HERMANO   LOS NATAS   SCOFF  
11.11.2008 @ Arena

Mit HERMANO kommt die Wüste nach Wien. Obwohl, ansehen tut man dies den Herren, allen voran John Garcia nicht. Ohne im zu Nahe treten zu wollen: Er hat ein bisschen zugelegt und würde mit seinen – nun schulterlangen – Haaren, wohl sehr gut auf eine Musicalbühne passen. Unser Chefredakteur findet auch eine Ähnlichkeit zu Thomas Anders - sosehr kann ein optischer Eindruck trügen!

Aber noch mal von Anfang an: SCOFF, zu deutsch Spott oder Hohn, eröffnen den Abend. Es ist nicht leicht, ihrem Sound auf die Schliche zu kommen. Zu viel verpacken die drei Münchner in ihre Songs: ein bisschen LED ZEPPELIN, in manchen Passagen ein bisschen METALLICA und ab und zu auch etwas von TOOL. Dann steckt natürlich etwas Wüstenrock drinnen – somit passen sie ganz gut ins Line-up. Es ist eben nur eine Nummer kleiner, in unseren Breitengraden sind ja auch Sandsteinbrüche beinahe Wüsten. Live machen die Drei durchaus eine gute Figur – gut: Schlagzeuger Maltes Livemoves sehen mehr nach Stadion aus, und auch Schlagzeugsolos haben meist einen unzeitgemäßen „Stadion-Beigeschmack“. Aber hier passt es ganz gut ohne in peinliche Selbstdarstellung abzugleiten. Kurz und ziemlich straight, so was geht auch heute noch. Das Publikum haben sie auf jeden Fall auf ihrer Seite.





LOS NATAS aus Argentinien gehen die Sache etwas ruhiger an. Ihre Songs starten leise, mit ordentlich Fuzz und Wha-Wha auf der Gitarre. Aber anders als bei vielen psychedelic Rockern geht bei LOS NATAS die Stimmung nicht ins Leere. Als Zuhörer versteht man meist, wo sie hinwollen. Auch, weil man sich bei ihnen voll und ganz auf die Musik konzentrieren kann – eine Showband sind sie ja nicht gerade. Und doch kratzen sie auch hier die Kurve und bringen mit einem Gastsänger die Rockshow zurück auf die Bühne. Am Schluss gibt es dann MOTÖRHEADs „Ace of Spades“, dass sich gut ins Set einpasst und somit den Kreis zwischen psychedelischen Ausflügen und erdigem Rock schließt.





Zeit für den Hauptact. Wie gesagt, John Garcia sieht ja nicht aus wie der „Angry American“, er sieht nicht nach großem Rock und auch nicht nach Wüste aus – warum trägt er seine Haare schulterlang? Aber das ist ja vollkommen egal: die Songs sprechen für sich und für die gelungene Liveshow reicht locker einer vom Format des SUPAFUZZ-Gitarristen David Angstrom. Und dass sie bei ihrem Arena-Gig eine gute Show ablieferten, steht wohl außer Frage. Die Songs rocken und bringen auch in ein wüstenfreies Land, einen kleinen Vorgeschmack, wie es so sein muss in einer aufzuwachsen. Gut die Gitarren hätten für meinen Geschmack etwas lauter und präsenter sein können – zu oft hat Garcias Stimme die brachialen Gitarrenriffs vollkommen überlagert, aber man bekommt die Riffs so wie so nicht aus dem Kopf, man kann sie sich im Fall des Falles auch mal dazudenken. Somit schafft HERMANO ein hervorragendes Konzert, das alle Erwartungen locker erfüllt. Die Fans in der ersten Reihe konnten noch dazu ein paar Mal auf Angstroms Gitarre mit“tappen“ – mehr kann man sein Publikum nicht involvieren.






FOTOS + E-CARDS
www.hermanorocks.com

doubleRR
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Beitrag vom 15.11.2008
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