ENTOMBED   MERAUDER   DEVIOUS   CATASTROFEAR  
13.12.2009 @ Szene

Am 13.12.09 hatten wir, das Team von Earshot, die Gelegenheit die Death Metal Veteranen von ENTOMBED mit ihrem aktuellen Album „Serpent Saints-The Ten Amendments“ zu bestaunen. Mit von der Partie waren noch MERAUDER, die Mitbegründer des Hardcores im Metal Bereich, DEVIOUS die holländischen Death Metal Newcomer und der lokale Opener CATASTROFEAR.

Vom lokalen Opener von CATASTROFEAR bekamen wir nur noch den abschließenden Applaus der halbgefüllten Halle zu hören. Als nächstes waren die holländischen Newcomer von DEVIOUS an der Reihe und langsam wurde es immer voller in der Szene Wien. Verblüffend war das, in zwei Lager gespaltene Publikum. Auf einer Seite waren die an ihrer Kutte und Metal-Shirts erkennbaren Metalfans, die gekommen waren um ENTOMBED zu huldigen und auf der anderen Seite waren die in bunten und stylischen Klamotten gehüllten Hardcore-Fans, die rein wegen MERAUDER, den Hardcore Veteranen, gekommen waren. Anfangs schien es leichte Berührungsängste zwischen Beiden Parteien zu geben. Bei DEVIOUS standen die finster blickenden Death Metal Fans im hinteren Bereich der Halle und ließen sich vorerst vom technisch und modern wirkenden Death Metal berieseln. DEVIOUS konnten ihren brachialen Sound live sehr gut umsetzen. Vermischt mit einem Hauch Melodie und einigen coolen Intros schafften sie Atmosphäre. Sänger Arnold Oude Middendorp widmete einen Song der Opener Band, dessen Name er zuerst nachfragen musste: „Oh yes, give it up for CATASTROFEAR!“



Als DEVIOUS fertig waren, erkannte man eine Veränderung in den Reihen des Publikums. Von kuttentragenden langhaarigen Metallern waren nur mehr wenige über. Stattdessen fand man so manches Cap oder Bandana und punkig wirkende Typen wieder. Nun war es Zeit für sozialkritischen Hardcore der ersten Stunde, mit dem Namen MERAUDER. Die Truppe aus Brooklyn schien ersichtlich gut anzukommen und das nicht nur bei den Hardcorefans, sondern auch bei so manchem Metalhead. Mehr und mehr vermischten sich die Mosh- und Circle Pits aus Bandana-tragenden Punks mit langhaarigen Metallern. Auch Frontröhre Jorge Rosado war bestens gelaunt. Er erzählte vom Tour-Leben mit DEVIOUS und ENTOMBED und schien guter Dinge zu sein: „These are the best guys I’ve ever met!“ Wie in diesem Genre üblich, ließ Jorge es sich nicht nehmen gelegentlich in den Fotograben zu hüpfen, um den Fans die Vocals zu überlassen. Abgeschlossen wurde mit den Worten: „Have a meraudery Christmas and a massacre new year!“



Eine ziemlich volle Halle mit gemischtem Publikum fand sich vor der Stage ein und wartete auf ENTOMBED. Ein sehr ungewöhnliches Country-Intro ertönte „Satan Is Real-Straight To Hell-Medley“ von HANK WILLIAMS III. Kurzerhand erklommen ENTOMBED in ihrer derzeitigen Viererbesetzung die Stage. Obwohl sie einen Mann weniger haben, geben sie mindestens 110%. Gleich zu Beginn fragt Frontröhre Lars Göran Petrov ob das anwesende Publikum nicht morgen zur Arbeit müsse? Dieses konterte mit einem aus tiefster Kehle entspringenden „No!!!!“, worauf er: „That’s classic. 200 long hair and drunk metalheads, and all unemployed.“ Die Menge war bei bester Laune. Es war einfach herrlich anzusehen, wie sich anfänglich die Masse zwischen den zwei Musikgenres spaltete und anschließend bei ENTOMBED vereinte. Auch die Bands untereinander verstanden sich anscheinend prächtig. Rund um die Uhr waren Mitglieder der vorherigen Bands auf der Bühne, meistens mit Filmkamera und/oder Digikam bewaffnet.



Lars wirkte nicht mehr, als ob er Bäume ausreißen könnte - der Zahn der Zeit schien auch an ihm zu nagen. Von Haarausfall und krummer Haltung geplagt, gab er trotzdem alles und hatte das Publikum hervorragend im Griff. Als beinahe ein Fan, der das komplette Konzerte auf seiner Digitalkamera festhalten wollte, von einem Security „attackiert“ wurde, brach der ENTOMBED Frontman mitten im Song ab, und verkündete den Securities, dass er kein Problem damit habe, wenn er weiter filmt. Ein echt sympathischer Kerl. Gespielt wurden klasse Nummern wie „Chief Rebel Angel“, „Demon“, „Damn Deal Done“ und vom 2007er Album „Serpent Saints-The Ten Amendments“ der Song „Masters Of Death". Allesamt Wahnsinnsnummern, die sichtlich niemanden unbeeindruckt ließen. Nach ca. einer Stunde wollten ENTOMBED schließen, doch war die Menge noch nicht bereit, die Schweden einfach so wieder nach Hause gehen zu lassen. Somit wurden noch mindestens sieben weitere Lieder gespielt. Dank dem hervorragenden Sound und dem Ambiente der Szene, hätte es noch Stunden so weiter gehen können. Trotzdem fand das Konzertm nach schlussendlich fast zwei Stunden, ein Ende.

Das war alles in allem, ohne Zweifel nicht nur für die Earshot-Crew ein gelungener Sonntagabend.

Zu guter Letzt noch ein großes Dankeschön an die Szene Wien und Catapult Promotion.
www.entombed.com

Stoney
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Beitrag vom 06.01.2010
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