METALFEST: MORBID ANGEL   KATAKLYSM   MARDUK   KEEP OF KALESSIN   ARSIS  
07.12.2008 @ Posthof

Den oberösterreichischen Fans der extremen metallischen Klänge, geht es zurzeit sehr gut, denn nach dem gelungenen Abend mit UNLEASHED in Traun hielt nun das Metalfest Einzug und wo würde sich dies besser eigenen, als im Linzer Posthof. Die Death Metal Legende MORBID ANGEL, begleitet von den Extreme-Canados KATAKLYSM, dem Black Metal Doppelschlag MARDUK & KEEP OF KALLESSIN und den US- Prog Deathern ARSIS, gab sich an diesem Abend die Ehre und heizte den Linzern so richtig ein.

Die größte Überraschung gab es gleich zu Anfang. ARSIS, auf ihrer ersten Europatour, die meines Erachtens viel zu spät stattfand, spielten sich sofort in die schwermetallischen Herzen der Linzer und begeisterten durch schnellem, verschachteltem Riffing, durchdachte Songstrukturen und abgefahrenem Stil. Dennoch kann man den Jungs, durch ein feines Gespür an Melodien und der Kunst, den roten Faden beibehalten zu können, eine gewisse Eingängigkeit attestieren.
So zelebrierten sie mit den Fans eine anheizende Show, die mit den neuen Songs des aktuellen Albums „We Are The Nightmare“ richtig spaß machte. Servants Of The Night“ oder der Titeltrack wurden brav mitgefeiert und abgebangt. Einziges Manko: Der Spaß hielt mit gerade mal 25 Minuten viel zu kurz an.

Nachdem die Death Metal Jünger nun auf Betriebstemperatur gebracht waren, konnten die Black Metal Fans ran. KEEP OF KALESSIN, die in den nächsten Monaten noch öfter in Österreich gastieren werden, waren an der Reihe. Nach einer angenehmen Changeover-Zeit stand Gitarrist Obsidian auf der Bühne um alleine ein Halbakustisches Intro, das die Spannung ins unermessliche trieb, zum Besten zu geben. Kurz darauf rührte Drummer Vyl mal um und los ging das Geknüppel und der Dürre, bleiche Mann mit dem Mikro, „nein der ist nicht krank; der gehört so“, Thebon keifte, als gäbe es kein Morgen. Trotz energischer Performance und einigen Synthies, die das Geböller etwas auflockerte, hielt sich die Begeisterung der Zuschauer recht in Grenzen.



Auch wenn MARDUK seit 1990 eine Institution in Sachen Black Metal sind, so konnte ich an diesem Abend mit dem True Black Metal überhaupt nichts anfangen. Der absolut grauenhafte, schwammige Sound, lag sicherlich nicht am Posthof, der für gute Akustik bekannt ist, nein das sollte wohl so sein. Corpsepaint und Bösebubenimage gehören auch zur Band, was ja auch irgendwie dazugehört, aber Rhythmus, Melodien, oder gar Strukturen wären doch nicht zu viel verlangt gewesen. Schade, gibt nur ein "leider nicht" von mir, doch der eine oder andere Fan des Schwarzmetallischen hatte sichtlich Spaß an dem Ganzen, auch wenn der Saal um einiges leerer wurde.

Darauf hatten wahrscheinlich die meisten gewartet. Unsere Lieblingskanadier KATAKLYSM sind endlich wieder da. Einige Jahre und ganze zwei Alben sind vergangen seit dem ich die Extreme Death Metal Band wieder zu Gesicht bekommen durfte. Einerseits hat das Warten sich gelohnt, andrerseits ist es doch schade, die letzten Jahre auf ihre starken Live-Performances zu verzichten. Und siehe da, der Sound war wieder glasklar. Von Anfang an schossen die Kanadier scharf. Der aktuelle Titeltrack „Prevail“ eröffnete das Set, dicht gefolgt vom starken „Chronicles Of The Damned“ und dem genialen „The Ambassador Of Pain“. Nun waren leider doch einige Sound- bzw. technische Probleme zu verzeichnen, die leider den ganzen Gig über nicht in den Griff bekommen werden konnten, aber dies störte nur marginal. „Maurizio Iacono“ schien es sichtlich in Linz zu gefallen und feierte mit der restlichen Besetzung und dem großen Saal des Posthofs, der nun schön voll war noch Kracher wie „As I Slither“, „Crippled & Brocken“ und natürlich „Shadows & Dust“ ab. Somit waren KATAKLYSM die Gewinner des Abends.



Auch wenn MORBID ANGEL nicht minder genial waren und natürlich auch als Mitbegründer des Death Metal mittlerweile sowieso zu Legenden geworden sind, so konnten sie nicht ganz so begeistern, wie die trendigeren KATAKLYSM, so hatten sich die reihen doch recht gelichtet. Aber das machte der Truppe um Trey Azagthoth gar nichts, denn MORBID ANGEL spielt eh schon lange nicht mehr zu Werbezwecken, sondern für ihre Fans und die dankten es ihnen auch ausgiebig. Ein Hit folgte dem anderen „Scum Of The Earth“, „Maze Of Torment“ und Kracher dergleichen gab es zu bestaunen. Nachdem MORBID ANGEL vor einigen Jahren noch die Trauner Spinnerei im Ur-Lineup beehrten, so ersetzte nun Thor „Destructhor“ Anders Myhren den ausgeschiedenen Erik Rutan, der sich aber perfekt in die Band einfügte und mit Trey einen Song bzw. Solo nach dem anderen abschredderte.



Trey, dessen Gesicht sowieso noch niemand gesehen hat, posierte und spielte wie ein (nicht mehr so) junger Gott und hatte immer noch so viel Spaß daran wie in alten Tagen. Neo-Altfronter David Vincent mit sehr angenehmer tiefer Sprechstimme machte sehr charmante Zwischenansagen und sprach auch mal aus dem Nähkästchen und offenbarte auch, dass seine Großeltern aus Österreich stammen. Die richtigen Schmankerl versteckte die Truppe dann zum Schluss des Sets: „Chapel Of Ghouls“, ein genialer Track aus den Anfangstagen, gefolgt vom stampfenden „Where The Slime Lives“, machten tierisch Spaß und natürlich auch unumgänglich das erhabene „God Of Emptiness“ rundete den gelungenen Abend perfekt ab. Wobei ein neues Album mit dem stimmgewaltigen David Vincent doch ruhig endlich mal erscheinen sollte.


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www.metalfest.eu

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Beitrag vom 09.12.2008
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