DESPISED ICON   ARCHITECTS   HORSE THE BAND   AS BLOOD RUNS BLACK   OCEANO   IWRESTLEDABEARONCE   THE GHOST INSIDE  
11.11.2009 @ Backstage

Als Opener des Abends waren THE GHOST INSIDE vorgesehen. Die Band aus Los Angeles wärmte solide das bereits zahlreich erschienene Publikum auf. Der Sound war fett und die Meute ging schon sehr gut zu den dicken Moshparts der Band ab. Der Sound verbindet gute Gitarrenmelodien mit angenehmen Shouting. Die Band hätte auch weiter hinten in der Reihenfolge ihren Job gut gemacht. Der Abend scheint ein guter zu werden.

Als zweite Band entern IWRESTLEDABEARONCE (IWABO) die Bühne. Das erste und vielleicht auch DAS Highlight des Abends. Wer das Review der aktuellen CD „It’s All Happening“ gelesen hat, weiß, dass ich diese Band mit Spannung erwartet habe. Und die Freude und zugleich Überraschung war groß. Als Linechecksong wurde zu „Final Countdown“ gespielt. Die Band - allen voran Frontmädel Krysta - spielten um ihr Leben. Die ordinär und schlampig vor sich hin spuckende und fluchende Krysta („Suck My Cock“) sang wie auf CD, was dann doch überraschte, denn hier gilt es einige Gesangsstile abzudecken. Alles in allem ganz große klasse, was die Band hier geboten hat. Die männliche Belegschaft unter den Zuschauern staunte jedenfalls nicht schlecht, als sie feststellen mussten, dass die Grunzgeräusche von ganz unten tatsächlich von einer Frau herausgewürgt wurden. TOP!



OCEANO waren dann die erste Ernüchterung des Abends. Eigentlich habe ich mich aufgrund der aktuellen Veröffentlichung „Depths“ sehr auf die Band gefreut. Insbesondere Adam’s Gesang ist dort sehr gut gelungen. Doch irgendwie schien der Funke nicht überzuspringen. Der Auftritt kann monoton und langatmig bezeichnet werden. Mir fehlten die drückenden Halftime Moshparts, die auf CD so brachial daherkommen. Zudem war der Sound matschig. Trotzdem ist das aktuelle Album jedem ans Herz zu legen.





AS BLOOD RUNS BLACK habe ich aufgrund des zur selben Zeit stattfindenden DESPISED ICON Interviews nicht gesehen.

Zurück auf dem Schauplatz traten dann HORSE THE BAND ins Rampenlicht. Angesichts der wütenden Menschenschar hat die Band ganz sicher viele Fans. Aber irgendwie scheint mir die Band, die mit ihrem hektischen Sound rein gar nichts mit Deathcore zu tun hat, nicht richtig ins Programm zu passen. Insbesondere der Keyboarder, mit seiner manischen Herumhopserei und durchwegs unmusikalischen Art das Keyboard zu bedienen, nervt ohne Ende. Wie gesagt, vielen hat’s trotzdem gefallen, trotz des Clowncharakters.





ARCHITECTS legten dann die Messlatte wieder ungemein hoch. Die durchwegs junge Kappelle begeisterte mit absolut tighter und vor allem dynamischer Show. Sänger Brandon legte sich mächtig ins Zeug, um die Meute begeistern zu können. Dankend haben sie die Spuckerei in ihre Richtung entgegengenommen. Punks waren früher zu SEX PISTOL’s Zeiten auch nicht anders, von dem her passt es. Der Sound war passabel, hätte aber durchaus besser sein können. Würde man die Band nicht kennen, hätte man auf den ersten Blick meinen können, dass da BILLY TALENT mit anderem Sound vor einem stehen. Klassische Schülerband mit ultra-agressivem Sound, der die Menge zum Moshen brachte. Super Live Band!





Und dann wurde die Spannung deutlich spürbar im Backstage. Alle warteten auf den Headliner des Abends. DESPISED ICON. Der Umbau dauerte klarerweise um einiges länger als bei den anderen Bands, doch das Warten lohnte sich. Glasklarer Sound, fett und alles niedermähend – wie man es sich von einer der ganz großen Bands im Deathcore Bereich auch erwartet. Die beiden Sänger Alex und Steve sprangen über die Bühne und motivierten das ohnehin tapfer agierende Publikum zu Höchstleistungen im Pit. Man darf nicht vergessen, dass schon fünf andere Bands das Äußerste aus der moshwütigen Schar herausgekitzelt haben. Und so machten dann auch ziemlich alle Anwesenden im Backstage in irgendeiner Form mit. Dreh und Angelpunkt der Band ist jedoch ohne Frage Alex Pelletier, der zur Feier des Tages einen Wolverine Bart trägt. Steht ihm gut, diesem Kraftpaket. Was der komplett Wahnsinnige an seinem Schlagzeug aufführt, ist nicht von dieser Welt. Es gibt schnelle Drummer, es gibt technische Drummer und es gibt Alex, der beides vereint. Man hat immer das Gefühl ein Stroboskop ist auf ihn gerichtet, denn die Bewegungen kommen diesem Gefühl gleich – Zeitlupen-gleich. Roboter oder ganz einfach nur Maschine - das sind die einzigen Bezeichnungen die passend erscheinen. Aber auch Bassist Max überraschte mit einer extremen Leistung am Bass. Super Sound und wahnwitzige Unisono Schlachten mit der Gitarre – unglaublich. Wenn es an der Performance von DESPISED ICON überhaupt etwas auszusetzen gab, dann lediglich, dass die Snare übertrieben laut aufgedreht wurde bei den Halftime Teilen. Zwar gab dies den Riffs einen unglaublichen Punch, doch wirkte es zugleich auch ein wenig unglaubwürdig. Dennoch. Derzeit muss sich jede Band dieses Genres mit dieser Band messen. Viel besser geht’s nicht.




Und so ging der Abend im Backstage zufriedenstellend zu Ende. Die Ohren waren taub, auch wenn im Backstage der Lärmpegel auf ein angenehmes Maß geregelt ist. Sechs Bands an einem Abend sind eine Herausforderung für jeden Zuschauer. Wenn die Klasse der Bands sich in diesem Rahmen bewegt, stellt man sich dieser aber gerne!


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nano
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Beitrag vom 22.11.2009
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