EKTOMORF    DEBAUCHERY   AGGRESSIVE FEAR   DREAD THE MOMENT   
06.04.2009 @ Spinnerei

Für mich das erste Mal in der Spinnerei, hab ich - da ich noch genügend Zeit dafür hatte - erst mal die Location dort erkundet. Eigentlich ganz gemütlich hier. Der Parkplatz nur ca. 300m entfernt, eine Bar mit guter Musik und akzeptablen Preisen, dafür alles in allem nicht so groß wie der Posthof in Linz, die Arena oder gar der Gasometer in Wien, was andererseits den Gig etwas familiärer und nicht ganz so gestresst machte.

Der Lokal-Act von DREAD THE MOMENT eröffnete das Konzert. Leider war die Menge, wenn man die 20-30 Menschen vor der Bühne so nennen kann, noch nicht wirklich aufgetaut. Immer wieder versuchte man die Leute nach vorne zu bringen, wo es dann durchaus vorkam, dass ich wirklich ganz alleine einen Meter vor dem Sänger stand, da ich den technisch versierten Metalcore des Openers nicht so schlecht fand, vielleicht hätte man etwas mehr auf Geschwindigkeit, anstatt auf mid-tempo Riffs setzen sollen, ansonsten waren sie ganz gut. Die Band selbst dürfte etwas enttäuscht von dem Publikum gewesen sein, was einen der beiden Gitarristen dazu bewegte, einen Monitor von der Bühne zu kicken.



Danach kamen die Schweizer von AGGRESSIVE FEAR auf die Bühne. Es wurde ein wenig voller. Genremäßig ähnelten sie dem Headliner ein wenig. Mit kritischen, aggressiven und hardcore-lastigen Thrash-Metal konnte man das Publikum schon eher überzeugen, als die Vorgänger. Nur die Ähnlichkeit zu Bands wie EKTOMORF oder SOULFLY ist nicht zu überhören. Andererseits hatte nicht bis vor kurzem noch eine andere Band dieses Genres Probleme, als Kopie des brasilianischen Urgesteins von SEPULTURA dargestellt zu werden? Muss also nichts heißen.



Als nächstes kam der erste Haupt-Act, nämlich DEBAUCHERY. Die Fangemeinschaft war sicherlich nicht zu klein vertreten. Nach der Reihe kamen Typen und auch einige Mädels mit DEBAUCHERY Shirts vor die Bühne spaziert. Es war zwar noch nicht voll, für einen Mosh-Pit reichte es aber alle mal, wie ich feststellen musste. Wie von mir erhofft, wurde mit dem ersten Stück der neuen Scheibe „There Is Only War“ eröffnet und obwohl das neue Album erst vor vier Tagen erschienen ist, konnte man den Song schon einigermaßen gut mitsingen. Genau so war es auch bei „Savage Mortician“, das Tomas Gurrath wie folgt ankündigte:„So, das nächste Lied ist wieder von unsere neuen CD. Es heißt „Savage Mortician“, und eigentlich ist es nur… Krach!“ Das Publikum war von null auf hundert in 2 Sekunden. So kam es des öfteren auch vor, dass ich beinahe gegen eine ziemlich gefährliche, massive Stahlsäule gemosht wurde. Obwohl die vier Deutschen mit Blut, Ketten und Patronen Gurten überseht waren, wirkten sie sehr sympathisch. Zwischendurch wurde auch die eine oder andere Hard Rock Nummer des neuen Albums gespielt. Tomas:„Death Metal ist zwar cool, aber Hard Rock rockt eben!“ Und er hatte recht. „3 Riff Hit“ kam echt spitze live. Man bediente sich aber auch genug Klassiker, welche die Menge mit begeisterten „Kill“-Chören entgegnete, wie z.B. „Back In Blood“, „Continue To Kill“ oder „Warfare“. DEBAUCHERY sind ein echt geiler Live-Act, den sich kein Death-Metal Maniac entgehen lassen sollte.



Nun kam der Headliner des Tages. EKTOMORF eröffneten eben so mit dem ersten Song ihres aktuellen Albums „Rat War“. Kam hervorragend an. Auch ihre Fans waren zahlreich vertreten. Die Fans teilten sich grob gesagt in die Death-Metaller mit Bärten und langen Haaren und DEBAUCHERY Shirts und die mit langen Haaren, Dreadlocks oder Rasters. Dazwischen lag ich irgendwo. Ab den Titel „Gypsy“ wurde gebangt und gemosht was das Zeug hält. Zoltán hatte alles fest im Griff. Seine Fans fraßen ihm aus der Hand, wie man so schön sagt. Die Setlist war sehr gut ausgewählt, besonders gut angekommen sind unter anderem altbewehrte Nummern, wie „Show Your Fist“, “I’m Against“, „I Choke“ oder „We Rise“ sowie neue Songs wie z.B. „Love And Live“, oder „Envy“. Sehr beeindruckend war der akustische Song „Who Can I Trust“, hätte mir nicht gedacht, dass der live so gut rüberkommt. Vielleicht sind EKTOMORF mit ihren kritischen Texten und Hardcore-Thrash nicht unbedingt das richtige für nach Krieg und Mord rufende Death-Metaller, aber für alle anderen auf jeden Fall ein Muss. Nach einer Spielzeit von ca.1 Stunde wurden die Ungarn von den Fans nicht so einfach entlassen. So wurden noch 15-20 min. lang ein paar Zugaben gespielt wie z.B. „Fuck You All“, wo man vor lauter Fäusten mit gehobenen Mittelfingern nicht mehr auf die Bühne sah. Also ein mitreißender Headliner für ein gelungenes Konzert. 100 Punkte für EKTOMORF.



Die Spinnerei ist ein guter Ort für ein Konzert, wo es nicht so drunter und drüber geht. Jemand, der auf den Wirbel in einem Gasometer oder so nicht steht, wird sich hier sicher lieber blicken lassen als vor einer Bühne, wo man sich kaum rühren kann. Abschließend bleibt zu sagen, ein echt geiles Konzert zum Preis von 18€. Das ist wirklich nicht zu viel verlangt für einen Abend mit Genickschmerzen und einen Tinnitus.
www.spinnerei.at

Stoney
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Beitrag vom 09.04.2009
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