METAL INVASION III - TAG1: FINNTROLL   MAROON   NORTHER   HELLSAW    MISERY SPEAKS   DEMONICAL   INGRIMM   GODDAMNED X    ANIMA SEMENTIS  
19.09.2009 @ Eventhalle

Die Invasion holte zur dritten Welle aus, unter den Invasoren: schwere Zerstörer wie MAROON, HEAVEN SHALL BURN oder die ONE MAN ARMY. Die Besatzung: einige hundert Headbanger, die diese dritte Invasion tatkräftig unterstützten. Das Ziel: Ruhstorf, nahe Passau, soll das Metalschiff landen und zwei Tage lang das Dörfchen nahe Passau besetzt halten. Zum ersten Male schlugen die Besatzer Zelt auf und deckten sich mit genügend Rationen ein, um die zwei Tage zu überstehen.

Als Earshot etwas verspätet zur Invasion hinzustieß, war die erste Welle mit den schwarzmetallischen ANIMA SEMENTIS, der Death Metal Truppe GODDAMNED X und INGRIMM bereits beendet. Mit den heftigen DEMONICAL war dann auch schon der erste Act aus fernen Landen an der Reihe. Vor einiger Zeit noch Sänger ausgetauscht und kürzlich ein Album, das gute Kritiken einfahren konnte released, mussten die Schweden ihren Gig in Marchtrenk, aufgrund von Erzkonservativen absagen. Doch Ruhstorf ist da nicht so zimperlich und lässt diesen Broken auf die Bangerschafft los, wobei selbige zu diesem Zeitpunkt noch recht klein war. Aufgrund der Möglichkeit des Zeltens und den relativ warmen Temperaturen, verteilte sich die Maße dann doch mehr als in den letzten beiden Jahren. Heftig und wütend schallte der Death Metal von DEMONICAL aus den Boxen und ließ schon einige Matten kreisen. Die geringe Anzahl der Zuschauer schien sie nicht wirklich zu stören, denn die Jungs agierten sehr souverän und lieferten knapp 40 Minuten lang ein solides Brett.

Die neue Location – das Metal Invasion zog nämlich von der X-Point Halle in Passau in die Niederbayernhalle – bot reichlich Platz fürs Camping und Parken und auch die Halle selbst war sehr geräumig, was alles für den Wechsel spricht, doch leider schlug sich der nicht so vorteilhafte, halbrunde Bau im Sound nieder. Wenn man nicht direkt vor der Bühne stand, hallerte alles sehr stark, doch die Soundingenieure gaben ihr Bestes und so fiel das nicht immer so sehr ins Gewicht.

Doch weiter im Programm, die Münsteraner MISERY SPEAKS durften mit ihrer Thrash–Metalcore Mischung ran. Ein paar mehr Leute fanden vor die Bühne und schon konnte die agile Performance losgehen. Der Mix aus Härte, Geschwindigkeit und Melodie gefiel auf Anhieb, während die Bewegungsfreude auf der Stage zusätzlich etwas fürs Auge bot. Und schon setzten die ersten Power Rangers zum Elbogen-Moschen an. Vielleicht würde den jungen Herren im Pit ein PRO-PAIN Konzertbesuch nicht schaden, denn da lernt man ordentlich die Lektionen des MoshPits. Egal, die Zuschauer hatten sichtlich Freude mit der professionellen Show von MISERY SPEAKS.





Da der Stil unseres Exportes, namentlich HELLSAW, nicht wirklich meine Baustelle ist, widmete ich mich nach ein paar wenigen Songs der gecorpspainteten Truppe, die mit Fackeln auf der Bühne für eine schöne, aber lärmende Show sorgten, den CD-, Merch-, Getränke- und Speiseständen, die es in einer schönen Zahl gab. Hamburger, Glühwein, Met, Pommes und viele weitere feine Dinge für den Magen fand man an den Bars bzw. an den Ständen vor der Halle.




Richtig gespannt war ich dann schon auf die finnischen Senkrechtstarter von NORTHER, war ja fraglich ob diese sich von dem Abgang bzw. Rauswurf von Fronter Petri Lindroos, der sich lieber ENSIFERUM widmete, erholen würden. Neu an Board Aleksi Sihvonen (Ex-IMPERANON), der angenehmerweise nicht so sehr nach Alexi Laiho von CHILDREN OF BODOM klingt. Der charismatische Sänger machte seine Sache überaus gut und brachte, dadurch, dass er nicht wie sein Vorgänger an die Gitarre gefesselt ist, auch mehr Bewegung ins Spiel. Doch leider hatten NORTHER nun mit dem enorm schwammigen Sound zu kämpfen, so waren die Keayboards oftmals gar nicht zu vernehmen und viele Details gingen im Brei unter. Sehr schade, denn genau dies macht die Finnen eigentlich aus. Dennoch machten die neueren Songs „My Antichrist“ oder „Down“, neben älteren Songs, dessen viel zu wenige gespielt wurden, wie „Of Darkness And Light“, eine Menge Spaß. Das Debüt „Dreams Of Endless War“ wurde aus unerfindlichen Gründen, leider komplett außer Acht gelassen, doch „We Rock“ und das abschließende „Frozen Angel“ wurden ordentlich abgefeiert.




My Antichrist
Down
Deep Inside
Omen
Death Unlimited
To Hell
Black Gold
We Rock
Of Darkness And Light
Self-Righteous Fuck
Frozen Angel


Für mich im Vorhinein schon die Band des Festivals MAROON standen dann auf der Running Order. Nachdem ich diese vor einigen Jahren am Metalcamp - man bemerke, noch auf der Newcomer Stage – zu Gesicht bekam und die Jungs letztes Jahr am Summer Nights spontan absagen mussten, freute ich mich schon besonders darauf, nicht zuletzt, weil ihr aktuelles Album „Order“ ein absoluter Kracher geworden ist.

Mit „My Funeral Song“ starteten die Nordhausener brutal in ihr Set und fegten wie kleine Wirbelwinde über die Bühne und starteten im Anschluss gleich die neuen Kracher „A New Order“ und „Stay Brutal“, bei dem es schon kein Halten mehr gab und die ersten Reihen zu rotieren begannen. André ließ sich zu dem einen oder anderen Scherz hinreißen und bat doch die Anwesenden, den zwei Polizisten etwas Koks anzubieten, damit diese etwas lockerer werden. Richtig fett was die Jungs an diesem Abend abzogen und stahlen den Headlinern, die noch folgen sollten definitiv die Show und überraschten mich mit der überaus genialen Zugabe „Schatten“, bei der es nochmals richtig schön rund ging.




My Funeral Song
A New Order
Stay Brutal
The Worlds Havoc
(Reach) The Sun
Sword And Bullet
Shadow Of Vengeance
Erode
Wake Up In Hell
-
Schatten


Genannte Headliner waren FINNTROLL und mussten nun versuchen die Stimmung, die MAROON hier geschaffen haben, zu halten. Der Saal war schon halbwegs voll zu dieser späten Stunde und somit war auch die Stimmung nicht schlecht, doch ebenso wie damals am Bang Your Head schon, kann ich mich mit dieser Band einfach nicht anfreunden. Mag sein, dass FINNTROLL so etwas wie Vorreiter sind, doch mittlerweile gehen sie meiner Meinung nach schon schwer in der Pagan Welle unter und etwas mehr als drei verschiedene Beats sollte man schon bieten.





Weiters kann ich nur sagen, dass die Finnen ihre Arbeit sehr gut machten und die Fans dementsprechend gut unterhalten wurden – waren auch viele wegen dieser Band anwesend – aber als Headliner standen sie für mich auf verlorenem Posten. Doch dies mag natürlich Geschmackssache sein.




FOTOS + E-CARDS
www.metalinvasion.de

maxomer
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Beitrag vom 28.09.2009
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