FIREWIND   ELDRITCH   KIUAS   THE DRAGONSLAYER PROJECT    SERGEANT STEEL  
28.11.2008 @ Viper Room

Endlich wieder eine ordentlich Packung Power Metal in Österreich. Die griechischen Melodic Götter, direkt vom Olymp dieses Genres – FIREWIND - gaben sich im Viper Room die Ehre und hatten massig Unterstützung mit: Die Linzer (Alberndorfer) "Hairmetal-Pussies" SERGEANT STEEL und das DRAGONSLAYER PROJECT eröffenten als Locale Supporter den Abend. Im regulären Tourpaket gab es noch eiskalten Power Metal direkt aus Finnland (KIUAS) und südländischen Prog-Flair in Form von ELDRITCH.

Vorneweg kann ich schon einmal sagen, dass dies eine geniale Nacht voller wundervoller Musik war, dennoch kam ich mir vor wie in der Komödie der Irrungen, aber erstmal von vorne. Um 19:00 stand mein Interviewtermin mit FIREWIND’s Front- Gottheit Apollo an, der aber Aufgrund des Abendessens der Band verschoben wurde. "Macht nix, dann gibt’s halt erstmal SERGEANT STEEL aus (der Steel City) Linz", sagte ich mir und begab mich nach unten, wo die 5 lustig anzusehenden Linzer die Bretter mit absolut kitschigem Hair Metal Outfit betraten. Und genau so eine Art von Musik servierten sie auch. GUNS N ROSES, MÖTLEY CRÜE und den sonstigen Verdächtigen wurde gehuldigt und das nicht mal schlecht, wenn man bedenkt, dass dies der zweite Auftritt überhaupt von der Band aus der Asche von BLOOD STAINED war. Nach einer sehr gelungenen Eigeninterpretation von „We Will Rock You“ gab es anerkennenden Applaus und die Bühne wurde für „THE DRAGONSLAYER PROJECT“ frei gemacht.

Die Wiener, in mittelalterlicher Tracht begaben sich nach kurzer Pause auf Drachenjagd und machten mit zuckersüßen Melodien, haufenweise Keys und einer fetten Ladung Doublebass ihrem Namen alle Ehre. Doch wurden sie leider Opfer eines viel zu schlechten Sounds. Erheblich zu laute Vocals, fast kein Bass und die Melodie-Lines klangen durch dieses Sound-Wirrwarr anfangs stark nach Volksmusik. Sehr schade, denn Potential und Können konnte man definitiv hören. Nach 2 Songs musste ich aber abhauen um mein Interview nachzuholen, habe mir aber sagen lassen, dass der Mann an den Reglern die Situation im Verlauf des Gigs noch in den Griff bekam.

Rechtzeitig zu KIUAS, die ich von den letzten Alben noch sehr positiv in Erinnerung hatte, kehrte ich in die Konzerthalle des Viper Room zurück um zu meinem Entsetzen eine sehr hässliche Band mit Gesichtsbemalungen zu erblicken, die zu der von mir erwarteten Musik so gar nicht passen wollten. So kann man sich täuschen. Aber vorerst kam Sänger Ilja Jalkanen, mit Akustik-Klampfe ausgerüstet, alleine auf die Bühne und ließ in gebrochenem Deutsch verlauten: „Ich bin KIUAS, just me“, und startete eine akustische Version von Paranoid, die sehr witzig anzuhören war. Nun folgte der Rest der Band, alle oben Ohne, ob Ranzen oder nicht war da scheint’s egal. Der Song „Conquer“ begeisterte sofort die Zuschauerschar und versprach ein starkes Set. Mit absolut witzigen piratenähnlichen Ansagen und Rumgeblödel punktete der Sänger und startete so mitsingkompatible Songs wie „The New Chapter“ und „Warriror Soul“. Doch plötzlich, wie aus dem Nichts war’s schon wieder vorbei. Da stimmte doch was nicht!? Auf jeden Fall schade.



Auch bei ELDRITCH kam zum Schluss Verwirrung auf. Der braungebrannte Italienische Frontgnom Terrence zog nicht nur mit seiner guten stimmlichen Leistung Aufmerksamkeit auf sich, nein auch mit ziemlich labilen Blicken und Zuckungen, die perfekt zu den Beats passten. Die progressiven Klänge, waren an diesem Abend sicher die anstrengendsten, aber dennoch wurden sie nicht weniger begeistert aufgenommen. Saubere Leistung, aber plötzlich war der Spaß auch wieder vorbei. Mir kamen Bedenken, ob denn der Veranstalter sich hier nicht etwas verplant hat; es sollte doch jedem klar sein, dass vier Support- Bands in 3 Stunden nur schwer unterzubringen sind. So kam es, dass die 2 Hauptsupporter eigentlich fast mehr Umbauzeit als Spielzeit hatten und FIREWIND mit einer Verspätung von 40 Minuten auf die Bühne kam.



Die sympathischen Griechen, die mich auf der Tour mit KAMELOT im Frühjahr schon sehr begeisterten, ließen sich aber keineswegs beirren und starteten das energiegeladene Set fulminant mit „Into The Fire“ und gingen nahtlos in das vor genialen Melodien nur so strotzende „Head Up High“ über. Von der ersten Minute an wurde FIREWIND von der Wiener Fangemeinde regelrecht abgefeiert. Das Hauptaugenmerk lag definitiv auf dem aktuellen starken Werk „The Premonition“, aber eine Vorwarnung brauchte hier keiner mehr, denn jeder Anwesende wusste sofort, dass hier lupenreiner Melodic Power Metal mit extremer Spielfreude und Energie, die seinesgleichen Sucht, geboten wurde. Der charmante Apollo heizte die sowieso schon kochende Fangemeinde noch mehr an. Sehr freute ich mich über die alten Kracher, wie „Kill To Live“, „The Fire & The Fury“ und dem schlichtweg genialen „Between Heaven & Hell“, das stimmgewaltig mitgesungen wurde. Apropos Stimme: Apollo war auf Höchstform und glänzte mit seiner melodiösen Stimme, aber auch die Gitarristen Gus G. und Bob Katsionis, (der zwischendurch bzw. manchmal sogar gleichzeitig das Keyboard bediente), sind absolute Meister auf ihren Instrumenten und bewiesen dies an diesem Abend aufs neue. Gerade Gus wird nicht umsonst Gitarrenwizard genannt. Die Jungs tobten sich auf der Bühne aus als gäbe es kein Morgen. Nicht selten mussten Kabel entwirrt, Schlagzeugteile zusammengeschraubt, oder das Keyboard wieder aufgestellt werden.



Natürlich durften auch die Hits „Mercenary Man“, „Till The End Of Time“ und die schöne Ballade „My Loneliness“ nicht fehlen, während es zur Zugabe noch die Fun-Nummer „Maniac“ und das unumgängliche „Falling Into Pieces“ gab. Die Band wirkte, als könnte sie gar nicht realisieren, was hier abging – Gus G. bedankte sich unzählige Male und sagte, dass ein Traum war geworden wäre. An seinen wässrigen Augen erkannte man auch, dass er wirklich von Herzen sprach. Der „FIREWIND, FIREWIND“- Chor wollte nicht abebben und so konnte er es nicht mehr halten und musste schnell das Feld räumen. Ein unvergesslicher und rührender Abend ging vorbei. Bitte bald mehr davon! Dass es Komplikationen bei den Vorbands gab, scherte nun auch keinen mehr. Auch der Sound war, dank FIREWIND- Crew beim Headliner glasklar.



Wer dieses Event verpasst hat, ist selber schuld. Die Griechen klettern zu Recht weiter in Richtung Spitze des Metal Olymps!


Setlist FIREWIND:

Into The Fire
Head Up High
Kill To Live
Angels Forgive Me
The Silent Code
The Circle Of Live
The Fire And The Fury
My Loneliness
Drum Solo
Mercenary Man
Till The End Of Time
Between Heaven And Hell
-
Maniac
Falling Into Pieces

www.kiuas.net
www.eldritchweb.com


FOTOS + E-CARDS
www.firewind.gr

maxomer
Weitere Beiträge von maxomer

1 bereits abgegebene Kommentare


Zurück

Beitrag vom 03.12.2008
War dieser Bericht
interessant?

344 Stimme(n)
Durchschnitt: 5.35
Diesen Beitrag bewerten:
  
Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: