UNLEASHED   KRISIUN   ONE MAN ARMY & THE UNDEAD QUARTET  
03.12.2008 @ Spinnerei

Im kleinen Städtchen namens Traun, in der nähe von Linz, spielte sich, nach dem MORBID ANGEL Gig vor ein paar Jahren und dem heurigen DISMEMBER Auftritt, wieder einmal etwas in Sachen Death Metal ab und das ist gut so. Angeführt von den Nordmännern UNLEASHED begaben sich das Inferno KRISIUN aus Brasilien und die ONE MAN ARMY (& THE UNDEAD QUARTETT) in die Schlacht um Traun.

Bis dreiviertel 9 musste man ausharren um endlich die Ein-Mann-Armee einmarschieren zu sehen, denn vorher durften noch der Lokale Support Band MORBID BREED, die an sich eine ganz gute Figur machten ran.(Fraglich war aber doch sehr, warum 2 Sänger, die kein Instrument bedienten mit fast identere Stimme, gemeinsam auf der Bühne machen.) Außerdem durften die finnischen Dark Metaller SHADE EMPIRE, die mir bisher noch gar nichts sagten, ihr Set vortragen.

Bei ONE MAN ARMY war eines von Anfang an klar. Hier wird gemetzelt, gegroovt und gebolzt. Gefangennahmen oder Gnade waren nicht zu erwarten. Der Feldzug startete souverän mit „Misfit With A Machinegun“ und dann wurde von den vier Untoten Musikern mit dem Death N`Roller „Devil On The Red Carpet“ vom genialen Debüt „21st Century Killingmachine“ mächtig eins draufgesetzt. Johan Lindstrand war nicht nur super drauf, sondern überzeugte auch mit einer wahnsinnis Live-Stimme, direkt aus der Hölle. Durch sein exzessives Stage-Acting war sein Polyesterhemd schon vollends durchgeschwitzt, als der den dritten Schlag „Mine For The Taking“ ankündigte. Der leider anfangs sehr schwammige Sound besserte sich zwar im Verlauf des Auftrittes, aber wurde dennoch nicht wirklich sauber. Egal, Spaß hat’s definitiv gemacht, denn neben den neuen „Grim Tales“ wie zum Beispiel „Cursed By The Knife“ schossen die Jungs auch noch die zwei Klassiker „Bulldozer Frenzy“ und „So Grim, So True, So Real“ nach. Wieder ein siegreicher Schlachtzug der Schweden.



Als nächstes standen die Exoten KRISIUN am Plan, die nach einer kurzen Pause auch schon die Bühne in Schutt und Asche legten. Wer hier traditionelles Death Futter zum Bangen suchte, war fehl am Platz, denn die Südamerikaner starteten ein Riff-Inferno nach dem anderen und servierten erstklassigen technischen Death Metal auf höchstem Niveau. Der Name des aktuellen Albums „Southern Storm“ hätte nicht besser gewählt sein können. Drummer Max Kolesne bearbeitete sein Drumset so exakt als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht. Egal ob Grind, Blast oder einfach nur Doublebass in unmenschlicher Geschwindigkeit; so manch Schweizer Uhrwerk könnte ihre Fabrikate danach stellen. Zum Bangen blieb da wie erwähnt nicht viel Zeit. Zum Staunen schon mehr. Kompromisse machte die Band auch definitiv keine, was auch die Tatsache beweist, dass Bruder Moyses Kolesne als einziger Gitarrist bei KRISIUN am Werke ist, während Fronter Alex Carmago auch den Bass wummern lässt.



Nun war es soweit für die einzig wahren Vikinger, die ohne Pagan und Folk auskommen. UNLEASHED – Speerspitze des Death Metals seit Anfang der Neunziger lieferten die Jungs um Johnny Hedlund in regelmäßigen Abständen hochwertige Schwermetall-Arbeiten ab. Die schwedische „Hammer Battalion“ spielte nicht nur die neuen „Warriors Of Midgard“ und „I Want You Dead“ vom aktuellen Album ab, sondern begeisterten mit Klassikern wie “Death Metal Victory“ und „Precious Land“. Und sogar „Into Glory Ride“, das sowieso schon Geschichte geschrieben hat und stimmgewaltig mitgesungen wurde, durften die Zuschauerschar von geschätzten hundert Anwesenden vernehmen. Johnny, auch gut gelaunt, suchte mehrmals Kontakt zu den Zuschauern und regte diese auch zum mitgrölen an. Wirklich schade war nur, dass der Sound auch hier nicht der feinste war. Natürlich durften auch die neueren Brecher von den letzten drei Outputs auch nicht fehlen. „Winterland“, „Midvinterblot“ und „Hammer Battalion“ fügten sich bestens ins Set ein.



Fans des Death Metals konnten nun zufrieden heim gehen, denn die Mischung und die Bands waren gut, wobei der Sound und die etwas zu klein ausgefallene Besucherzahl doch merklich auf die Stimmung schlugen. Erfreulich ist aber, dass UNLEASHED schon Anfang nächsten Jahres das Pagan Fest headlinen werden, wobei die Jungs, wie schon erwähnt, nichts mit dem Volkstümlichen ihrer Heimat zu tun haben. Man kann auch ohne dies Odin huldigen, was er sicher gutheißt.


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maxomer
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Beitrag vom 06.12.2008
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