TRIBUTE TO NOTHING   TALK RADIO TALK   OK KING   
20.11.2008 @ Viper Room

Den nimmer- tourmüden TRIBUTE TO NOTHING eilt der Ruf einer großartige Liveband zu sein voraus, und wer die Brüder Turner +Gitarrist schon einmal in Aktion erleben durfte, wird dies durchaus bestätigen können. Die Band zieht schon seit Mitte der 90er ihr Ding durch, der Zugang zu einem breiteren Publikum blieb ihnen bis dato aber verwehrt, obwohl TTN 99% der in den UK gehypten Bands in Sachen technisches wie musikalisches Können und Gespür zum Frühstück verspeisen.

Wie diese einleitenden Worte schon vermuten lassen, ist es beim Autor mit der Objektivität gegenüber dieser Band nicht gut bestellt, verbindet er doch zu gute Erinnerungen an deren furiose Auftritte - erwähnt sei hier nur der alles in Schutt und Asche legende Gig in St. Pölten, Ostern 2004. Da sich die vier Herren nun doch einmal dazu entschlossen eine längere Tourpause einzulegen, war es natürlich angebracht die Gelegenheit TRIBUTE TO NOTHING nochmals live zu sehen nicht verstreichen zu lassen.

Eröffnen dürfen den Abend die Lokalmatadoren OK KING, die anscheinend auf der aktuellen Welle des Heavy-Riffrocks surfen. Vergleiche zu Bands wie TORCHE wären durchaus angebracht. Eine Band mit viel Potential, hoffentlich gibt’s von denen bald mehr zu hören.




TALK RADIO TALK aus Deutschland überzeugen danach mit einer integeren Melange aus Hardcore, Punk, Screamo und Rock. Zum einordnen seien THURSDAY, FINCH (nur zweites Album), aber auch EVERY TIME I DIE und die BLOOD BROTHERS genannt.
Dennoch überzeugt TALK RADIO TALK mit eigenständigen wirklich guten abwchslungsreichen Songs und guter Liveshow. Freunde der hier gedroppten Truppen sollten sich diese Band ganz oben auf die „Unbedingt Reinhören-Liste“ schreiben.



TRIBUTE TO NOTHING gaben von beginn an Vollgas - Kompliment auch an dieser Stelle an den Tontechniker für den satten aber vielleicht etwas zu lauten Sound - nahmen aber nach dem zweiten Song deutlich das Tempo zurück. Schade eigentlich denn der Funke von der Bühne war gerade dabei auf die Crowd überzuspringen. In Sachen Bühnenshow lieferte das Quartett aber gewohnte Kost, wildes „Gitarrenherumreißen“ der Mikroständer fliegt durch die Gegend nur die an sich üblichen Sprungeinlagen auf, wie vor die Bühne scheitern wohl an der geringen Raumhöhe des Viper Rooms. Die hemdsärmeligen Postcore Helden in der Tradition von Bands wie DRIVE LIKE JEHU, SMALL BROWN BIKE, LEATHERFACE und natürlich HOT WATER MUSIC oder auch THE DRAFT lieferten einen Querschnitt durch die letzten drei Alben. Wie auch bei den eben genannten Formationen üblich zeigte sich auch bei TRIBUTE TO NOTHING das Publikum als sehr textsicher.



Das reguläre Set beendeten sie mit grandiosen „Day In Day Out“ vom letzten Album „Breathe How You Want To Breath“. Und mit der Band-Hymne „Name Of Distrust“ entließen die Vier die knapp 100 Anwesenden in die kalte Nacht. Zwar nicht das beste TTN-Konzert in Österreich, aber trotzdem gewohnt hohe Qualität die hoffen lässt, dass die Herrschaften ihre Tourpause schnell beenden oder zumindest mit einem Album überbrücken.
www.tributetonothing.com

tsunemoto
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Beitrag vom 24.11.2008
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