SUMMER NIGHTS 2009 TAG3: KREATOR   HACKENEYED   GRAILKNIGHTS   EISREGEN   EQUILIBRIUM   ENDSTILLE    EMERGENCY GATE   ALESTORM   DECENT   
23.05.2009 @ Burg Frauenstein

Schon ziemlich geschafft von 2 Tagen Metalparty, begaben wir uns schließlich am Morgen des letzten Tages zur ersten Main Stage Band, DECENT. Vor kaum mehr als 20 Leuten gaben die Mattighofener ihr bestes, und konnten mit gutem Sound und tollem Groove überzeugen. Auch der Sänger von TUXEDO durfte als Gastscreamer ans Mikro. Eigentlich war diese Band viel zu schade für einen Auftritt am Sonntag Vormittag, aber jemand musste ja die Arschkarte ziehen.

Mit feinem Metalcore lockten EMERGENCY GATE langsam mehr Leute an. Trotz der Uhrzeit wird uns auch hier eine ziemlich fitte Band präsentiert. Eine Showeinlage, die man nicht alle Tage sieht, wurde uns sogar geboten, indem sich Sänger Matthias Kupka und Gitarrist Udo Simon beim Solo eine Gitarre teilten.




Ein überraschend riesiger Ansturm auf ALESTORM folgte. Scheinbar haben die Piratemetaller schon einiges an Fans angeheuert und somit wurden die Schotten beinahe wie ein Headliner abgefeiert. Jeder ihrer Songs war ein absoluter Publikumshit und so wurde bei Knüllern wie „Over The Seas“, „Captain Morgan`s Revenge“ oder „The Huntmaster“ fleißig gemoscht. Als das Tempo mit „Nancy The Tavern Wench“ etwas gedrosselt wird, entsteht wahres Kneipenflair und so singt jeder im Piratenchor mit. Mit Ale und Rum wurde außerdem fleißig angestoßen, sodass keine Kehle trocken bleiben musste. Die Techniker unter uns wurden außerdem durch reichlich Virtuosität an Gitarre und Keyboard zum Staunen gebracht. Wie ihre Kollegen von SWASHBUCKLE wurden ALESTORM gefeiert und es wurden bestimmt einige neue Matrosen für den piratigen Metal rekrutiert.



Nach der ausgelassenen Tavernenparty mussten wir kurz verschnaufen und so verpassten wir leider die Black Metaller von ENDSTILLE.

Zu BELPHEGOR hatten wir zum Glück wieder volle Akkus und uns wurde österreichischer Black-/Death Metal vom Feinsten geboten. Einen kleinen Publikumsrückgang nach ALESTORM mussten unsere Landsmänner hinnehmen, doch das tat ihrer Show nichts ab. Der mittlerweile starken Hitze entgegnete Fronter Helmuth mit den Worten „Fuck the sun!“. Um auch dem internationalen Publikum gerecht zu werden hielten sich die Deutschsprachigen strikt in Englisch. Wie Black Metal-üblich wurden Moshattacken eher zurückgehalten aber dafür wurde gebangt was das Zeug hält. Publikumsinteraktion gab`s auch, und zwar in Form von gehobenen Mittelfingern seitens des Sängers. Natürlich wurden auch Leckerbissen vom aktuellen Album „Bondage Goat Zombie“ zum Besten gegeben. Um den Song „Lucifer Incestus“ dramatischer zu gestalten, begossen sich die Salzburger schließlich mit literweise Kunstblut. Insgesamt überzeugten BELPHEGOR durch satten Höllen-Sound und einer infernalen Bühnenshow.

Gut eine Stunde später betraten drei finstere Gesellen und eine finstere Dame mit erhobenen Händen die Main Stage, ihre Metalfäuste gen Himmel gestreckt, ließen sie sich feiern. Was für eine Intro! Die Rede ist natürlich von den Paganmetallern EQUILIBRIUM. Den Publikumsabgang wieder wett machend, spielten sie sich in die Herzen ihrer Fans und derer, die es noch werden wollen.

Neben diesem Spektakel wurde uns aber auch ein anderes Event geboten, denn ALESTORM lieferten sich mit VARG ein spannendes Fußballmatch hinter der Main Stage. Also Piraten gegen Vikinger, sozusagen. Die Schotten konnten aufgrund einiger Glanzparaden von Sänger Chrisopher Bowes im Tor das Match nach 15 Minuten für sich entscheiden. Endstand 6:3.




Doch nun zurück zu den Herren und der Dame von EQUILIBRIUM. Passend zum Song „Met“ schenkten sie das Honiggetränk aus und sorgten somit für eine "Heiden"-Stimmung. Bei EQUILIBRIUM hat man einfach alles, was man braucht: Met und Pagan Metal. Nach dem vermeintlich letzten Song, stieg Sänger Helge Stang nochmal vors Mikro und erklärte, dass der Typ hinter den Reglern doch tatsächlich gesagt hat „spielt doch noch ne Zugabe!“ Gesagt, getan!



Die Jungs von EISREGEN konnten als Folgeact trotz fehlenden Basses dennoch überzeugen. Die Tieftöne wurden einfach vom Keyboard eingespielt, ein fetter Sound konnte also durchaus erzeugt werden. Mit großen Flaggen des Wappens ihrer Heimat Thüringen im Rücken, wurde hier bester Dark Metal geboten und Stücke wie „Treibjagd“ wurden mit massenhaft Applaus belohnt.



Die Ausnahmemetaller GRAILKNIGHTS wollten wir uns nicht entgehen lassen, also auf zur Second Stage. Ihr guter Ruf schien ihnen bereits vorausgeeilt zu sein, denn das Areal vor der Stage war prall gefüllt mit Battlechoirs. Für all diejenigen, die die vier Gralritter aus Grailham-City, Deutschland noch nicht kennen: Die GRAILKNIGHTS bieten neben ihrem mitsingtauglichen melodischen Death Metal eine derartige Bühnenshow, die sogar teilweise etwas an ein Musical erinnert. Vom Bierversorgungspferd über Dr. Skull bis hin zu einem gigantischen Drachen, den die GRAILKNIGHTS nur mit Hilfe des Publikums besiegen konnten, wurde hier alles geboten. Eben genanntes Pferd beschenkte sogar einen glücklichen Metalhead im Publikum mit einem ganzen Fass Bier, sehr nette Geste.




Natürlich wurde auch oft genug der obligatorische „Grailknights Battlechoir! – Yes Sire!“ – Ruf praktiziert. Die Crowd sang aus vollen Rohren mit und die maskierten Helden in Strumpfhosen dankten es uns mit den Worten: „Wow, das hier ist wirklich ein dream come true für uns!“ Fakt ist, die GRAILKNIGHTS hinterließen bleibenden Eindruck. Dani Evans von ALESTORM, der sich die Show ebenfalls nicht entgehen ließ, beschrieb sie treffend mit den Worten: „These fucking crazy guys are so fucking crazy!“



Mit einem Durchschnittsalter von 17 einhalb Jahren boten die anschließenden HACKNEYED einen derart technisch perfekten Death Metal, dass so manchen die Kinnlade nach unten wanderte. Sänger Phil beherrscht von Growls über Pig Squeals bis hin zu high pitched Screams alles. Ihr exakt aufeinander abgestimmter Headbangingablauf vermittelte sogar teilweise den Anschein einer einstudierten Choreographie, was aber keineswegs unnatürlich wirkte! HACKNEYED bewiesen mit ihrer Professionalität, dass sie so manche doppelt so alte Band locker an die Wand spielen könnten. Beide Daumen hoch für so viel Talent!

Trotz schmerzender Gliedmaßen und kratzenden Kehlen wollten wir uns trotzdem noch die deutschen Thrashgötter von KREATOR zu Gemüte führen. Der letzte Act auf der Main Stage wurde bereits heiß erwartet. Die Bühne wurde in Dunkel getaucht und blaue Nebelschwaden flankierten die Bühne. Lichtsäulen fluteten die Stage und die ersten Töne von „Hordes Of Chaos“ schallten durch die Gehörgänge. Sofort wurden die Worte des Refrains mitgegröllt und passend zum Titel herrschte Chaos vor der Bühne. Leider fiel uns gleich auf, dass die Snaredrum von Jürgen „Ventor“ Reil etwas ungewohnt, man möchte nicht sagen ungut, klingt. Vocalist Mille Petrozza schien außerdem gerne mal im Dunkeln zu stehen, denn im Gegensatz zu den Headlinern des Vortages, ARCH ENEMY, konnten KREATOR bei weitem nicht mit einer guten Lightshow überzeugen. Der thrashenden Crowd und der Band war das jedoch egal und es wurde abgegangen als ob es kein Morgen gäbe. „The Kreator has returned, seid ihr bereit für 70 Minuten totalen Terror?“ schallt es aus Milles Mikro. Sofort ertönen KREATOR-Rufe.



Die Setlist der Deutschen enthielt neben einigen neuen Stücken („Warcurse“, „Destroy What Destroys You“) auch altbewährte Klassiker wie „Extreme Agression“ oder „Tormentor“. „Enemy Of God“ wurde mit den Worten „Keiner hier folgt einer Religion!“ eröffnet und bei „Pleasure To Kill“ wurde „seid ihr bereit euch gegenseitig umzubringen?“ gefragt, um schließlich in einem riesigen Circle Pit zu resultieren. Zu erwähnen ist außerdem, dass KREATOR die einzige Band am Summer Nights Open Air waren, die mit einer riesigen Videowall im Rücken spielten. Als das Publikum gegen Ende doch schon etwas müde wirkte, wurde eine Österreich Flagge aus den Reihen der Fans auf die Bühne geholt. Als die Aufschrift sichtbar wurde, war sofort klar, was jetzt kommen würde: „Flag Of Hate“ dröhnte aus der Anlage und die Metalheads schrien im Chor „Hate!“ KREATOR waren auf jeden Fall ein energiegeladener letzter Main Stage Act am Summer Nights.

Leider hatten wir nicht mehr das nötige Stehvermögen um dem Thrash-/Deathmetal von ARSIS zu fröhnen.

Trotz Kritiken einiger Festivalbesucher gegenüber der Organisation, können wir ganz klar sagen, dass die positiven Aspekte am Summ Nights überwogen. Die Schäden an den Stages, die das Unwetter von Donnerstag auf Freitag hinterließ, wurden best- und vor allem schnellstmöglich repariert, das Essen war zwar im Gegensatz zu manch anderen Festivals nicht so abwechslungsreich, dafür aber sehr gut und auch ausgiebig. Die Securities waren im Allgemeinen alle sehr nett und hilfsbereit, ganz zu schweigen von den Hammerbands, die sich ohnehin durch kein Hindernis die Laune verderben ließen und uns ein ganzes Wochenende lang die Ärsche abgerockt haben.

Somit waren drei Tage voller Prügelei, Bier und massenhaft Metal zu ende. Die Zelter wurden abgebaut, die letzen Bierdosen geleert und die Leichen wieder zurück zum Friedhof gebracht…


FOTOS + E-CARDS
www.summer-nights.at

Doano
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Beitrag vom 03.06.2009
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