NILE   KRISIUN   GRAVE   ULCERATE   CORPUS MORTALE  
25.11.2009 @ Z 7

Angesichts der etwas erschwerten Anfahrt musste CORPUS MORTALE notgedrungen ohne mich anfangen und so kann ich die mir bislang nicht bekannte Band leider keinem Live-Review unterziehen. Ein kurzer Abstecher ins Myspaceland zeigt, dass sich die Band zumindest als Mp3 nicht schlecht anhört.

Sei’s drum. Mitten in der Show von ULCERATE traf ich im eher mittelmäßig besuchten Z7 ein. Und war vom Start weg schlicht begeistert. Es ist zwar ein Vergleich an die Headliner des Abends nicht abwegig, dennoch schaffte es die Band, ihren Death Metal sehr eigenständig klingen zu lassen. Der Sound war für eine Vorband jedenfalls sehr gut und ließ keine Wünsche offen. Mächtige Blastbeats und eine absolut geile Death Metal Stimme prägen ULCERATE. Die erste Aktion die ich zu Hause gemacht habe, war auf ITunes deren zwei CDs „Everything Is Fine“ und „The Coming Of Genocide“ runter zu laden. Kauftipp!



Pünktlich um 20:30 Uhr betraten die Recken von GRAVE die Bühne. Zu Beginn der Show war ein Gewitter mit überlagerten Orchesterparts zu hören, welches stimmungsvoll das Konzert eröffnete. Mit der Stimmung war es dann vorbei, als der stumpfe, altehrwürdige und schon als klassisch zu bezeichnende Death Metal herunter geschrubbt wurde. Und Schrubben trifft es recht gut. Irgendwie kraft- und motivationslos kam die Musik von der Bühne und dementsprechend lahm waren die Publikumsreaktionen. Die Band ist nun schon an die 25 Jahre aktiv. Leider, und das ist meine ganz persönliche Meinung, haben es GRAVE aber nicht geschafft, sich wenigstens ein klein wenig zu entwickeln. Die Songs in sich klingen einfach zu ähnlich und einfach. Wenn schon so einfach, dann wenigstens mit Druck, aber auch das war nicht der Fall. Zum Abschluss gab`s den Klassiker „Into The Grave“ und dann war die Show auch schon wieder zu Ende.



Die Freude auf die nächste Band war umso größer. Wer KRISIUN kennt weis, dass hier ohne Gnade runtergeholzt und keine Rücksicht auf das moshende Publikum genommen wird. Schalter ein, Doublebass los. Die Band agierte unglaublich versiert und man merkte einfach die vielen und intensiven Touren quer über den Globus . Dabei wirkte die Band stets freundlich und bedankte sich überschwänglich beim Publikum. KRISIUN waren dann auch die erste Band, die über ein eigenes Backdrop verfügte und die 100 dB Schwelle überschritt. Schade ist, dass KRISIUN über keinen zweiten Gitarristen verfügen. Es wirkt unangenehm, wenn bei Gitarrensolos praktisch nichts außer dem Drum zu hören ist. Zuerst das Vollbrett mit sattem Sound, im nächsten Moment eine dünne Soundsuppe. Ich nenne das gerne das PANTERA Problem, bei deren CDs das selbe unangenehme Gefühl entsteht. Was der Band gut steht, sind die vereinzelt eingestreuten Halftime-Bretter. Das Publikum ging dementsprechend ambitionierter zur Sache als bei den vorangegangenen Bands. Hatte die Band beim letzten Mal, als ich sie live erleben durfte, noch einen sehr undifferenzierten Sound, war es an diesem Abend eine wahre Wohltat. Die beeindruckende Gitarrenarbeit konnte zu jedem Moment klar mitverfolgt werden und die Doublebass donnerte auch nicht alles zu. Spitzen Sound von einer wahrhaft tollen Band!



Nach einer recht kurzen Umbaupause betraten NILE die Bühne. Zuerst fiel mir der Laptop auf, welcher links neben dem Schlagzeug zu sehen war. Abgesehen von dem pompösen Intro im klassischen NILE Stil verfügte nahezu jede Pause zwischen den Songs über ein synthetisches Zwischenstück - wirkte unglaublich gut und hielt den Fluss aufrecht. Und dann startete das Feuerwerk: Die Band war sehr gut gelaunt und spielte ihre Sachen unglaublich locker runter. Insbesondere Bassist Chris Lollis sei hier erwähnt, denn man sollte bei NILE nicht nur von der beeindruckenden Gitarrenarbeit, sondern auch von der des Bassisten sprechen. Der recht gute Sound der Band ist sicherlich hauptsächlich darauf zurück zu führen, dass der Lautstärkepegel konsequent unter 100 dB gehalten wurde. Bei Bands, die Songs auf so einem hohen Tempo spielen, kann Lautstärke unglaublich destruktiv wirken. Bei meinem letzten NILE Konzert war genau dies der Fall. Alles klang schwammig und zu höhenlastig. Nicht so an diesem Abend. Alle Instrumente waren optimal abgemischt und so konnte die Band die Songs mit einem hohen Wiedererkennungswert darbieten. Höhepunkt des Konzertes war eindeutig „Papyrus Containg The Spell To Preserve He Who Lives Under The Water“. Ein Meisterwerk, welches alles enthält, was NILE so speziell macht: Bombast gepaart mit Hochgeschwindigkeitsattacken.



Auffallend war, dass in der ersten Hälfte des Konzertes zwischen allen Songs ein Instumentalstück vom Band zu hören war. In der zweiten Hälfte fehlten diese, was zu unangenehmen Pausen führte. Vielleicht ist dies auf einen technischen Deffekt zurück zu führen, jedenfalls wirkte die erste Hälfte flüssiger.
NILE sind live eine Wucht und es war erfreulich, dass sie endlich einmal als Headliner zu sehen waren. Oft ist man angenehm an MORBID ANGEL erinnert, vor allem bei den sperrigen, vertrackten und zähfließenden Teilen.

Zusammengefasst war es ein gelungener Abend, der mehr Zuschauer verdient hätte. Die Bands haben auch so alles gegeben.


FOTOS + E-CARDS
www.nile-catacombs.net

nano
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Beitrag vom 06.12.2009
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