WALPURGIS METAL DAYS 2009 TAG1: VITAL REMAINS   TANKARD   DISBELIEF   DORNENREICH   FLESHLESS  
01.05.2009 @ Festplatz

Erster Mai, Tag der Arbeit, der Tag nach der Walpurgis Nacht und ein Feiertag noch dazu. Alles beste Voraussetzungen, um die Festival Saison zu beginnen und so fiel der Startschuss im bayrischen Hauzenberg. Die Walpurgis Metal Days konnten beginnen, wenn auch leider nicht sehr sonnig, an diesem Freitag. Aber das störte die wenigsten, denn bei unserer Ankunft am Nachmittag war der Campingplatz schon total überfüllt und eine freie Lücke für sein Zelt finden, war nicht die einfachste Übung. Aber egal - Zelt hingepflanzt, Bier aufgemacht, angestoßen, ein großer Schluck und schon geht’s ab aufs Gelände, auf dem wir nicht lange anstehen mussten und sogleich das Zelt enterten, in dem in wenigen Minuten auch schon heftig gelärmt wurde.

Der Tag fing für uns, nachdem wir RAVENLORE und POPPY SEED GRINDER verpasst hatten, mit einem feinen Death Metal Brett an. Zeit für Mord, Totschlag, Gedärme und sonstige „schöne“ Sachen, denn FLESHLESS aus der Tschechischen Republik machten keine Gefangenen und holzten mit Old-School Death Metal alles in Grund und Boden. Mit der neuen Scheibe „Free Off Pain“ im Gepäck, bearbeiteten FLESHLESS ihre Instrumente exakt und abwechslungsreich zugleich, was für mich einen schönen Start in das Festival darstellte. Zum Genickaufwärmen war mit 40 Minuten Spielzeit natürlich auch genügend Zeit und Wut vorhanden. Die leicht gefüllte Halle betrieb dies auch schon wunderbar.



Auf die folgenden DORNENREICH war ich schon sehr gespannt, wenn auch ihr Stil nicht ganz den Geschmack meiner Ohren trifft. Aber man hat doch schon einige enthusiastische Erzählungen über die Band erfahren. Verwundert war ich allerdings schon Mal von der Tatsache, dass Evíga und Enva ohne Bassisten auskommen wollen, obwohl dies keine Akustikshow war, die sie die letzten Jahre exzessiv betrieben. Geige, Gitarre und Schlagzeug sollten also reichen. Doch das vernommene, konnte mich so gar nicht begeistern, berühren oder gar recht gut gefallen. Der Mischung aus Gothic, Dark Rock und einen Schuss Folklore kann ich somit nicht meinen Zuspruch geben, darum widmete ich mich lieber dem reichlichen Angebot an Merch, Getränke, Speisen und so weiter.



Doch pünktlich zu den deutschen Ausnahme-Deathern DISBELIEF war ich wieder vor der Bühne zur Stelle. Seit dem sehr starken „Spreading The Rage“, ist die Qualität der Band zwar leicht heruntergefallen, denn es fehlte einfach die Intensität bei den folgenden Alben, die sie aber bei „Protected Hell“ einigermaßen wieder fanden. Aber das ist alles nebensächlich, denn live sind und bleiben DISBELIEF stark und überzeugend. Die neuen Songs „A Place To Hide“, oder "Hate/Aggression Schedule” fügten sich nahtlos ins Set ein, wobei dann die älteren Songs bzw. die Granaten, die sie sich fast bis zum Schluss aufhoben, am meisten Stimmung machten. „Misery“, „To The Sky“ und „Rewind It All“ erzeugten allesamt schön Gänsehaut und die sympathische Truppe verlies die Bühne viel zu früh, aber ein Teil von ihnen war zur nächtlichen Stunde noch an der Bar anzutreffen. Da ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, den einen oder andern Jägermeister mit ihnen zu schlürfen. Echt nette Truppe.




Tracklist DISBELIEF:

Hell
A Place To Hide
Sick
Navigator
Hate / Aggression Schedule
Hell Goes On
The Return Of Sin
Misery
To The Sky
Rewind It All
-
Room 309 (Kraftprinzip)


Aber vorher war es erst mal Zeit für Bier, viel Bier, haufenweise Energie und natürlich Thrash, das alles serviert in einem dicken Humpen namens TANKARD. Die Deutsch-Thrasher, die nicht unerwähnt bleiben dürfen, wenn es um die Geschichte dieses Genres geht, feierten - wie zu erwarten - eine riesen Party mit den teilweise schon recht angeheiterten Bangern. Dass es vor dem Zeit wie aus Eimern goss, scherte nicht wirklich jemanden. Auch Gerre nicht, der trotz seines Volumens wieder über die Bühne hampelte wie ein junger Springinsfeld. Auch wenn TANKARD oft als Blödeltruppe hingestellt wird, so können sie meiner Meinung auch musikalisch einige Akzente setzen und so thrashten sie mit sowohl neuen Songs vom aktuellen „Thirst“, von dem sich „Stay Thirsty!“ wahrscheinlich nie wieder vom Set verjagen lässt, als auch Klassikern, die unweigerlich zu TANKARD - wie der Bauch zu Gerre - gehören. So wurden „Slipping From Reality“ „Zombie Attack“ und „Empty Tankard“ abgefeiert als gäbe es keinen Morgen. Absolut sehens- und hörenswert. Und irgendwie bekommt man da auch Durst… Versteh ich nicht.



Die Umbaupausen waren mit 30 Minuten zwar etwas lang angesetzt, aber im Rahmen des Erträglichen und dafür wurde man auch mit gutem Sound und einem professionellen Ablauf entschädigt. Nun war es auch schon Zeit für die letzten 30 Minuten Umbaupause des Abends. Denn der Headliner VITAL REMAINS stand schon auf dem Plan. Einige Verwirrungen gab es im Vorfeld um die Band, da DEICIDEs Glen Benton das letzte Album einsang und auch auf die dazugehörige Tour ging. Bei dieser Show jedoch strapazierte Scott Wily die Stimmbänder, außerdem ist mit Gitarrist Tony Lazaro das letzte Original Mitglied mit an Board, was doch recht schade ist. Bei diesen Namen ist wohl eins klar: Nichts für Zartbesaitete! Die Truppe aus New England wollte definitiv keine Gefangenen machen und holzte was das Zeug hielt, aber dies mit System und Struktur. So stellen die Amis eine Ausnahme im Death Metal da, was an der Tatsache liegt, dass sie teilweise bis zu 10-minütige Songs am Start haben und auch mal aus den gesetzlichen Old-School Grenzen - selten, aber doch - ausbrechen, ohne jedoch auf die schier unendliche Wut und Brutalität zu verzichten. Was für ein Brett. Die Drums ballerten einem um die Ohren, während die Riffs sich ins Mark bohrten und die Innereien systematisch zerstörten. Und was übrig blieb, wurde von Scott in Grund und Boden gebrüllt, -keift, -schrien.



Nur der Sound war an diesem Punkt doch etas schwammig. Verschwitzt und mit kaputtem Genick konnte man sich dann in die Kälte wagen, noch an der Bar seine Zeit vertreiben oder ins Zelt fallen und sich auf den nächsten Tag freuen.


FOTOS + E-CARDS
www.walpurgismetal.de

maxomer
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Beitrag vom 10.05.2009
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