FULL OF HATE: AMON AMARTH   OBITUARY   LEGION OF THE DAMNED   KEEP OF KALESSIN  
20.03.2009 @ Posthof

Endlich ist es so weit! Der Kalender zeigt den 20.März. Der Tag des "Full Of Hate" Festival 2009. Das Line-Up: KEEP OF KALESSIN, LEGION OF THE DAMNED, OBITUARY und AMON AMARTH. Das hört sich für mich, einen großen LOTD und AMON AMARTH Fan, sehr vielversprechend an. Also auf zum Linzer Hafen. Um ja nichts zu verpassen, bin ich viel zu früh beim Posthof, zum Glück, wie sich herausstellt. Vorm Eingang begegnet mir eine glatzköpfige Gestallt, Erik Fleuren, der Drummer von LEGION OF THE DAMNED, der mich freundlich begrüßt. Das fing schon mal echt hammergeil an! In der Halle angekommen, sicherte ich mir schnell einen Platz in der ersten Reihe, direkt vor der Bühne, wo in wenigen Minuten, die mir bis dato noch eher unbekannten norwegischen Epic Extreme Metaller KEEP OF KALESSIN, das Konzert eröffnen.
[Stoney]

Das epische Intro ihrer aktuellen CD "Kolossus" ertönt und los geht's mit "A New Empires Birth". Die Norweger machen echt Stimmung, ausgehend von ihrem 1A Sound, ihrer 100%igen Professionalität und ihrer Spielfreude. Der Gitarrist "Obsidian C." und der Drummer zeigen ihr Können mit einigen Soloeinlagen, z.B. spielt "Obsidian" ein Gitarrensolo der Marke JIMMY HENDRIX, hinter dem Rücken am Podest des Schlagzeugers. Aber auch der Bassist, der, nebenbei, wirklich aussieht wie ein Elf aus "Herr der Ringe", und der Sänger haben‘s ordentlich drauf. Die brauchen sich wirklich nicht zu verstecken, denn ihr einzigartiger Sound kann mit Größen wie SATYRICON oder MAYHEM auf jeden Fall mithalten. Man merkt, dass dieses Quartett aus dem Black Metal entsprungen ist, sich aber weiterentwickelt hat und nun mit Black Metal artigen Hymnen zum Mitsingen anregt und sich nicht davor scheut auch akustische Instrumente in das Songwriting einzubeziehen. Leider ist man in unserer Region noch etwas zu unbekannt. Trotzdem kann ich mir auf jeden Fall vorstellen, dass man noch viel hören wird von KEEP OF KALESSIN, die meiner Ansicht nach zu schade für den 30 - 40 min. Opener waren. Zumindest hatten sie das Publikum für LEGION OF THE DAMNED ordentlich vorgewärmt.
[Stoney]



LEGION OF THE DAMNED konnten, als Routiniers, die aufgeheizte Menge ohne Probleme übernehmen. Was mir besonders imponierte war, dass die Niederländer sich nicht einmal zu gut waren, den Soundcheck größtenteils selbst zu machen, was man von vielen anderen Bands nicht zu sehen bekommt.
Genau wie die vorherige Band startet man mit dem Intro des aktuellen Albums "Cult Of The Dead", und dem Song "Pray And Suffer". Auf CD ein Schlag ins Gesicht, Live eine Tötungsmaschine. Echt sauber! Danach wurden wir mit einem lockeren "Hallo, wie geht's euch?", mit holländischem Akzent natürlich, begrüßt.
Weiter ging es mit alt bewährten Stücken wie „Werewolf Corpse“, „Son Of The Jackal“, am Schluss „Bleed For Me“, was wirklich geschah, denn ein auf Schultern sitzender Fan hatte sich anscheinend die Nase gebrochen, bekam das aber nicht mit und wurde von Securities aufgefordert, sich verarzten zu lassen, und meine Lieblingsnummer „Legion Of The Damned“. Ohne viel anzusagen, wird in der Menschenmenge gebangt und gemosht was das Zeug hält. Für mich persönlich ein Highlight des Tages.
[Stoney]



Setlist LEGION OF THE DAMNED:

Intro
Pray & Suffer
House Of Possession
Son Of The Jackal
Cult Of The Dead
Slaughtering The Pigs
Diabolist
Bleed For Me
Legion Of The Damned
The Final Godsend

Danach ging es weiter mit der aus Florida stammenden Death-Metal Maschine OBITUARY. Die hatten wohl vergessen den Wetterbericht zu lesen. In kurzen Hosen machte Fronter John Tardy, ohne nur ein bisschen zu frösteln, auf sich aufmerksam. Auch dem Gitarristen wurde nicht kalt. Er shredderte ein Solo nach dem anderen gekonnt hinunter. Leider musste ich feststellen, dass ein kleines, aber doch vorhandenes Publikumsloch entstand. Vielleicht wollten sich manche die Kräfte für den Headliner sparen oder es lag daran, dass es in letzter Zeit etwas stiller um die Band wurde. Es waren aber trotzdem noch immer genug Leute da, um Stimmung zu machen und sich die eine oder andere Verletzung in einem Circle-Pit zu holen. Auf jeden Fall ein Muss für jeden Death-Metal Hörer.
[Stoney]

OBITUARY sind nach fast 25 Jahren immer noch eine Live Macht und haben nach wie vor keine Abnutzungserscheinungen, was vor allem an der frischen Spielfreude von "Neuling" Ralph Santolla liegt, der schon vor einiger Zeit den etwas sehr des eingebuchteten Allen West ablöste und perfekt neben Trevor Perez in die Fußstapfen seiner Position tritt, wobei die restliche Band auch immer noch eine mehr als gute Figur abgibt. Allem voran John Tardy (durch die Matte im Gesicht wirkte er wieder wie "Fetter It"), der immer noch mit seiner außergewöhnlichen Stimme brüllt, als gäbe es kein Morgen.
[maxomer]



Setlist OBITUARY (ohne Gewähr):

Face Your God
On The Floor
Kill For Me
Turned Inside Out
The End Complete
Dying
Threatening Skies
Final Thoughts
Cause Of Death
Evil Ways
Slowly We Rot

Die Spannung stieg merklich im Saal. Die Bühne wurde etwas umgeräumt, sodass mehr Platz war für den Headliner des Tages, nämlich die Wikinger von AMON AMARTH. Das imposante Logo des neuen Albums "Twilight Of The Thunder God" war groß im Hintergrund angebracht. Es zeigt den Gott "Thor", wie er einen Drachen, der ca. die 20fache Größe von "Thor" selbst misst, an der Zunge festhält und anscheinend kurz davor ist, ihm mit seinem Hammer eine überzubraten. Obwohl das witzig klingt, ist es das eindrucksvollste Bild der nordischen Mythologie, das ich bis jetzt gesehen habe und es zeigt jedem, der nicht weiß, auf was er sich bei AMON AMARTH einlässt, was einem bevorsteht. Nach kurzem, klassischen Hymnen-Intro, betreten die 2 Meter großen Wikinger die Bühne und beginnen mit dem Titeltrack des neuen Albums. Wirklich einmalig, besser geht‘s nicht! Die Prioritäten bei der Auswahl der Songs liegen eindeutig auf der neuen Scheibe und den altbewährten Klassikern. D.h. "Twilight Of The Thunder God", "Guardians Of Asgaard", "Free Will Sacrifice" bis hin zu "Death In Fire" oder "Pursuite Of The Vikings" kam alles vor. Und auch einige Lieder des Vorgängers "With Oden On Your Side" und ältere Lieder, wie z.B. "Once Sent From The Golden Halls", fanden Platz in der Set-List. Eine spitzen Song Auswahl. Es wurde mitgegröllt, mit gebangt, mit Trinkhörnern angeprostet, nur zum Bewegen war zu wenig Platz, da die Halle komplett gefüllt war. Stimmung war mehr denn je da, und Frontman Johann Hegg hatte das Publikum vollkommen unter Kontrolle. Sehr positiv und sympathisch kamen die Schweden rüber. Eindeutig der Headliner des Abends und für mich der zweite Höhepunkt des Tages. Ein Hoch auf die Wikinger von AMON AMARTH.
[Stoney]




Setlist AMON AMARTH:

Intro
Twilight Of The Thunder God
Free Will Sacrifice
Asator
Varyags Of Miklagaard
Fate Of Norns
North Sea Storm
Guardians Of Asgaard
Ride For Vengeance
Under The Northen Star
With Oden On Our Side
-
Death In Fire
Victorious March
-
Cry Of The Black Birds
Pursuite Of The Vikings

Auch wenn ich den zwei vorhergehenden Bands etwas mehr Zeit gegönnt hätte, überraschten mich die Nordmänner sehr, was sie die letzten Jahre nicht recht schafften - man bedenke, dass sie 2004 mit ihrem Hit-Album "Vs. The World" nicht ansatzweise den mittleren Saal vom Posthof voll brachten. Beeindruckend waren nicht nur Sound und Bühnenshow (Pyros wären noch genial gewesen), sondern auch die Spielfreude und das Stageacting der Band, womit sie einen Siegeszug, der seinsgleich sucht, vollbrachten. Linz wurde erfolgreich von den Wikinger überrant, geplündert und abgefackelt. Respekt.
[maxomer]



Allgemein ist noch zu sagen, dass der Sound im Posthof wirklich perfekt war. Auch die Preise von Getränken und Merchandise waren im Rahmen. Darüberhinaus hat es mir als Nichtraucher sehr gefallen, dass es ein allgemeines Rauchverbot im Saal und im Eingangsbereich gab. Aber das wird wahrscheinlich nicht jedem so erscheinen. Ich kann nur sagen, dass ich den Posthof als Location für diverse Konzerte als bevorzugt betrachten werde, da ich bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht habe und einfach weil das heute ein saugeiles Konzert war.
[Stoney]


FOTOS + E-CARDS
www.fullofhate.eu

Stoney
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Beitrag vom 24.03.2009
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