schnellen Death/Thrash mit Hardcore Einschlag darstellt. Auch wenn es einem Großteil der Anwesenden sehr gut gefiel und sich auch recht schnell ein Moshpit und sogar eine "Metal-Polonaise" mit den üblichen kleinen „Power Rangers“ bildete, war der Sound, abgesehen von den starken Grindeinlagen und den stellenweise schreddernden Gitarren, ein etwas eintöniges, wildes Gebolze, was aber großteils am sehr schwammigen Sound und dem nicht sehr abwechslungsreichen Gesang lag. Außerdem langweilten sich 4 der 5 Saiten des Bassers wohl aus Unterforderung. Dennoch machte INZEST Spaß, obwohl eben Brutalität nicht alles ist. Die Ansagen im Tiroler Dialekt waren dann auch noch recht unterhaltsam. Freunde von geballter Brutalität, die mal gerne ausrasten wollen, konnten dies zu dieser Band in den ersten Reihen sehr ausgiebig unternehmen und dürften zufrieden gestellt worden sein. Von den Tirolern wird man sicher noch einiges hören.




Den Abend würdig abschließen sollten dann CONSPIRACY, was sie ganz gut machten. Auch wenn der Name darauf schließen lässt, handelte es sich hier nicht um eine weitere Nachahmungsband der Tribal-Thrash Gebrüder. Einzig und allein die Dreads des Gitarristen war als Gemeinsamkeit zu erkennen. Die oberösterreichische Thrash-Formation setzte stattdessen neben ein paar melodischen Leads, auf die üblichen Thrash-Elemente und lieferte somit passablen Headbangstoff für die Anwesenden, die auch sofort zur Tat schritten. Ob Old-School-Beat, mit aggressiven Shouts, Doublebass oder den shreddernden Gitarren, waren alle Nuancen der Bay-Area vollends vertreten. Vorallem SLAYER ließen hier und da mal Grüßen, was den Moshfaktor nochmals erheblich steigerte. CONSPIRACY bewiesen, dass sie technisch so einiges drauf haben, aber leider stellte sich über lange Strecken dann eine gewisse Langatmigkeit ein, weil hier und da einfach das gewisse Etwas fehlte, damit der Funken vollends über springen konnte. Meistens lag das auch am schwer auffindbaren, oder eben schlicht fehlenden Chorus. Dennoch tat das der Stimmung keinen Abbruch und es wurde noch energisch bis zur mitternächtlichen Stunde gefeiert, um danach noch den Flüssigkeitsverlust mit Bier und ähnlichem Gebräu wieder auszugleichen.




So ging also ein feiner Abend mit guten Bands aus dem Österreichischen Underground zu Ende. Das Metal Overdose konnte bis jetzt noch immer seine Besucher zufrieden stellen und für 8 Euro so einiges bieten. Man darf schon gespannt sein, wen wir am Overdose #24, der dieses Jahr noch stattfinden soll, begrüßen dürfen.


FOTOS + E-CARDS
www.myspace.com/posthof_metal

maxomer
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Beitrag vom 09.09.2008
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