SATYRICON   SHINING   DARK FORTRESS   POSTHUM  
06.12.2009 @ Z 7

POSTHUM starteten den Konzertabend im Z7. Die Halle war schon recht gut gefüllt obwohl es erst knapp vor 19 Uhr war. Die Band dankte es dem Publikum indem sie recht tight ihre Songs runterballerten. Für Black Metal, der alten Schule – auch wenn es die Band erst seit 2004 gibt – bedeutet das, monotone Riffs und wenig Abwechslung am Schlagzeug. Ein spontaner Vergleich mit ISVIND oder THE BLACK würde hier passen. Dennoch schaffte es die Band gut auf den bevorstehenden Black Metal Abend einzustimmen. Was ein wenig verwunderte war das betont legere Auftreten der Band. Meiner Ansicht nach ist und war es bei Black Metal Bands immer wichtig, dass das Auftreten der Band einen mindestens gleichwertigen Stellenwert wie die Musik hat. Doch ich sollte an diesem Abend eines Besseren belehrt werden.





Bei DARK FORTRESS war dann schon mehr Action angesagt. Scheinwerfer von oben und ein dickes Intro bereiteten perfekt auf die Band vor. Wie es sich für eine richtige Black Metal Band gehört, wurde mit Schminke im Gesicht gespielt. Morean hatte zudem noch eine Art Kampfanzug an, welcher sich auch gut beim Herrn Der Ringe gemacht hätte. Er tat sein Bestes, die Meute anzuheizen. Und dies gelang ihm auch zum größten Teil. Die Band zeigte gutes Stageacting und der Sound war wirklich sehr gut – abgesehen von argen Problemen zu Beginn des Sets. Insbesondere der Drum Sound war ungewöhnlich gut, ohne dabei wie bei vielen anderen Bands zu laut zu sein. Im Gegensatz zu POSTHUM hörte man der Band an, dass sie musikalisch einiges auf dem Kasten hat. Und so scheuten DARK FORTRESS auch nicht Abstecher in andere Soundrichtungen. Insgesamt eine wirklich gute Band, welche seit diesem Konzert sicherlich mehr Aufmerksamkeit von meiner Seite her bekommen wird.





Auf SHINING habe ich mich dann ganz besonders gefreut. Bislang konnte ich mich nur an deren Veröffentlichungen erfreuen und hatte die Band noch nie live gesehen. Aus anderen Konzert-Reviews wusste ich, dass die Band, insbesondere Sänger Kvarforth, live so richtig die Sau raus lassen. Mit Blut und allem was dazu gehört.

Wie war ich nach deren Auftritt enttäuscht. Das einzige was Kvarforth das gesamte Konzert über machte, war sich hinzuknien, rauchen und an seiner Whiskey Falsche herumzunuckeln (ein Mineral stand daneben). Da nütze auch das halbherzige Zigarettenausdrücken auf der Brust nichts. Der Sound war als langweilig zu beschreiben. Zu sperrig waren die Mittelteile, welche teilweise sogar schon ins Psychedelische abdrifteten. Bei der großen Anzahl an Veröffentlichungen hätte die Songauswahl durchaus besser gestaltet werden können.





Was man lernen konnte, ist, dass man nicht mit seinem männlichen Basskollegen Zärtlichkeiten in Form von Küssen austauscht, wenn man als böse Black Metal Band angesehen werden will. Randnotiz: Am Schluss standen die armen Schwedenjungs noch am Haupteingang und erhofften sich ein paar Groupies abzuschleppen. Außer gemeinsamen Fotos konnten sie aber nichts rausschlagen...

Dann war der große Augenblick gekommen. SATYRICON betraten die Bühne. Mit seinen zurück gelegten Haaren und dem schwarzen Hemdoutfit kam mir zuerst der Gedanke:“Ich bin auf einem DEPECHE MODE Konzert?!“ in den Sinn. Doch weit gefehlt! Es ging los und alle Gedanken an DEPECHE MODE waren verflogen. Hauptsächlich Songs von der neuen CD wurden vorgestellt. Musikalisch perfekt umgesetzt, von seinen wahrscheinlich gekauften Mitmusikern, (Drummer Frost mal nicht mitgerechnet) thronte Satyr über dem Sound und über der Halle. Die ganze Show war perfekt inszeniert, auch wenn dieser Band ein größeres Umfeld wie zum Beispiel ein Festival, besser steht.

Um nicht nur an seinem Dreizack-Mikroständer zu stehen, versuchte sich Satyr dann ab und an mal auch als Gitarrist. Wahrscheinlich macht er das einfach gerne, denn viel zum Sound konnte er damit nicht beitragen. Satyr hat sich über die letzten Jahre hinweg zu einem wahren Entertainer entwickelt und macht dies auch perfekt. Stets freundlich schafft er es, das Publikum mitzureissen. Gut fand ich, dass auch viele ältere Songs Platz im Programm gefunden hatten. So beweist die Band, dass sie nach wie vor zu ihren Wurzeln wie "The Shadowthrone" oder "Dark Medieval Times" steht.




Neben Satyr ist Frost der zweite Mann hinter SATYRICON und das nicht ohne Grund. Was der Mann am Schlagzeug runter lässt ist nicht von dieser Welt. Hat man auf der aktuellen CD „The Age Of Nero“ das Gefühl eher rockige Songs vor sich zu haben hört man erst live, wie schnell und technisch schwer das Material zu spielen ist. An der Stelle auch großen Respekt an, die Gitarristen die im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun hatten.

Am Schluss gab es dann einen umfangreichen Zugabeblock, welcher mit dem Übersong „Mother North“ beendet wurde. Wer SATYRICON noch nicht live gesehen hat, sollte dies schnellstmöglich nachholen.

www.myspace.com/shininghalmstad
www.myspace.com/posthum
www.myspace.com/darkfortress
www.myspace.com/satyricon


FOTOS + E-CARDS
www.z-7.ch

nano
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Beitrag vom 11.12.2009
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