CANNIBAL CORPSE   DYING FETUS   OBSCURA   EVOCATION  
24.10.2009 @ Posthof

Amerikas Kannibalen Nummer 1 luden zum Todesschmaus. Neben unzähligen Linzer Headbangern, wurden die Ehrengäste: EVOCATION, OBSCURA und die Knüppelkameraden von DYING FETUS geladen. Klingt nach einem netten, geselligen Abend voller Freuden und das war es auch. Grund genug für den Posthof das Spektakel erst ab 18 freizugeben. Ob man das begrüßen mag, soll jeder für sich selbst entscheiden.

Aber erst durften EVOCATION ran, die im Posthof den Opener machten, wobei ich eigentlich die deutschen OBSCURA erwartete, wodurch ich dann leider nur noch die letzten Songs der Schweden hören durfte, doch diese gefielen mir sehr. Heftige Riffs trafen auf starkes Drumming und einer Priese Melodie - so viel von dieser Beilage, sollte es den ganzen Abend nicht mehr geben. Der Saal füllte sich allmählich und die ersten Matten wurden dezent geschüttelt. Sauberer Auftakt, soweit ich das nach den drei Songs beurteilen kann.





Kurz darauf bewegten sich die erwähnten OBSCURA aus Bayern (was ihnen laut Fronter Steffen sehr leid tat) aus ihrer dunklen Kammer, um eine weitere Death Metal Breitseite zu präsentieren. Als dann der Mann an den Tasten irgendwann das Knöpfchen für das viel zu lange und pathetische Intro fand, konnte die Show endlich beginnen. Aber, trotz überaus gut gefülltem Saal, wollte der Funke nicht wirklich überspringen, zumal die Band selber auch nicht wirklich agil zu Werke ging. Mit den guten technischen Soli und passablem Sound wurde dann aber doch noch das Schlimmste verhindert. Desweiteren war die Musik leider etwas zu gleichförmig und stellenweise zu langatmig, um einen in den Bann zu ziehen. Mit diesem Auftritt konnten sich die Nachbarn aus Deutschland wohl nicht sehr viele Fans erspielen.





Komplett anders wurde es natürlich mit den Extreme-Amis DYING FETUS, die ihr neues Brett „Descent Into Depravitiy“ präsentierten. Das Trio metzelte sofort und überaus kompromisslos ihre Songs aus den Boxen und konnte dank fettem Sound und heftigen Beats, die ersten Pits verzeichnen. Auch wenn nicht viel Platz war, wurde jeder freie Zentimeter in den vorderen Reihen zum Moshen benutzt, auch wenn ich schon überaus größere Pits erlebt habe. Bei dem Geknüppel fragte man sich dann oftmals, wo man denn nun hinbangen soll. Neben der absolut tighten musikalischen Performance, keifte und grunzte Frontglatze John Gallagher alles in Grund und Boden. Über das komplette Set hinweg merkte man, dass wir es hier mit Profis zu tun haben, die schon lange nichts mehr beweisen müssen. Spät aber doch war der Posthof endlich auf Betriebstemperatur und außerdem wurde dem „ab 18 – Thema“ noch mit einigen „fucks“ und „assholes“ Genüge getan. Unschön waren nur die ständig herumfliegenden Becher.





Es ist angerichtet: Der Gastgeber aus Übersee stand in den Startlöchern, um seine Show voll mit Sex, Gore und Blut zu bestreiten. Wobei alle Themen natürlich nur textlich verarbeitet wurden. Aufgeschlitzte Schweine, nackte Frauen usw. findet man dann doch auf anderen Veranstaltungen und das ist auch gut so, denn CANNIBAL CORPSE beschränken sich auf das wichtigste: Ultra-brutalen Death Metal. Mit dem neuen Track „Eviscreation Plague“ wurde auch gleich in genannter Manier begonnen und schon wurde in den vorderen Reihen fleißig mitgegrunzt. Corpsegrinder Fischer ließ sich zwischen den Songs sogar zu dem einen oder anderen lockeren Spruch über Sex und Brutalität hinreissen und brachte ansonsten eine gewohnt starke Performance. Aber auch hier gab es, wie auch schon den ganzen Abend über, einige Abstriche, was die Stimmung betrifft. Abgesehen von den ersten Reihen, bei der auch ein ordentlicher Pit fehlte, passierte nicht viel im Saal, obwohl dieser randvoll war. Das und auch der leicht verwaschene Sound, störte die Amis aber überhaupt nicht und so feuerten sie Keulen wie „I Cum Blood“, das viel gerühmte „The Wretched Spawn“ oder auch den Klassiker „A Skull Full Of Maggots“ ab. Dank letzteren wurde natürlich auch der Chris Barnes Ära gehuldigt. „Hammer Smashed Face“, auf das wohl alle warteten und „Stripped, Raped & Strangled“ beendet das Set würdevoll und so konnte man sich schon kurz nach 11 Uhr Richtung Heimat bewegen.





Was soll man noch sagen? Wie man vielleicht schon gemerkt hat, sind die Kannibalen doch ein Stück hinter meinen Erwartungen zurück geblieben und konnten das hohe Niveau nicht über die volle Distanz halten, aber gelohnt hat sich der Besuch definitiv. Mahlzeit!


Eviscreation Plague
The Time To Kill Is Now
Disfigured
Death Walking Terror
I Cum Blood
Fucked With A Knife
Sentenced To Burn
Evidence In The Furnace
The Wretched Spawn
Perverse Suffering
Scalding Hail
Make Them Suffer
Pit Of Zombies
Shatter Their Bones
Vomit The Soul
Priests Of Sodom
Unleashing The Bloodthirsty
-
Hammer Smashed Face
Stripped, Raped & Strangled



FOTOS + E-CARDS
www.cannibalcorpse.net

maxomer
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Beitrag vom 27.10.2009
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