PARADISE LOST   SAMAEL  
13.12.2009 @ Arena

Das schweizer Black Metal-Urgestein SAMAEL, dessen Sound sich im Laufe der Jahre stets weiterentwickelt hat und zwischenzeitig eine Bandbreite von Black Metal über Elektro bis Industrial aufweist, startet in der bereits recht gut gefüllten Halle unter frenetischem Applaus. Vorph wie üblich in bodenlangem Rock und Duschfrisur, ist zwar nach wie vor optisch etwas gewöhnungsbedürftig, der Frontmann mit den einprägsamen Vocals zieht das Publikum jedoch von Anfang an in seinen Bann und der wilde Reigen aus uraltem, altem und neuem Material im Brachialsound, samt passenden Videoprojektionen wird dankbar abgefeiert. Vorph glänzt neben der präzisen Darbietung auch stets mit netten Ansagen - er ist sichtlich gerührt über den Anklang den seine Band findet. Besondere Highlights sind natürlich alte Hadern wie „Baphomet’s Throne“ und „Into The Pentagramm“ als auch „Solar Soul“, "Slavocracy“, „Reign Of Light“. Leider viel zu kurz gerät der perfekt choreographierte Auftritt der Jungs, so viel ist sicher.



Und dann kam Polly……PARADISE LOST. Leider ohne Gitarrist Greg, dafür umso hüftsteifer legen die Briten los mit dem durchwachsenen „I Remain“ und verschießen daraufhin unverständlicherweise ejaculatio präcox ihr Pulver, in dem sie „Pity The Sadness“ und „As I Die“ herunterholzen. Echte weitere Hits fehlen, das Material nach dem Meisterwerk „Icon“ ist und bleibt einer anderen Fanschicht vorbehalten, derjenigen nämlich, die bei „One Second“ und „Say Just Words“ Tränen vergießen und bei „The Last Time“ tanzen. Leider glauben PARADISE LOST, dass ihr sonstiges Material so gut ist, dass man getrost auf die ganz großen Kracher des "Icon"-Albums wie „Embers Fire“ oder „Remembrance“ verzichten kann, dafür aber „Frailty“ zum besten geben kann - ein Frevel, der umgehend mit Liebesentzug geahndet wird. Aber nicht nur an der nicht vorhandenen Knackigkeit des Materials krankt es. Nick Holmes Stimme ist, wenn sie gerade nicht mit „Gesang“ überfordert wird, zwar nach wie vor rauh und kräftig wie in den alten Tagen, aber seine Darbeitung bei den cleanen Passagen sollte er nochmal überdenken.



Und so geht es dahin, es überwiegt müder pseudointellektueller Gothic Rock, der für betretene Gesichter bei alten Fans, aber unverständlicherweise für frohe bei jungen, sorgt. Schließlich/Endlich ist nach mageren 75 Minuten Schicht im Schacht – und die wahren Gewinner dieses Abends sind SAMAEL.

www.paradiselost.co.uk

Bettina
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Beitrag vom 18.12.2009
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