JACK FROST   END OF GREEN  
19.09.2008 @ Stadtwerkstatt

JACK FROST, die Linzer Veteranen in Sachen Gloom Metal, luden nicht nur zum Release ihres langerwarteten neuen Release „My Own Private Hell“ ein, sondern feierten zu diesem Anlass auch gleich ihr 15-Jähriges Bandjubiläum. Nicht nur eine kleine Fanschar, sondern auch Labelkollegen und langjährige Freunde der Band END OF GREEN wurden zu diesem speziellen Ereignis eingeladen.





Den Anfang machte aber TRANSILVANIAN BEAT CLUB, was das Nebenprojekt von EISREGEN-Schlagwerker Ronny „Yantit“ Fimmel darstellt. Was aber dieser merkwürdige Bandname bedeuten mag und welche Töne aus den Boxen erschallten, sollte mir aber verborgen bleiben und wird sich mir wohl nie erschließen, da ich erst gegen 22:30 Uhr an der Location ankam.


Dass JACK FROST es gerne spät haben ist seit jeher bekannt, aber dass ich gerade rechtzeitig zum Changeover kam und dadurch nichts von den fünf Berufs-Melancholikern END OF GREEN verpasste, überraschte und freute mich gleichermaßen. Und am Anfang war der Nebel. Die kleine Bühne war vor lauter Dunst nicht sehr deutlich zu sehen. Die Schemen, die sich dann als Michelle Darkness und Co herausstellten, waren nur vage zu erahnen. Aber das war auch nicht wichtig. Düster und rockend ging es los und END OF GREEN begeisterten. Fans der Band und solche die es an diesem Abend werden wollten kamen voll auf ihre Kosten. Die tiefe, angenehme und Atmosphäre versprühende Stimme von Michelle fuhr unter die Haut und war für eine Düster-Gothic-Rock Band überraschend variabel. Die Show, gespickt mit Hits, wurde nur durch seltene und kurze Ansagen des Fronters und einem technischen Gebrechen, nicht am Schlagzeug sondern an dessen Bearbeiter, unterbrochen. „Krampf,… auch nicht mehr der Jüngste“, stellte Mr. Darkness klar. Wenn ich die Musik, die nicht selten für Gänsehaut sorgte, aber auch zum Bangen einlud, beschreiben müsste, würde ich „HIM für Erwachsene“ sagen. Außerdem beherrscht die Truppe es, drei Gitarren zu verwenden, so dass man dies auch hört. Sogar IRON MAIDEN scheitern manchmal daran… das sollte einem schon zu denken geben!




Unchristliche Zeit, 0:15, Dunkelheit, Melancholie, Schmerz, Doom, oder doch Gloom? Egal – JACK FROST. Wer eine CD dieser Truppe zu Hause hat oder je eine der unter die Haut gehenden und in Knochen und Mark fressenden Live-Shows der Linzer Institution gesehen hat, dem brauche ich nicht viel erzählen. Dennoch komme ich nicht drum herum zu versuchen, welch Atmosphäre die Band um Phred Phinster erzeugen, hier zu offenbaren. JACK FROST machten den Einstieg, wie meist mit den eher rockigen Nummern „Dirty Old Man“ und "Still" vom neuen Longplayer, etwas leichter. Im weiteren Verlauf bohrten sich jedoch die Riffs und Vocals, die die Trauer förmlich raus schrien, in Kopf und Gehrin („100 Percent Pain“, „Forlorn“), während die Cover Songs der Klassiker „California Dreaming“ & „Leaving On A Jetplane“ aus den guten alten 60ern, absolut perfekt in den Doomigen Sound adaptiert, für etwas Auflockerung sorgten. Klar, wem Doom Metal seit jeher ein Gähnen hervorlockt und nur mit BLACK SABBATH in Verbindung bringen kann, der wird auch mit JACK FROST seine Meinung nicht ändern. Je länger die Show wurde umso mehr wuchs der Wunsch in mir, die Sonnenbrille, die der END OF GREEN Fronter bei seinem Auftritt auf der Haube hatte, zu besitzen, denn das Stroboskop machte nicht nur das Fotografieren zur Qual sondern brannte mir schön langsam die Netzhaut von den Augen.




„It’s PRIEST-Time“, lies Phred in der Mitte des Sets verlauten und begrüßte Harry Hurtig von selbiger Kult-Kappelle, der mit Micro á la Johnny Cash und Westerngitarre ausgerüstet die Coversongs seiner eigenen Band, „Last Monday, Red Roses Day“ mitspielte bzw. mitsang. Die beiden Songs versprühten gleichermaßen Melancholie und Westernflair und wussten in dieser Fassung zu begeistern. Zur Zugabe enterte dann „Michl Darkness“, wie ihn der Fronter ansagte nochmals die Bühne um bei „Days Never End“ erneut die Haare am ganzen Körper aufstehen zu lassen. Wahnsinn, kann ich nur sagen und denke nicht, dass ich annährend beschreiben kann, wie intensiv dieser Gig war. Selber erleben! „Heite Drah I Mi Ham“ machte dann noch den Abschluss.




Setlist JACK FROST:

Dirty Old Man
Still
100 Percent Pain
Me And Dark And You
Mother Mary Sleeps With Me
California Dreamin
Last Monday (feat. Harry Hurtig)
Red Roses Day (feat. Harry Hurtig)
You Are The Cancer
My Private Hell
Leaving Song
The Dance
Forlorn
Queen
---
Days Never End (feat. Michelle Darkness)
Leaving On A Jetplane
Heite Drah i Mi Ham


Frostig war es dann auch wirklich, als ich gegen 02:00 Uhr den Heimweg, mit dem Gedanken, dass JACK FROST wieder einmal bewiesen, was für ein Hochkaräter hier in Linz unter uns weilt, antrat. Nichts für leichte Gemüter, aber ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte.



FOTOS + E-CARDS
www.jackfrost.at

maxomer
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Beitrag vom 22.09.2008
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