METAL INVASION III - TAG2: HEAVEN SHALL BURN   ONE MAN ARMY & THE UNDEAD QUARTET   DEBAUCHERY   DARK FORTRESS   WOLFCHANT   FINSTERFORST   COMMON GRAVE   DAVIDIAN    TASTEFUL TERROR  
20.09.2009 @ Eventhalle

Vormittags aus dem Zelt gekullert und schon grüßt einen die Sonne und erinnert auch noch an die aktuellen Kopfschmerzen und die schleichende Übelkeit, die man aber natürlich mit dem ein oder anderen Bier wieder halbwegs kurieren kann. So oder so ähnlich dürfte es vielen Invasoren gegangen sein, doch an so einem schönen Tag, lässt man sich doch nicht unterkriegen und kann mit dem obligatorischen Weißwurst Frühstück zu Kräften kommen. Und für Bayern typisch, gab es dazu noch Brezen und Weißbier.

Einmal in der Halle angekommen, prangte schon das Backprint von TASTEFUL TERROR auf der Bühne, was die Vermutung aufkommen ließ, dass die eigentlichen Opener DARKFALL nicht erschienen sind. Wie wir später erfahren haben, musste die Truppe wegen eines Krankheitsfalles spontan absagen. So begannen die Bayern ihre Show eine Stunde später, damit keine Lücke im Line-Up entstehen konnte. Mit ihrer Mischung aus Hardcore und Thrash, so energiegeladen er auch war, konnten sie zu so früher Stunde (15:00) nur schwerlich Leute vor die Bühne bringen, denn diese waren wohl eher mit Erholen und Sonnen beschäftigt. Aber TASTFUL TERROR machten ihre Sache gut und rissen auch den einen oder anderen aus der restlichen Schlaftrunkenheit.

Die Thrasher von DAVIDIAN gingen noch einen Tick aggressiver an die Sache heran, waren aber im Gesamtklangbild dann doch etwas zu ähnlich zu ihren Vorgängern, um richtig punkten zu können. Schnell wurde auch klar, dass sich die Band wohl durch MACHINE HEADS Track „Davidian“ vom 1994er Output „Burn My Eyes“ inspirieren ließen, denn die Jungs warfen auch genannten Song als Cover ihrer Idole ein. Doch leider war in der Niederbayernhalle noch überaus viel Platz.

Richtig derb wurde es im Anschluss mit den Death-Grindern von COMMON GRAVE. Die Herren aus Regensburg schienen keine Gefangenen machen zu wollen und legten eine überaus brutale, aber technisch ausgereifte Show hin. Fronter Ferenc kotzte seine Vocals förmlich aus dem Leib und driftete auch oftmals in Grindcore Screams, die im Fachjargon liebevoll als „Schweinchen Metal Screams“ bezeichnet werden, während rund um ihn die Blasts und Breaks für Chaos sorgen und die Riffs, die zwischen kellertiefen Rhythmen und quietschenden Obertönen wanken, gewaltig lärmen. Man könnte von technischer Perfektion, aber auch von chaotischem Lärm sprechen, aber das liegt auf jeden Fall im Auge des Betrachters und Ohr des Hörers.





FINSTERFORST, mit Akkordeon und Humpa-Beats ausgestatte, wollten mir so gar nicht positiv im Gedächtniss bleiben, doch die Zuschauer, die mit FINNTROLL ihre Freude hatten, vermehrten sich dezent, aber merklich. Die Deutschen spielten ihre Black Metallisch angehauchten Pagan-Stücke, ohne jemals zu begeistern, geschweige denn zu gefallen. Leider, auch wenn mich jetzt vielleicht einige steinigen wollen, der entbehrlichste Act des Festes, ohne Innovation oder große Momente.





Da hatten die folgenden WOLFCHANT mit kleinem Heimvorteil ihre Hausaufgaben schon besser gemacht. Natürlich erfinden auch diese Herren das Rad des Folk Metals nicht neu, klingen aber frischer und geübter. Dank des genannten Heimspieles und den eingefleischten Fans, füllte sich die Halle nun immer mehr und Chöre erschallten. Wenn auch WOLFCHANT nicht ganz meinen Geschmack treffen wollten, so muss man ihnen auf jeden Fall eine gelungene Show zugestehen.

Im Anschluss, um den Fluss nicht zu sehr zu unterbrechen, schwenkte man in Richtung Black Metal, wenn auch nicht in die Ecke der unendlichen Trve´ness, sondern zu den melodischen Klängen von DARK FORTRESS, die sogar mir, trotz diversen Schwarz Metal Aversionen, mundeten. Die deutsche Combo setzt bekanntlich auf dichte Atmosphäre und hat einen schönen Hang zu Melodien, anstatt auf dem Griffbrett auf und abzurutschen, während einem Blastbeats das Gehirn weich klopfen. Nicht umsonst werden die bemalten Herren als heißeste – pardon eisigste - Black Metal Band Deutschlands gehandelt, und somit lieferten sie eine intensive Show, die viele Besucher in den Bann zog.





Die Song von DARK FORTRESS:

Poltergeist
The Silver Gate
CataWomb
To Harvest The Artefacts Of Mockery
No Longer Human
When 1000 Crypts Awake
Baphomet


Heftig, aber nicht so finster, sondern vielmehr blutiger, ging es kurz darauf mit den Death Metal Rockern DEBAUCHERY weiter. Als der Vierer die Bühne betrat fiel sofort der Gitarrist auf, der so gar nicht aussah wie ein DEBAUCHERY Gitarrist. Ich habe Tom Naumann schon oft gesehen, doch so blutig wie an diesem Abend noch nie. Tom, der einst bei PRIMAL FEAR tätig war und auch schon bei BRAINSTORM miteinsprang, ersetzt den derzeit verwaisten Posten an der Gitarre. Und wieder gab es eine energiegeladene Show voller Blut, Rock und Death, die sofort Bewegung in den Reihen auslöste. Basser Chris ließ auch dieses Mal wieder die Posersau raushängen, während Chef Thomas die Glatze kräftig schüttelte, dennoch fand ich den Gig auf den Walpurgis Metal Days um einen ganzen Tick intensiver.





Setlist DEBAUCHERY:

There Is Only War
Continue To Kill
Back In Bood
Lords Of Battle
Primordial Annihilator
Warfare
Cuntkiller
New Rock
Demon Lady
Blood For The Blood God
Killing Ground
Bloodgod Rising
-
Death Metal Warmachine
Torture Pit


Nun wartete schon die nächste Death Metal Walze - die ONE MAN ARMY. Kürzlich schrumpfte das dazugehörige UNDEAD QUARTET zu einem Trio und Session Gitarrist Rune Foss musste einspringen. An diesem Abend aber bekamen wir mit Jonas Blom einen sympathischen, neuen Untoten geboten. Der Mann fügt sich super in die Band ein und würgte seine Gitarre von Anfang bis Ende. Die brutale Show von Johan Lindstrand und seinen Mannen: fett wie eh und je. Ohne Umschweife donnerten die Schweden den Mördertrack "Misfit With A Machinegun" mitsamt Intro durch die Boxen. Die Zuschauer zeigten sich mit gereckten Fäusten und schwingen Matten dankbar. Mit "Black Clouds" und "Cursed By The Knife" feuerten sie im weiteren Verlauf zwei starke "Grim Tales" ins Publikum und groovten brutal durchs Set. Johan brüllte sich die Seele aus dem Leib und die Band wurde zudem noch mit richtig gutem Sound gesegnet. Die Stimmung war grandios und Johan sichtlich gerührt, was ihn noch mehr anspornte, die Meute zum Ausrasten zu bringen. Nach einem schönen Querschnitt der Diskographie, endete das Set mit dem fetten Trio "21st Century Killing Machine", dem Groovemonster "So Grim, So True, So Real" und der "Bulldozer Frenzy". Verschwitzt und außer Atem verlangte der Körper zwar nach Rast, der Geist aber nach mehr!




Setlist ONE MAN ARMY & THE UNDEAD QUARTET:

Intro
Misfit With A Machinegun
Knights In Satan`s Service
Cursed By The Knife
Death Makes It All Go Away
Mine For The Taking
Bastards Of Monstrosity
The Supreme Butcher
-
Intro
21St Century Killing Machine
So Grim, So True, So Real
Bulldozer Frenzy


Um den Körper zu erfrischen, blieb aber nicht lange Zeit, denn es fehlte noch der Headliner. HEAVEN SHALL BURN traten auf die Bühne und ein Orkan fegte aus den Boxen, sodass man das Gefühl hatte, die Halle breche auseinander. Anstatt im gewohnten Partnerlook, trat die Band legärer, in Schwarz auf. Der Sound war zwar etwas schwammig, aber von der Intensität eine Wucht, auch wenn man bedenkt, dass Basser Eric nicht mit auf der Bühne stand, dafür wummerte die Bassdrum umso fetter aus der Anlage. Mit großer Spielfreud und viel Bewegung auf der Bühne, steckten sie die ausgelaugten Festivalbesucher an und holten die letzten Reserven aus selbigen und das mit großem Erfolg. Dennoch feuerte Fronter Marcus die ausrastenden Mosher noch weiter zu Pits aller Art an. Sah zwar schmerzhaft aus, war aber alles halb so wild und außer blauen Flecken blieb wahrscheinlich bei den meisten nur ein kleiner Gehörsturz und vollkomene Dehydrierung zurück.





Setlist HEAVEN SHALL BURN:

The Only Truth
Counterweight
Profane Believers
Murderers Of All Murderers
The Disease
Endzeit
Voice Of The Voiceless
The Fire
Like A Thousand Suns
-
Behind a Wall Of Silence
To Inherit The Guilt
Black Tears



Somit endete die 2-tägige Belagerung von Ruhstorf mit einem fetten Abschlussprogramm. Durch das Camping und die neue Location kam das Metal Invasion in ein neues und auch sehr gutes Licht. Leider hat mich das LineUp im großen und ganzen, im Gegensatz zu den Vorjahren, neben der etwas dürftigen Akkustik in der Halle, leider etwas enttäuscht, doch der Besuch lohnte sich definitv und man kann sich scho auf den nächsten metallischen Angriff freuen!


FOTOS + E-CARDS
www.metalinvasion.de

maxomer
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Beitrag vom 28.09.2009
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