THE SORROW   THE MERCURY ARC   SILENT DECAY  
29.10.2009 @ Posthof

Wenn man im europäischen Ausland nach einer österreichischen Metalband fragt, dann wird man unweigerlich den Namen THE SORROW unter den Antworten finden. Die Jungs sind derzeit DER Exportschlager und haben sich europaweit schon eine enorme Fangemeinde zusammengespielt. Nicht zuletzt dank unzähligen Festival-Auftritten, wie am Masters Of Rock, Two Days A Week, Metal Camp oder With Full Force. Nachdem man also oftmals in den Genuss einer kurzen Festival-Show kommen durfte, wagen die Vorarlberger nun die Anchorless Tour als Headliner und holen sich Verstärkung von den bayrischen Stimmungskanonen SILENT DECAY und den ebenfalls aus Deutschland stammenden Modern Metallern THE MERCURY ARC.

Ich war überaus gespannt, ob denn THE SORROW schon bereit für eine Headliner-Show sind, auch wenn es in dem Sinne nichts Neues ist, haben sie doch beispielsweise schon das Rock The Lake würdig abgeschlossen.

Es ist Punkt 20:00 Uhr, das Licht geht aus und unter Jubel erklimmen SILENT DECAY die Bühne. Über 5 Jahre ist es bereits her, dass die Bavarian-Boys im Posthof beim Metal Overdose ihren Einstand gaben und schon damals wussten sie mich mehr als nur zu begeistern. Eben 5 Jahre und 3 Alben später (damals nur mit Demos unterwegs), wird mit dem Titeltrack des aktuellen Albums „Kings Of The Dead End Road“ gleich fulminant vorgelegt. Noch ein neuer Track wird gespielt, die Halle füllt sich immer mehr und Fronter Sitti heizt die erfreute Menge passabel an. Die Stimmung ist jetzt schon großartig und der Ohrwurm-Banger „As Good As Drink Is“ lässt den einen oder anderen lauthals mitgrölen, während andere den Pit toben lassen. So muss ein Opener agieren! Sitti und Co. demolieren wieder einmal - wenn auch ungewollt - die Bühne, verheddern sich in Kabeln und wirbeln auf der Bühne herum, als gehörte diese ihnen. Unter anderen folgen noch „Far Away“ und der überaus starke Rausschmeißer „Keep It Real“, doch nach einer knappen halben Stunde ist dann leider schon wieder alles viel zu früh vorbei.





Setlist: SILENT DECAY

Kings Of The Dead End Road
Behind The Walls
Walk
Good As Drink Is
Hell Contacts Me Every Day
Far Away
Keep It Real


Nun gilt es für die, mir bisher komplett unbekannten, THE MERCURY ARC diese Stimmung zu halten, was ihnen aufgrund ihres nicht ganz so energischen Auftritts nicht glücken will. Musikalisch kann man den Mannen aber definitiv keinen Vorwurf machen. Ihre Mischung aus Melodic Death, Metalcore und vielen modernen Einflüssen, überrascht und begeistert viele zugleich. Samt Mann an einem Mischpult, der fleißig scratcht, und Keyboarder, zelebrieren THE MERCURY ARC eine melodische, aber auch großteils aggressive Show. Optisch wirken die Jungs recht zusammengewürfelt, doch musikalisch wird sehr gut zusammengespielt und Fronthühne Daniel, der aussieht als hätte er ein bis zwei Stiere gefrühstückt, bietet eine sehr solide Gesangsleistung dar, die leichte Anleihen an SOILWORKS Björn „Speed“ Strid birgt, auch wenn die Übergänge zwischen den Growls und dem Gesang nicht ganz so flutschen, wie bei genanntem Sänger. Einziges kleines Manko ist, dass die Mischung der Stile zwar eigentlich stimmt, aber manchmal die Konsequenz missen lässt und somit wirkt, als wüssten sie stells nicht, wohin sie wollen. Sei aber nur am Rande erwähnt, denn für viele sind THE MERCURY ARC die Entdeckung des Abends.






Setlist: THE MERCURY ARC

The Illusion Of Balance
Collision Course
Silence Is A Blessing
Purest Grey
Paint The Sun Black
Diggin´ Through Bullets
Yellow Blood
Ghostship


Gespannt warte ich, während in voller Lautstärke der Song "Edge Of Seventeen" von STEVIE NICKS, bekannt durch Jack Black´s Kinokassenschlager „School Of Rock“ ertönt, was denn THE SORROW mit ihren zwei Alben „Blessing From A Blackened Sky“ und dem neueren Output „Origin Of The Storm“ als Headliner taugen. Endlich schallt es „Apnoia“ aus den Boxen. Das stimmige Intro bereitet uns auf den Sturm vor und hält was es verspricht, denn „Where Is The Sun“ poltert gewaltig aus den Boxen, sodass man schon sehen muss, wo man sich festhalten soll, während man die Matte schüttelt. So einen gewaltigen Einstieg hätte ich nicht erwartet. Der gut gefüllte mittlere Saal des Posthofs (im großen gastierte nämlich parallel Kabarettist Alfred Dorfer, der womöglich auch vom Orkan THE SORROW noch erwischt wurde) begann zu kochen und die Pits zu explodieren. Und ohne viele Worte wird umgeschwenkt zu „Far Beyond The Days Of Grace“ vom Debüt.




Man merkt Vorarlbergs Exportschlager sofort an, dass sie mittlerweile enorme Erfahrung und Professionalität mit auf die Bühne bringen. Da sitzt jeder Griff, jeder Beat und auch die kurzen Ansagen, die in Hochdeutsch gehalten sind - da halfen auch ein paar: „red's gscheit“ vom Publikum nichts - passen zum Gesamtbild. Doch dann gab es bald eine kleine Ernüchterung. Schon nach ein paar Tracks, wie „Elegy“ oder „Scars“ stellt sich die erste Abnutzungserscheinung ein. Zu gleichförmig und teilweise etwas langsamer präsentiert sich der Mittelteil des Sets, das erst mit der Zugabe „Knights Of Doom“ wieder richtig in Fahrt kam. Trotz dieses Makels braucht sich THE SORROW schon jetzt nicht mehr vor den Genregrößen verstecken und wird denen auch womöglich noch ordentlich Feuer unterm Hintern machen.




Ein absolut gelungener Abend "made in Austria", mit Unterstüzung von Deutschlands Jugend, geht zu Ende und man kann mit reichlich Genickschmerzen und einem Lächeln den Nachhauseweg antreten. Mit dem Drittling von THE SORROW sollte hoffentlich noch etwas mehr Abwechslung und Mut zur Weiterentwicklung kommen, dann sollte das Loch im Mittelteil mühelos gestopft werden können. Ansonsten, immer wieder eine Freude!


Setlist: THE SORROW

Apnoia
Where Is The Sun?
Far Beyond The Days Of Grace
Elegy
Scars
Eyes Of Darkness
The Dagger Thrust
Scars
Saviour Welcome Home
Her Ghost Never Fades
Anchor In The Storm
My Immortal Guardian
Number Of Failure
Day Of The Lord
-
Knights Of Doom
Death From A Lovers Hand


www.silentdecay.com
www.myspace.com/themercuryarc


FOTOS + E-CARDS
www.thesorrow.net

maxomer
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Beitrag vom 01.11.2009
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