METAL INVASION #2 TAG1: GRAVEWORM   NEAERA   ABORTED   TEXTURES   KROMLEK   SCARED TO DEATH  
17.10.2008 @ X-Point Halle

Das Passauer Metal Invasion, das mir vom Vorjahr noch ganz gut in Erinnerung geblieben ist, ging nun in die 2te Runde. Vom Lineup her ist die Qualität meines Erachtens leider etwas gesunken, dennoch waren einige Highlights erkennbar. Somit hatten die Thrasher unter den Besuchern mit DESTRUCTION einen sehr würdigen Headliner, während die Death Metal Fraktion mit FLESHCRAWL, ABORTED und einem sehr heißen Export aus unseren Landen, namens HOLLENTHON, vorlieb nehmen konnte. Auch im Metalcore und Pagan Bereich gab es so einiges zu hören. Auch bemühte sich die zweite Ausgabe des Metal Invasion wieder sehr, Bands des Undergrounds zu supporten. Somit konnte die Invasion also beginnen...

Bei unserer Ankunft in der X-Point Halle am Passauer Messeglände wurde das Earshot-Team erstmal etwas verwirrt, da SCARED TO DEATH gerade die Bühne enterten (THROUGH YOUR SILENCE und SPELLBOUND hatten wir leider verpasst), die eigentlich am Samstag erst angekündigt waren. Das Trio aus Lederdorn lieferten musikalisch einwandfreien Knüppel Thrash Metal und somit eine eigentlich ganz passable Leistung, störend war aber dann doch die Tatsache, dass die Jungs nicht viel neues boten, was jetzt eigentlich nicht so sehr ins Gewicht fiel. Die Eintönigkeit von Sänger Ernst und die nach schon 20 Minuten einstellende Langeweile aufgrund von Variationslosigkeit dafür umso mehr. Auch eine 2te Gitarre hätte der Soundwand ganz gut getan, aber summa sumarum ein gelungener Auftritt.

Grund für den verfrühten Auftritt war das Ausfallen der rumänischen Horror Metal Combo POWERWOLF, was mich sehr ärgerte, da diese schon auf der Tour mit BRAINSTORM in Wien ihren Gig cancelten. Mich beschleicht schon das Gefühl, dass diese Band physisch gar nicht existiert. In den Pausen konnte man auch sehr schön den kleinen Metal Market abstöbern, wo es einige nette CDs, und Accessoires zu finden gab, außerdem konnte man am „Schwermetall der Film“ Stand unter anderem Flummys abgreifen.

Mit KROMLEK ging es im Lineup dann wieder normal weiter. Das erste Heidenfutter wurde also schon gesät. Die Bayern verwenden dabei eine schon recht bekannte Rezeptur, die AMON AMARTH schon sehr weit gebracht hat. Melodischer Mittempo Death mit folkloristischen Melodien und dementsprechendem Bühnenoutfit beziehungsweise Kriegsbemalung. Ersatzfronter Lainedil, der für den ausgestiegenen Alphavarg eingesprungen ist, war auch von Vorbild Johann Hegg nicht sehr weit entfernt, außer vielleicht, was das Stimmvolumen betrifft. Umgehauen hat mich und wohl auch viele andere, dieser Auftritt nicht, aber sehr solide war dieser dennoch.




Als nächstes durften die Niederländer TEXTURES als erste nicht-Germanen Band ran. Die Kapelle bezeichnet sich laut Homepage als Prog Death Metal Band, was ich nicht als ganz richtig erachte, denn sowohl der gewichtige cleane Anteil, als auch die Screams liegen eher im Metalcorebereich. Was die Tatsache, dass die Jungs gerade mit NEAERA auf Tour sind auch bestätigen mag. Mit verschachteltem Riffing und einigen Synthis kam auch ein gewisser experimentaler Faktor und sogar en gewisser Pathos hinzu. Für so manch Riff könnte wohl MESHUGGAH Pate gestanden haben. Abgerundet wurde dieser starke Auftritt noch von den variantenreichen Vocals des Fronters Eric Kalsbeek. Jedoch war es sicherlich für manch Besucher, der die anspruchsvollen Songs nicht schon von den Platten her kannte, etwas schwerer verdaulich.




Gegen 21 Uhr sollte sich aber dann endlich das erste große Highlight in Form von Landeskollegen ABORTED einstellen. Die Holländer haben sich in den letzten Jahren vom Geheimtipp zur absoluten Death Metal Institution hochgeknüppelt, was das neue Werk „Strychnine.213“ einmal mehr bekräftigt. Die Gitarren wurden mit Highspeed gewürgt, während Frontsau Sancho ins Micro grunzte, was die Stimmbänder hergaben. Schön wurde die ganze Diskografie abgeknüppelt, wobei der neue Output natürlich nicht zu kurz kam. Nun bildete sich auch der erste Moshpit, der nicht sehr gefüllten Halle und die Matten wurden auch endlich vollends durchgeschüttelt. Natürlich sind ABORTED keine leichte Kost und nichts für Zartbesaitete, aber die Live-Performance der Truppe ist schon einen Konzertbesuch wert.




Nach einer Stärkung an der Bar, wo es auch Met, Jacky Cola und andere feine Sachen für die man aber vorher behämmerte Bons eintauschen musste, aber zu einem passablen Preis käuflich erwerben konnte, ging es mit NEAERA weiter. Die auch aus Deutschland stammende Metalcore Formation wird, soweit ich mir das prophezeien traue, in der langsam aber doch sterbenden Musikrichtung, eine der wenigen sein, die dieses Sterben problemlos überleben sollten. Sympathisch, agil, technisch und spielerisch brillant lieferten sie wiedereinmal einen famosen Gig ab, der keine Wünsche offen lies, außer vielleicht eine längere Spielzeit. Der Hit „Let The Tempest Come“ oder das atmosphärische „Synergie“ waren nur zwei der erwähnenswerten Höhepunkte, bei denen der Circle,- und Moshpit tobte. Energiegeladener Auftritt, der aber dennoch nicht an den des Summer Nights Festival ran kommt.




Wer nun noch konnte durfte dem Headliner GRAVEWORM zu später Stunde noch die Stange halten. Die Südtiroler, die ihre Wurzeln im Black Metal sehen, aber diese schon vor längerer Zeit weit ausgebaut haben, enttäuschten wie ihre zwei Vorgänger nicht und lieferten einen würdigen Abschluss für diesen Abend. Melodisch, aber aggressiv, schnell, aber mit Gefühl, so kennt man GRAVEWORM und das zelebrierten sie auch fleißig auf der Passauer Bühne und so gab es eigentlich nichts zu bemängeln. Auch die Setlist war ein schöner Querschnitt der Diskografie der Grabwürmer, so konnte man fleißig zu "I-The Machine", dem Klassiker "Nocturnal Hymns" oder auch "The Day I Die" vom aktuellen Output, abgehen.

Zum Abschluss des Abends bzw. schon vorangeschrittenen Nacht, denn die Uhr zeigte schon 01:20 Uhr an, gab es noch einen Gig der Band Symphonic Black Metal Band SYCRONOMICA, den ich aber nicht mehr miterlebte, zu sehen.


FOTOS + E-CARDS
www.metal-invasion.de

maxomer
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Beitrag vom 24.10.2008
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