BARONESS   NEBRA  
25.01.2010 @ Feierwerk

Auf dem Weg nach München erfuhr ich, dass die Show schon fast zur Gänze ausverkauft sei, was mich bei der Größe der Location, sowie der zwar stets steigenden, aber dennoch vergleichsweise geringen Popularität von BARONESS etwas verwunderte. Als wir gegen 20:45 vor Ort ankamen, standen schon einige Leute vor dem Eingang Schlange und einige konnten noch die letzten verfügbaren Tickets erwerben. Für andere schien es aber leider so, als hätten sie den Weg umsonst auf sich genommen. Gegen 21 Uhr war das Konzert dann restlos ausverkauft.

Pünktlich um 21:15 legten dann auch schon die Schweizer NEBRA los. Ich kannte bis dato nur ein paar Aufnahmen und wusste, dass ein Ex-Mitglied von KNUT bei NEBRA mitwirkt. Die Recordings fand ich ganz ansprechend und freute mich somit bereits auf das Konzert der Jungs. Und überraschend war zu bemerken, dass die Halle bereits fast zur Gänze gefüllt war. Nebra sind stilistisch irgendwo im Bereich des massiven Instrumental Metal einzuordnen. Was jedoch gleich von Beginn eher negativ wirkte, war der äußerst dumpfe und nicht wirklich reine Sound, was aber wohl weniger auf die Band zurück zu führen war, sondern auf den Mischer. Es sollte sich auch später bei BARONESS als minimaler Kritikpunkt erweisen. Musikalisch kann man bei einigen Sachen bestimmt den Vergleich zu THE OCEAN bringen, wobei die Schweizer gänzlich ohne Vocals auskommen. Leider erwies sich das aber auch als ein Schwachpunkt von NEBRA. Obwohl ich normalerweise durchaus Freude an reinen Instrumental Bands hege, fehlte mir bei NEBRA definitiv eine Person hinter dem Mic. Zu langatmig, zu lange schienen die Tracks und mit einem Sänger dahinter, hätte das ganze viel mehr an Substanz und Energie gewonnen. Nach knapp 45 Minuten war dann Schluss und alles bereitete sich auf BARONESS vor.



Nach einem kurzen Soundcheck begannen die 4 Mannen aus Savannah dann um 21:20 Uhr mit dem Intro der "Blue Record" „Bullhead's Psalm“ und die Stimmung im Feierwerk schien bestens zu sein, war doch schon eine große Vorfreude auf BARONESS zu verspüren. Gleich weiter ging es mit „The Sweetest Curse“ und „Jake Leg“. BARONESS schienen eine irrsinnig große Spielfreude zu besitzen, hatte merklich Spaß auf der Bühne und erfreuten sich deren eigener Songs mit einer wirklich sympathischen Art und Weise. Wuchtig, technisch brilliant wurde ein Song nach dem anderen dem Publikum entgegen geworfen. Immer wieder von improvisierten Zwischenstücken begleitet, die einen experimentellen Ambient Sound erzeugten. „Swollen And Halo“, die erste Single Auskopplung der 2Blue Record"; „A Horse Called Golgotha“, „War, Wisdom & Rhyme“ und „The Gnashing“ waren weitere Tracks der neuen Platte; die präsentiert wurden. Schön zu sehen war, dass auch Songs vom „Red Album“ reichlich vertreten waren. „The Birthing“, „Isak“ und „Wanderlust“ sind nur einige Beispiele des ersten Albums, welche an jenem Abend gespielt wurden. Einzig „Rays On Pinion“ und „Wailing Wintry Wind“ fehlten dem Ganzen. BARONESS waren perfekt eingespielt und scheuten auch nicht davor zurück, zwischendurch Improvisation durchklingen zu lassen. Vom Musikalischen Standpunkt gesehen, hat die Band sowieso absolut reichlich Abwechslung und wie vorhin schon erwähnt, war es ein absoluter Genuss, die Spielfreude der Jungs beobachten zu können.

Nach etwa 70 Minuten war dann Schluss, doch gab sich das gesamte Feierwerk damit noch nicht ganz zufrieden und verlangte nach einer Zugabe. Die gab es natürlich dann auch. Sänger/Gitarrist Johny Dyer Baizley kam auf die Bühne, dankte allen Anwesenden für deren Kommen und erzählte, dass sie noch einen Song spielen würden. Es handelte sich um „Tower Falls“, dem ersten geschriebenen Track von BARONESS, aus dem Jahre 2003. Und auch da präsentierte sich die Band noch einmal voller Energie, Aggression und Freude. Knappe 80 Minuten nach dem erklingen der ersten Töne war dann aber leider auch schon wieder Schluss und Baizley bedankte sich ein weiteres mal und verabschiedete sich mit den Worten „Come and talk with us, we are not rockstars!“. Definitiv ein weiterer Sympathiepunkt. Alles in allem ein absolut gelungener Abend, erzeugt von einer komplett beeindruckenden Performance von BARONESS. Einzig kleiner Kritikpunkt, waren die etwas zu laut gemischten Drums. Aber das wars auch schon, ansonsten war der Sound wunderbar.



Nach dem Konzert konnte ich aus einem Gespräch mit Bassist Summer Welch und Drummer Allen Blickle noch in Erfahrung bringen dass diese Tour definitiv nicht der letzte Europa Aufenthalt von BARONESS im Jahr 2010 sein wird. Im Sommer sind einige Festivals geplant und gegen Ende des Jahres eine hoffentlich etwas längere Clubtour und ich bin davon überzeugt, dass es beim nächsten mal wohl einer größeren Locations bedarf.
www.myspace.com/yourbaroness

Razi
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Beitrag vom 04.02.2010
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