LORDI   FATALE SMILE   BRANDON ASHLEY & THE SILVERBUGS  
12.03.2009 @ Szene

Wenn die Song Contest Gewinner von 2006 Wien beehren, dann liegt blanker Horror in der Luft. Die fünf Finnen, die in ihrer Heimat bereits Kultstatus genießen, hatten natürlich auch bei dieser Tour ihre schaurig schönen Kostüme im Gepäck. Man merkte auch, dass sich seit dem größten Erfolg in der Bandgeschichte einiges geändert hat. So trifft man nun bei LORDI-Konzerten auf ein ziemlich buntes Publikum. Wenn man Kinder mit ihren Eltern sieht, wirkt das im ersten Moment ein wenig komisch, aber warum auch nicht. Früh übt sich, wer ein echter Metalhead werden will.

Aufgrund von zu geringer Nachfrage wurde das Konzert vom Gasometer in das etwas kleinere Wiener Szene verlegt, was aber der Stimmung nicht schadete.
Den Anfang in der gut gefüllten Halle machten, nach 20 minütiger Verspätung, die eher unbekannten BRANDON ASHLEY & THE SILVERBUGS. Richtig gute Stimmung kam leider nicht auf, da der Gothic-ähnliche Sound nicht gut beim Publikum ankam. Eine von der Band mitgebrachte, minimal bekleidete Schönheit, die bei dem Song „American Bitch“ tanzte, konnte leider nur die Seh- und nicht die Ohrennerven verwöhnen. Nach sieben Songs war dann auch schon Schluss.

Die 2. Anheizer an diesem regnerischen Abend warem FATALE SMILE aus Schweden, die ihre Sache dann schon um einiges besser machten als ihre Vorgänger. Unter Sirenengeheul und Blaulicht ging es beim ersten Song schon richtig rund. Beim Anblick der sympathischen Nordländer fühlte man sich gleich in die haarigen 80er Jahre zurück versetzt. Wallendes Haar und schmutzige Posen waren angesagt. FATALE SMILE heizten den Zusehern richtig ein. Die Songs vom neuen Album "World Domination" kamen richtig gut an, da das Ganze auch ein wenig an die typischen Kapellen der 80er erinnerte. Besonders bei dem Song „Run For Your Life“ ging richtig die Post ab. Nach 40 Minuten wurde das Publikum richtig in Stimmung gebracht und der Anheizer-Job für heute erfolgreich beendet. Ich glaube, dass die Jungs aus Stockholm an diesem Abend einige neue Fans dazu gewonnen haben. Mich auf jeden Fall.



Um 22:50, nach endloser Umbaupause, wurde es endlich dunkel in der Halle. Mit dem Kiss Klassiker „God of Thunder“ betraten die fünf Finnen unter ohrenbetäubenden Jubel die Bühne. Und es ging gleich richtig zur Sache. Mit tollem Sound und unglaublicher Mengen an Feuerwerk zogen LORDI die Menge gleich in ihren Bann. Teilweise glaubte man sich in einem Horrorfilm zu befinden. Da wurde einem buckligen Monster der Arm abgerissen, einem Samurai mit einem Schwert der Kopf abgeschnitten oder einem tanzenden Zombiepärchen ein Pflock durch den Körper gejagt. Natürlich wurden die abgerissenen Körperteile dann sofort in die Bühnendekoration eingebaut. Wobei man aber sagen muss, dass alles eher auf lustig als auf brutal oder ekelig dargeboten auszulegen war. Beim Song „Bite It Like A Bulldog“ bekam Mr. Lordi einen Kältewerfer in die Hand gedrückt mit dem natürlich gleich die hitzige Menge abgekühlt wurde. Es wurde einem für sein Geld eine wirklich tolle Show geboten, wobei auch die Musik nicht zu kurz kam. In „Night Of The Loving Dead“ konnte Keyboarderin Leena „Awa“ Peisa ihr Können mit einem Solo beweisen. Bei fast allen Songs, egal ob alt oder neu, wurde von den Fans gekonnt und lautstark mitgesungen. Nach jeder beendeten Nummer wartete man wieder voller Spannung mit welcher verrückten Verkleidung oder welchem makaberen Mordwerkzeug nun wieder aufgetrumpft wird. Kettensägen, Schwerte oder Äxte gehörten genauso dazu wie Pyros, die aus Leuchtstäben oder den Instrumenten kamen. Auch Konfetti-Regen oder eine echt lustige Operation an einem Zombie, der sich ein wenig wehrte, war zu bestaunen. Nach 15 Songs war dann erstmals Schluss.



Unter lauten Jubelrufen begab sich die Band natürlich noch mal auf die Bühne, um das große Finale abzuziehen. So wurden die größten Hits wie „Would You Love A Monsterman“, „The Devil Hides Behind Her Smile“ und der Siegertitel vom Song Contest „Hardrock Hallelujah“ bis zum Ende aufgehoben. Um halb eins war ein echt lustiges Konzert leider auch schon wieder zu Ende, und es bleibt die Erkenntnis, dass LORDI nicht nur unterhalten können, sondern auch musikalisch Top sind.


Setlist Lordi:

Intro & Girls Go Chopping
They Only Come Out At Night
Raise Hell
Bite It Like A Bulldog
Who's Your Daddy
Blood Red Sandman
Man Skin Boots
The Night Of The Loving Dead
SOLO Awa
Deadache
Bringing Back The Balls To The Rock
Monster Monster
Evilyn
Wake The Snake
Dr. Sin Is In
Missing Miss Charlene

Would You Love A Monsterman
The Devil Hides Behind Her Smile
Hardrock Hallelujah
Outro


FOTOS + E-CARDS
www.lordi.fi

AndyVanHalen
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Beitrag vom 16.03.2009
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