DOWN   DEVILDRIVER   GOD FORBID   CAY-OS   
24.06.2009 @ Gasometer

Ich denke bei einem Konzert mit dem Line-Up DOWN, DEVILDRIVER, GOD FORBID und dem günstigen Eintrittspreis von ca. 30€ kann man schon mal gar nichts falsch machen. Leider regnet es in Strömen. An Freizeitaktivitäten ist also auf keinen Fall zu denken, somit bleibt einem nichts anderes übrig als: rein in den Zug oder sonst irgendein fahrtüchtiges Vehikel und ab nach Wien ins Gasometer.

Den Opener macht der lokale Support von CAY-OS. Die Wiener müssen anfangs die geballte Ladung Jubel und Gebange einer ersten Reihe hinnehmen, schließlich waren auch nicht mehr als diese im Saal. Langsam aber stetig kommen immer mehr Leute mit dem klassischen DOWN Shirt (rauchender Jesus Kopf) in die Halle. Anscheinend ist die Fangemeinschaft der New Orleans'er Truppe gar nicht mal so klein. Aber nun zurück zum Eröffnungs-Act. Ganz und gar kein Chaos, sondern heavy Riffing, Mitsing-Metalcore Hymnen, Hardcore Nackenbrecher und seltene Clean Parts ist das was CAY-OS ausmacht. Mit Songs wie z.B. „Coconut Kill“ heizen sie der Crowd ein, aber der „Fluch des Openers“ bleibt ihnen trotzdem nicht erspart, die Menge will einfach noch nicht so richtig warm werden.

Als für GOD FORBID das Licht ausging, ertönte eine altbekannte heroische Orchester Melodie. Die Rede ist von der Star Wars Filmmusik. Was die Rechte an dem Stück wohl gekostet haben? Die tobende Menge wurde von dem sympathischen Sänger Byron Davis weiter angestachelt, sodass bereits beim zweiten Song „War“ erste Circle Pits entstehen und ordentlich gejumpt wird. Der Drummer Corey Piece ist der beste Beweis für das Klischee, dass Afro-Amerikaner Rhythmus im Blut haben. Der muss doch mit einem Drum Kit geboren worden sein. Das war bestimmt die schwerste Geburt aller Zeiten. Komplett voll war die Halle aber noch lange nicht. Aber das störte GOD FORBID keineswegs, denn die Spielfreude der Band und somit die Stimmung im Publikum stieg in unermessliche Höhen an. Das zeigte sich als bei „To The Fallen Hero“ alle lauthals mitsangen und die harten Thrash Riffs von der angeheizten Crowd nicht nur einmal von „Hey-hey-hey…“ Rufen unterstützt wurde. Bis zum Schluss ihrer Show haben sie die Kehlen der Menge ordentlich für den nächsten zerstörerischen Act vorgewärmt.



Setlist GOD FORBID:

1. Intro
2. Anti Hero
3. War
4. Empire
5. Broken Promise
6. Force Fed
7. Fallen Hero
8. The End

Als Dez Fafara und seine Männer von DEVILDRIVER die Stage erklimmen, waren die ersten Worte: „Let’s Fucking Do This Shit!“ und schon ging es um einiges heftiger zu. Da soll mir noch jemand sagen es wäre schwer ein angeheiztes Publikum zu übernehmen. Nicht für Dez. Ihm wird auf Kommando gefolgt. Einmal das Wort „Circle“, „Pit“ oder ein schlichtes „Go!“ und die Crowd agierte als ob es kein Morgen geben würde. Den Kaliforniern kannte man die Spielfreude an. Jeff Kendrick, der glatzköpfige Gitarrist, ließ es sich nicht nehmen gelegentlich auf die Boxen im Graben zu springen um dort seine imaginäre Matte zu schütteln. Sogar niemand anderer als Phil Anselmo, der später noch gebraucht wurde, ließ sich die Show nicht entgehen. Er kam kurz zu Drummer John Boecklin nach hinten und leerte ihm Wasser auf die Füße. Hatte wohl Angst, diese würden in Flammen aufgehen, da er ein ziemlich extremes Tempo an den Tag legte. Er war sichtlich beeindruckt von seinen Kollegen. Ich muss wohl niemandem erzählen, besonders niemandem im anwesenden Publikum, dass DEVILDRIVER ohne Zweifel als Haupt-Act gelten. Mit ihrem abwechslungsreichen Sound heimsten sie bestimmt neue Wiener Fans ein. Eine Überraschung hatte man mit dem Titelsong des erst am 10. Juli erscheinenden neuen Albums „Pray For Villains“ auf Lager. Hoffentlich besteht die neue CD nur aus solchen Metal-Brocken.



Setlist DEVILDRIVER:

1. Clouds Over California
2. Die (And Die Now)
3. Not All Who Wander Are Lost
4. Hold Back the Day
5. These Fighting Words
6. Pray For Villains
7. Before The Hangman’s Noose
8. I Could Care Less
9. Nothing's Wrong?
10.End Of The Line
11.Meet The Wretched

Jetzt war es Zeit für den Act des Tages. Die Elektrizität des gespannten Publikums war spürbar. Die Zerstörungswut, welche von CAY-OS, GOD FORBID und DEVILDRIVER geschürt wurde, wandelte sich nun zu positiver, melancholischer, Southern-Blues-Metal Stimmung. Schon das Bühnenoutfit beeindruckte: Orange und Sunn Verstärker Wände, eine Bassdrum mit dem Schriftzug „Bower Power“ und ein alter Teppich. Leichte Nebelschwaden um das New Orleans'er Flair zu verstärken zogen auf, als kurz darauf das Licht ausging und Jimmy Bower hinter das Drum-Set kam und seine Sticks kreuzte, als ob er aus der Crowd den Teufel austreiben wolle. Der Rest der Band stieß nach, Phil Anselmo’s erste Worte: “Vienna, we are DOWN!“, ertönten und der erste Song machte aus ein paar tausend, normalerweise zurechnungsfähiger Menschen einen jubelnden Haufen durchdrehender Tiere. Jeder Song bzw. jede einzelne Zeile wurde mitgesungen, als ob man den Text kenne. Die Band ist sehr gut aufeinander abgestimmt, trotzdem war ersichtlich, dass jeder Einzelne sehr viel Erfahrung auf der Bühne hat. In den Reihen des Publikums gab es keine Sekunde der Stille. Phil Anselmo hatte durch sein Charisma die Menge komplett in der Hand. Es ist immer wieder schön zu sehen, was für eine Freude Musiker auf der Bühne haben und wie diese auf die Zuhörerschaft abfärbt. Es gab keine Sekunde der Stille. Die Typen fühlten sich ersichtlich wohl auf der Bühne, nicht umsonst scherzte und plauderte der Sänger mit der Crowd, als ob er jeden einzelnen persönlich kennen würde, somit entstand eine sehr vertraute familiäre Stimmung. Auch seine Meinung zu Marihuana tat Mr. Anselmo kund: „I need something to smoke! Back in 1990 I used to smoke weed every day, … (starker Jubel)… but today, I still use to smoke every day!” …(Ohrenbetäubender Jubel)… haufenweise Zigaretten und anderes rauchbares Zeug flog auf und vor die Bühne, daraufhin bat er einen Security ihm den Joint am Boden zu geben. Als der dem nachging, meinte Phil scherzhaft: „You’re in trouble, man!“ DOWN ist eine absolute Live-Band und die Menge ist absolut verrückt nach ihnen. Ein Fan warf Phil eine selbst gemachte Südstaaten Flagge zu, auf der die Bands, in denen jeder einzelne von DOWN vormals gespielt hatte oder noch spielt,standen (EYE HATE GOD, CROWBAR, CORROSSION OF CONFORMITY und PANTERA). Der Empfänger zeigte sie dem Rest der Band und alle waren sichtlich überwältigt von der netten Geste.



Nach „Nothing In Return“ bedankte man sich noch einmal ordentlich bei der Crowd und so gingen die Mannen von der Stage. Doch niemand vor der Bühne dachte auch nur im Traum daran zu gehen oder mit Jubeln aufzuhören, dass hatte man wohl vermutet und so kamen alle noch mal heraus um den Klassiker „Stone The Crow“ zu performen. Nach diesem Wahnsinnssong durfte das Publikum selbst wählen, welches Stück es zum Schluss hören möchte: „What do you wanna hear?“ Nach dem sich die Crowd endlich auf „Burry Me In Smoke“ einigte, fragte er noch einmal. Wir antworteten ein weiteres Mal und ein weiteres Mal und noch ein weiteres Mal, bis er schließlich sagte: „The next song is called…“ und wir lauthals schrien: „Burry Me In Smoke!!!“ Jeder noch so kahle Schädel wurde gebangt als ob sich darauf Rapunzels Haar befinden würde, ohne Rücksicht auf Verluste oder verlorene Gehirnzellen. Auf einmal stand Gitarrist Kirk Windstein ohne Gitarre da, als ich plötzlich erkannte, dass seine Tochter, welche auf Tour als Roadie aushilft, seine Axt in Händen hielt und neben einem kurzen Gitarrensolo den Schluss des Songs mit den Arbeitskollegen ihres Vaters zu Ende spielte. Wie der Vater so die Tochter. Einfach unglaublich! Wann hat man so etwas schon gesehen?!? Phil Anselmo bedankte sich am Schluss noch einmal bei allen für die großartige Stimmung, für das Geniale Publikum und bei den vorherigen Bands. Das einzige, was ihn gestört hatte waren die „Beerthrower“, nein das ist keine britische Death Metal Band. Mehrmals wurden Bierbecher auf die Bühne und auf ihn geworfen, das machte ihn etwas wütend, aber ich denke er wird es verkraften.

Ansonsten war das für den Preis ein Monster Gig der Sonderklasse. Das Gasometer ist mit der U-Bahn leicht zu erreichen und der Merchandise und die Getränkepreise waren auch passabel.

Setlist DOWN:

1. Lifer
2. Ghost Along The Mississippi
3. Path
4. New Orleans Is A Dying Whore
5. On March The Saints
6. Lysergic Funeral Procession
7. N.O.B
8. The Seed
9. Losing All
10.Eyes Of The South
11.Nothing In Return (Walk Away)
-
12.Stone The Crow
13.Burry Me In Smoke


FOTOS + E-CARDS
www.gasometer.at

Stoney
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Beitrag vom 01.07.2009
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